Hartmut Cremer geht in den Ruhestand

44 Jahre im Einsatz für die Sparkassenfinanzgruppe – Zuletzt war Cremer zehn Jahre lang als Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Euskirchen maßgeblich an der zukunftsweisenden Neuausrichtung des ältesten Kreditinstituts der Region beteiligt

Kurz vor der letzten Verwaltungsratssitzung von Hartmut Cremer stellte sich die führenden Köpfe der Kreissparkasse zum Foto auf: Vorstandsvorsitzender Udo Becker (v.l.), die Vorstandsmitglieder Hartmut Cremer und Holger Glück sowie das designierte Vorstandsmitglied Wolfgang Krüger. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Kurz vor der letzten Verwaltungsratssitzung von Hartmut Cremer stellte sich die führenden Köpfe der Kreissparkasse zum Foto auf: Vorstandsvorsitzender Udo Becker (v.l.), die Vorstandsmitglieder Hartmut Cremer und Holger Glück sowie das designierte Vorstandsmitglied Wolfgang Krüger. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – „Als wir vor rund zehn Jahren gemeinsam an die Arbeit gingen, war uns rasch klar, dass wir die Kreissparkasse schnell und konsequent zukunftsweisend ausrichten und sie quasi neu erfinden mussten“, erinnert sich Udo Becker, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Euskirchen (KSK), an eine besondere Zeit mit Hartmut Cremer. Ab November geht der begeisterte Wohnmobil-Camper, der 44 Jahre der Sparkasse die Treue hielt und eben vor zehn Jahren in den Vorstand der KSK aufrückte, in den Ruhestand. An seine Stelle tritt nun der Bereichsdirektor Unternehmensteuerung, Wolfgang Krüger, in den Vorstand ein.

Becker über die Zeit vor zehn Jahren: „Wir mussten zahlreiche aufbauorganisatorische Neuerungen umsetzen, so haben wir uns eine noch stärkere Kundenorientierung auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehörte es beispielsweise, Kompetenzzentren wie das FirmenkundenCenter, die GewerbekundenCenter, das VermögenskundenCenter, das ImmobilienCenter und die BeratungsCenter in der Fläche zu etablieren.“ Eine durchaus kniffelige Aufgabe in der Zeit, als die Eurokrise ihren Lauf nahm.

Seit 1997 war Hartmut Cremer (v.l.) bei der Kreissparkasse Euskirchen tätig. In den vergangenen zehn Jahren war er dort Vorstandsmitglied. Sein Nachfolger ist Wolfgang Krüger. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Seit 1997 war Hartmut Cremer (v.l.) bei der Kreissparkasse Euskirchen tätig. In den vergangenen zehn Jahren war er dort Vorstandsmitglied. Sein Nachfolger ist Wolfgang Krüger. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

„Um weiterhin eine hohe, nachhaltige Stabilität zu bieten, mussten Risiken, die für manch eine eher gewinnorientierte Bank derzeit lukrativ erschienen, vermieden werden.“ Hartmut Cremer: „Wir sind ja durch die Sparkassenstruktur nicht dem Gewinn, sondern der Allgemeinheit verpflichtet.“ Udo Becker ergänzt: „Gleichzeitig waren und sind wir jedoch gezwungen zu wachsen, die oft kostspieligen technischen Weiterentwicklungen konsequent umzusetzen und zu nutzen, um die Effizienz zu steigern und höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten.“ Der Vorstandsvorsitzende Becker erinnert sich nicht nur aus dieser Phase an viele sehr lange und herausfordernde Arbeitstage mit Hartmut Cremer.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
KSK Euskirchen freut sich über ausgezeichnete Ergebnisse bei der diesjährigen Kundenbefragung

Doch der Einsatz habe sich gelohnt: Mit Cremer an seiner Seite und einem verlässlichen Mitarbeiterstab sei die Kreissparkasse ebenso skandalfrei wie gesund durch die Bankenkrise gekommen. Das alles sei kein 08/15-Job in einem vermeintlich beschaulichen öffentlichen Dienst gewesen, betont Becker: „Für die Bewältigung dieser vielfältigen Herausforderungen brachte Hartmut Cremer jedoch die besten Voraussetzungen mit. Er kannte die Sparkasse durch seine 23-jährige Tätigkeit – allein in unserem Haus – aus dem Eff-Eff und war ihr immer auch sehr persönlich verbunden.“ Daneben habe er messerscharf den umfangreichen Datenhaushalt der Sparkasse analysiert und bewertet: „Unterstützt durch eine Rechenmaschine, deren Ergebnisse er zuweilen auf dem Papierstreifen kontrollierte.“

Cremer sei der Fels in der Brandung in einem immer größer werdenden Meer von Anforderungen der Aufsichtsbehörden gewesen. „In dieser Regulierungsflut haben wir unsere besondere Sicht als Sparkasse in einem ländlich strukturierten Raum auch schon mal bei den entsprechenden Stellen in Düsseldorf mit Eifeler Hartnäckigkeit diskutiert, wenn wir es zum Wohle unserer Kunden und Mitarbeiter für wichtig hielten“, erinnert sich Becker. Als Team habe man den betriebswirtschaftlichen und aufsichtlichen Überblick behalten, habe gemeinsam die Beratung kundenorientiert weiterentwickelt und sei dafür mehrfach ausgezeichnet worden.

Cremer habe trotz all der gestiegenen Anforderungen den Kunden nie aus den Augen verloren. Sämtliche Maßnahmen seien stets genau abgewogen gewesen und hätten dem Wohle der Kunden, der Mitarbeiter und auch der KSK selbst, z. B. im Erhalt der Selbstständigkeit gedient. Becker: „Das alles war unter Berücksichtigung der regulatorischen Anforderungen sowie der schon lang anhaltenden Niedrig- und sogar Negativzinsphase nicht einfach zu realisieren.“

Bei seinen vielfältigen repräsentativen Verpflichtungen habe sich Cremer vor allem für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt, sei es für die inklusive Fair-Play-Fahrradtour, die Kinder-Ferienfreizeitangebote der Städte und Gemeinden, als Lesepate in Grundschulen oder auch – im Wechsel – bei der vorstandsseitigen Begleitung der jährlichen PS-Auslosung. Nicht zuletzt sei Cremer bis heute Vorsitzender des Fördervereins der Irena-Sendler-Förderschule.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Einblicke in Schülerseelen während der Pandemie

Auch für die Auszubildenden hatte Cremer stets ein offenes Ohr und motivierte sie, sich von Anfang ihrer Ausbildung an zu engagieren, als er sich etwa an einem ersten Tag der „Neuen“ mit folgenden Worten an sie richtete: „Ihnen stehen alle Türen offen, ob Sie beispielsweise lieber in der Organisation oder in der Kundenbetreuung arbeiten wollen: Die Kreissparkasse bietet sehr viele Möglichkeiten für unterschiedliche und interessante Jobs an.“

Seine enormen Rechenkünste brachten ihm den liebevollen Spitznamen „Graf Zahl“ ein. Die Kollegen schätzten an Hartmut Cremer vor allem seinen trockenen Humor und seine stets freundliche Kollegialität. Seine neu gewonnene freie Zeit will das scheidende Vorstandsmitglied vor allem mit seiner Frau Angelika beim Wandern und E-Bike-Fahren an der Mosel oder im Schwarzwald verbringen, wenn es nicht gerade mit dem Wohnmobil auf eine größere Reise geht.

Cremers Nachfolger Wolfgang Krüger ist bereits seit 1982 bei der KSK tätig. Von 1985 bis 1994 leitete er verschiedene Geschäftsstellen, zunächst in Lechenich, dann in der Euskirchener Weststadt und schließlich in Zülpich. Der derzeitige Bereichsdirektor Unternehmensteuerung, der seit 2013 bereits als Verhinderungsvertreter des Vorstands tätig ist, nimmt sein neues Amt am 1. November auf.

Zur Person:

Hartmut Cremer hat seine Ausbildung zum Bankkaufmann am 1. August 1976 bei der Kreissparkasse Düren begonnen und legte im Dezember 1981 seine Sparkassenfachprüfung sowie 1988 das Verbandsprüferexamen ab. Bis März 1986 war er bei der Kreissparkasse Düren tätig, wechselte dann zum Rheinischen Sparkassen- und Giroverband (RSGV) und kam am 1. August 1997 zur Kreissparkasse Euskirchen (KSK). Dort war er bis zum Jahr 2000 stellvertretender Leiter der Innenrevision, bevor er Revisionsdirektor wurde. Von Januar 2002 an leitete er den Zentralbereich Unternehmenssteuerung und von 2003 bis 2010 war er Verhinderungsvertreter des Vorstands, bevor er am 1. Juli 2010 stellvertretendes Vorstandsmitglied und schließlich am 1. November 2010 Vorstandsmitglied wurde.

Eifeler Presse Agentur/epa

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ten − 5 =