Schutzmasken nachhaltig produziert von den Nordeifelwerkstätten

In der Corona-Krise sorgt der Dienstleister für Menschen mit Behinderung mit innovativer Produktion von wiederverwertbaren, desinfizierbaren Masken aus Bio-Baumwolle für Hilfe – Nahversorgung wird durch den EuLog-Lebensmittelmarkt CAP unterstützt

Werner Crommer (v.l.) vom Gesundheitsamt Euskirchen ist begeistert von der Idee der NEW, nachhaltige, wiederverwendbare Schutzmasken herzustellen. Thorsten Schönrath, Abteilungsleiter NEW Kuchenheim, und NEW Geschäftsführer Georg Richerzhagen waren sichtlich stolz auf ihr Team aus Hauptamtlichen und Beschäftigten, die ebenso flexibel wie zielgerichtet helfen, dem Schutzmaskenmangel entgegenzuwirken. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Werner Crommer (v.l.) vom Gesundheitsamt Euskirchen ist begeistert von der Idee der NEW, nachhaltige, wiederverwendbare Schutzmasken herzustellen. Thorsten Schönrath, Abteilungsleiter NEW Kuchenheim, und NEW Geschäftsführer Georg Richerzhagen waren sichtlich stolz auf ihr Team aus Hauptamtlichen und Beschäftigten, die ebenso flexibel wie zielgerichtet helfen, dem Schutzmaskenmangel entgegenzuwirken. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen-Kuchenheim – Während der Flüchtlingskrise sorgten die Nordeifelwerkstätten (NEW) für Schlagzeilen: Denn als es bundesweit keine Betten mehr für die Unterkünfte gab, zeigte sich das NEW-Team flexibel und entwickelte kurzerhand ein steckbares Holzbett, um den Engpass abzumildern. In der Coronakrise zeigte sich der Dienstleister für die Belange von Menschen mit Behinderung mit Werkstattstandorten und Außenarbeitsplätze im gesamten Kreis Euskirchen wieder ebenso innovativ wie hilfreich. Denn nicht nur in Deutschland, nahezu überall auf der Welt werden gerade die Schutzmasken knapp. Georg Richerzhagen, Geschäftsführer NEW: „Wir haben jetzt einen Prototyp für eine Schutzmaske erstellt, die sogar nachhaltig ist.“

Die Idee der NEW: Bei 95 Grad waschbare und damit wiederverwertbare Masken herzustellen. Richerzhagen: „Bei dieser Temperatur werden alle Keime abgetötet.“ Denn die vertragen nach Medizinerexpertise nicht einmal 60 Grad Celsius. Dazu wird als Stoffmaterial Bio-Baumwolle genutzt, damit wird auch schon bei der Rohstoffproduktion auf Nachhaltigkeit geachtet. Allein beim Kreis Euskirchen gibt es einen direkten Bedarf von 5.000 Stück.

Hauptamtliche wie Beschäftigte schneidern gemeinsam die nachhaltig produzierten Schutzmasken. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Hauptamtliche wie Beschäftigte schneidern gemeinsam die nachhaltig produzierten Schutzmasken. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Am Dienstagnachmittag kam Werner Crommen vom Gesundheitsamt Euskirchen zur NEW-Produktion in Kuchenheim, um die Masken anzusehen. „Das ist genial gedacht“, sagte der Gesundheitsfachmann und zählte gleich mehrere Einsatzmöglichkeiten auf: So seien die Masken beispielsweise hilfreich bei Verdachtsfällen oder bei einer nachgewiesenen Infektion. Auch die Idee der Nachhaltigkeit und Widerverwertbarkeit begeisterte ihn, nicht nur vom Umweltaspekt her, sondern auch aufgrund der Versorgungsknappheit.

Jetzt will Crommen zusammen mit Ärzten und Kollegen des Gesundheitsamtes die ersten Muster unter die Lupe nehmen und eventuelle Optimierungsmöglichkeiten direkt weitergeben, aber die Zielrichtung ist klar: „Liefern Sie so viele Masken wie möglich, wir kratzen gerade auf dem Markt alles zusammen.“

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Thorsten Schönrath, Produktionsleiter NEW Kuchenheim: „Wir nutzen für die Stoffe Einkaufstaschen von unserem Kooperationspartner DM. Wir haben an den verschiedenen Werkstattstandorten nachgefragt, wer nähen kann, und aus dem Stand haben sich mehrere Freiwillige gemeldet.“ Teamleiter des Berufsbildungsbereiches der NEW Kuchenheim Ferdinand Schnorrenberg ergänzte: „Aus den verschiedenen Standorten sammeln wir auch Nähmaschinen zusammen. Am Montag haben wir mit den Prototypen angefangen, jetzt können wir schon produzieren und optimieren. Eine Herausforderung werden die Stückzahlen und die Erwartungshaltung sein.“

Kerstin Wambach arbeitet eigentlich am Werkstattstandort Zingsheim im Sozialen Dienst, stellt ihre Nähkünste aber gern in den Dienst der guten Sache. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Kerstin Wambach arbeitet eigentlich am Werkstattstandort Zingsheim im Sozialen Dienst, stellt ihre Nähkünste aber gern in den Dienst der guten Sache. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Georg Richerzhagen: „Denn es gibt direkt weitere Anfragen – wir haben dafür allerdings keine automatisierten Maschinen, momentan sitzen Hauptamtliche an Nähmaschinen, um die Masken zu produzieren.“ Denn die Beschäftigten mit Behinderung dürften ja momentan leider durch die Landesverfügung nur in Ausnahmefällen in die Werkstätten kommen. Zu diesen Fällen gehören aber auch drei Beschäftigte, die zusammen mit den Hauptamtlichen bügeln, nähen und zuschneiden.

Jede einzelne Maske kann helfen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und somit potentiell Leben retten. Die Mitarbeiterin Kerstin Wambach: „Deshalb ist das eines der sinnvollsten Dinge, die ich seit Wochen mache. Wir alle sind hier mit vollem Herzen dabei!“ Bei der Produktion wird darauf geachtet, dass alle Mitarbeiter gemäß den Hygieneempfehlungen genügend Abstand zueinander halten. Etwa fünf Minuten Näharbeit braucht es, um eine Maske zu fertigen.

Schönrath: „Toll ist auch, dass die Masken nicht steril weiß oder OP-grün sind, sondern bunt.“ Gerade in angespannten Zeiten sei es wichtig, positive Signale zu verbreiten und dafür können auch fröhliche Farben sorgen. Und so findet man auf den Bändern zum Befestigen der Masken auch mal bunte Muster oder sogar aufgedruckte Pinguine. Einige Tausend Pfandstofftaschen bekommen die NEW monatlich von DM zum Kontrollieren und Sortieren, auch die Verantwortlichen der Drogeriekette seien sofort begeistert gewesen von der Idee, so Thorsten Schönrath.

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Doch auch in anderen Bereichen sorgen die NEW für Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger im Kreis, wie Georg Richerzhagen berichtete. So hat der Lebensmittelladen CAP-Markt in Euskirchen-Kuchenheim weiterhin geöffnet, um die Nahversorgung sicherzustellen.

Eifeler Presse Agentur/epa

 

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