Teddybären gehen als Seelentröster mit in die Krisenintervention

Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen spendete dem KID des DRK Euskirchen 48 „kleine Helfer“ in der Not

Der Mechernicher BC-Leiter Hannes Herbrand (links) und der Kuratoriumsvorsitzende der Bürgerstiftung Markus Ramers (rechts) überreichten Maria Jentgen 48 Teddybären für den Einsatz beim Kriseninterventionsdienst. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Der Mechernicher BC-Leiter Hannes Herbrand (links) und der Kuratoriumsvorsitzende der Bürgerstiftung Markus Ramers (rechts) überreichten Maria Jentgen 48 Teddybären für den Einsatz beim Kriseninterventionsdienst. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Mechernich – Es gibt Momente im Leben, da wird einem der Boden unter den Füßen weggezogen. Ein Familienmitglied hatte einen tödlichen Verkehrsunfall, jemand, der einem nahestand, ist durch einen Suizid aus dem Leben geschieden oder nach einem plötzlichen internistischen Notfall verstorben. Nicht jeder kann von jetzt auf gleich mit der neuen Situation umgehen. Manche Menschen benötigen Hilfe, und zwar nicht erst in ein paar Tagen, sondern sofort. Für diese Menschen hält sich der Kriseninterventionsdienst (KID) des DRK Euskirchen Tag und Nacht bereit.

Siebzehn Menschen aus unterschiedlichen Berufssparten sind im Kreis Euskirchen in der Notfallseelsorge ausgebildet worden. Sobald der Notarzt, die Polizei oder die Leitstelle des Kreises den Kriseninterventionsdienst (KID) verständigt, rückt ein Zweierteam aus, um Beistand zu leisten. „Wir bieten eigentlich keine Hilfe, sondern wir halten in dieser ersten Phase nur die Erschütterung aus“, berichtete Maria Jentgen, die den KID leitet, jetzt im Beratungscenter der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) in Mechernich. Die Betroffenen blieben nicht allein. Man warte, bis sie von Angehörigen oder Freunden unterstützt würden oder die Krise soweit abgeklungen sei, dass die Betroffenen ein Mindestmaß an Kontrolle über die Situation gewonnen hätten.

Was auf den ersten Fall überrascht: Jedes Mitglied des Teams hat stets zwei Stoffbären dabei. Mit diesen Teddys hat es eine ganz besondere Bewandtnis. „Manchmal leben auch Kinder in den Unglücksfamilien, die einfach nur endlos traurig sind und die Situation um sie herum nicht begreifen können. Für diese Kinder haben wir die Teddybären als Seelentröster dabei“, klärte Maria Jentgen auf. Allein im vergangenen Jahr habe man 40 dieser Stofftiere verschenkt, zuweilen auch an Erwachsene, wenn es sinnvoll erschien.

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„Die ersten Stunden nach einem Unglück sind sehr traumatisch, deshalb ist es wichtig, dass jemand da ist, der diesen Augenblick auch ein wenig positiv gestaltet“, berichtete der Kuratoriumsvorsitzende der KSK-Bürgerstiftung, Markus Ramers. Aus diesem Grunde habe man den Antrag des KID gern bewilligt und Geld zur Verfügung gestellt, von dem jetzt gleich 48 weitere Bären gekauft werden konnten.

„Unsere Teammitglieder sind keine Psychologen oder Psychologinnen, sondern geschulte Laien“, so Maria Jentgen. Ob sich jemand in der Krise bewähre, das werde vorher geprüft: „Neue Teammitglieder müssen erst ein halbes Jahr Probezeit bestehen, erst dann wissen wir, ob wir uns auf sie verlassen können und sie ihrem Dienst gewachsen sind.“ Allein im Jahr 2019 sei der KID 48 Mal ausgerückt und habe dabei insgesamt 205 Personen 163 Stunden lang betreut.

Die ehemalige Krankenhausseelsorgerin betont, dass eine professionelle Distanz beim Ausüben der Tätigkeit wichtig sei. Man dürfe die zuweilen verstörenden Ereignisse und Geschehnisse nicht mit nach Hause nehmen und damit sein eigenes Leben belasten. „Aus diesem Grund führe ich nach jedem Einsatz zunächst ein Erstgespräch mit meinen Teammitgliedern, die über ihren Einsatz ein Protokoll schreiben müssen. Das hilft schon mal. Darüber hinaus gibt es ein monatliches Treffen, bei dem wir uns austauschen, und zwei Mal im Jahr veranstaltet das DRK eine Supervision“, so Jentgen.

Die Leiterin des KID bedankte sich herzlich Mechernicher Leiter des Beratungscenters der KSK, Hannes Herbrand, sowie bei Markus Ramers von der KSK-Bürgerstiftung für die Unterstützung. „Da der KID selber über kein Geld verfügt, sind wir auf Spenden angewiesen“, so Jentgen.

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„Wir freuen uns immer, wenn wir ganz konkret Hilfe leisten können“, so Hannes Herbrand. Der Kontakt zwischen KSK und DRK sei von jeher sehr eng und das Feld, auf dem das Rote Kreuz unterwegs sei, so groß, dass es glücklicherweise immer wieder neue Berührungspunkte und Unterstützungsmöglichkeiten gebe.

Eifeler Presse Agentur/epa

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