Wilde Vielfalt

Neues ökologisches Projekt im LVR-Freilichtmuseum Kommern

Setzen sich gemeinsam für die „Wilde Vielfalt“ ein: Mark vom Hofe (v.l.), stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Wegner, Vorsitzender des Fördervereins Rheinisches Freilicht¬museum Kommern, Prof. Dr. Wolfgang Schumacher, Vorstandsmitglied Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Dr. Josef Mangold, Museumsleiter LVR-Freilichtmuseum Kommern, Thomas Muchow, Geschäftsführer Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR
Setzen sich gemeinsam für die „Wilde Vielfalt“ ein: Mark vom Hofe (v.l.), stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Wegner, Vorsitzender des Fördervereins Rheinisches Freilicht¬museum Kommern, Prof. Dr. Wolfgang Schumacher, Vorstandsmitglied Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Dr. Josef Mangold, Museumsleiter LVR-Freilichtmuseum Kommern, Thomas Muchow, Geschäftsführer Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Foto: Hans-Theo Gerhards/LVR

Mechernich-Kommern – Was auf den ersten Blick wie ein verwilderter Garten wirken mag, ist für Kundige eine wahre Schatzkammer der Wildpflanzenvielfalt: Gelber Günsel und Ackerkohl, Guter Heinrich und Erdkastanie – diese und viele weitere botanische Raritäten finden in den Erhaltungsbeeten des LVR-Freilichtmuseums Kommern ein dauerhaftes Zuhause. Möglich wird dies dank des neuen Projektes „Wilde Vielfalt im Museum“, das die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft als Projektträger in Kooperation mit dem Museum umsetzt. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, dem Förderverein Rheinisches Freilichtmuseum Kommern und der Deutschen Postcode Lotterie.

Bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung am vergangenen Donnerstag im LVR-Freilichtmuseum Kommern informierten Prof. Dr. Wolfgang Schumacher, Vorstandsmitglied der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Milena Karabaic, LVR-Dezernentin für Kultur und Landschaftliche Kulturpflege, Mark vom Hofe, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Dr. Jürgen Wegner, Vorsitzender des Fördervereins Rheinisches Freilichtmuseum Kommern, Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft sowie Museumsleiter Dr. Josef Mangold über das im Mai gestartete Projekt.

Schumacher, der die Erhaltung seltener Wildkräuter im LVR-Freilichtmuseum Kommern bereits seit den 80er Jahren wissenschaftlich begleitet, stellte den neuen Ansatz des Projektes vor: „Wilde Vielfalt im Museum vereint zwei Strategien, nämlich die praktische Erhaltung der Arten und ein umfassendes Bildungskonzept für verschiedenste Zielgruppen. Diese Kombination ist vielversprechend, um seltene Arten unserer offenen Kulturlandschaften auch für zukünftige Generationen zu erhalten.“

Milena Karabaic: „Wir freuen uns, dass mit diesem Projekt das Engagement des Museums für den Erhalt der Kulturlandschaft Fortsetzung findet. Das hat es seit seiner Gründung 1958 in Symposien, Initiativen und Dokumentationen bewiesen.“

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Wegner, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins: „Wir freuen uns, »unser« Museum mit einem Beitrag zur Finanzierung dieses großartigen Projekts zu unterstützen. Seit vielen Jahren begleitet der Verein den Einsatz des Museums für die Kulturlandschaft. Wir helfen etwa mit Tierpatenschaften und beim Rückzüchtungsprogramm des KommernSchweins und des Glanviehs. Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich auf den Veranstaltungen des Museums und bei der Gartenpflege in den Ziergärten.“

Thomas Muchow: „Ziel des Projektes ist der dauerhafte Erhalt früher typischer, jedoch heute selten gewordener Wildpflanzen der Dörfer und Äcker. Schon zu Projektbeginn konnten wir im Freilichtmuseum allein im Bereich der Erhaltungsbeete 60 dieser Arten erfassen. 51 hiervon stehen in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten, einige gelten sogar als ausgestorben.“

Außerhalb der Beetkulturen konnten im Museumsgelände bisher 138 Wildkräuter der Dörfer und Äcker nachgewiesen werden, 21 davon gefährdet. Neben den eigens eingerichteten ruderalen Schutzflächen und den Erhaltungsbeeten sollen künftig auch regelmäßig ehrenamtliche Wildkräuterpatinnen und -paten im Freilichtmuseum ausgebildet werden.

Ein neuer Lehrpfad durch das Museum ergänzt die Vermittlung des Projektes. Weitere Angebote, etwa eine „Entdeckungsreise“ für Kinder, Jugendliche und Familien rund um das Thema Wildpflanzen im Museum sind geplant.

Museumsleiter Dr. Mangold: „Vor allem in der Kombination der Projektmodule Erfassen und Erhalten, Sichtbarmachen, Vermitteln und Weitertragen liegt für mich der Mehrwert und die Nachhaltigkeit des Projekts.“

(epa)

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