Gemünd: Linde am Nepomukplatz soll gefällt werden

Bürgermeister Ingo Pfennings vor der alten Linde in Gemünd. Trotz großer Anstrengungen konnte dem Bürgerwunsch nicht entsprochen werden. Bild: Kerstin Wielspütz/Stadt Schleiden
Bürgermeister Ingo Pfennings vor der alten Linde in Gemünd. Trotz großer Anstrengungen habe man dem Bürgerwunsch, den Baum zu erhalten, nicht erfüllen können. Bild: Kerstin Wielspütz/Stadt Schleiden

Gefahr für Bauarbeiter sei zu groß, teilt die Stadt Schleiden mit, es drohe ein Grundbruch

Schleiden-Gemünd – Die letzte verbliebene Linde auf dem Platz „Am Nepomuk“ soll nun doch gefällt werden. Die Gefahr für die Bauarbeiter sei zu groß, teilt die Stadt Schleiden mit. Der alte Baum drohe samt Mauer und Erdreich in die Urft zu rutschen. Bei zwei Bürgerversammlungen hätten sich die Gemünder Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich gewünscht, dass die alte Linde auf dem Platz „Am Nepomuk“ verbleibe. Diesem Wunsch sei die Verwaltung nachgekommen und habe bislang alles daran gesetzt, den Baum zu erhalten.

„Als die Baufirma anrückte, erhielt der Baumstamm einen schützenden Brettermantel mit Polsterung gegen mechanische Schäden. Weiterhin wurde ein großräumiger Zaun um die Linde gebaut, um die Wurzeln zu schützen und den stammnahen Boden nicht zu verdichten. Die anschließenden Kanalarbeiten auf dem Platz rund um die Linde hat der Baum gut überstanden“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Schleiden.

Für den Aufbau der neuen Stützwände am Ufer von Urft und Olef sei in der Planung vorgesehen gewesen, die alte Ufermauer im unmittelbaren Bereich des Baumes zu belassen, um die Standsicherheit zu erhöhen. Bei den Ausschachtungsarbeiten hätten sich jedoch unvorhersehbare Zustände gezeigt: Das Wurzelwerk der Linde habe das alte Mauerwerk im unteren verborgenen Teil komplett durchdrungen und den Mauerwerksverbund gelöst.

„Die alte Mauer gründet auch nicht so tief, wie ursprünglich angenommen, sondern steht ohne Fundament auf einer alten Kiesbettung. Diese Kiesschicht bildet nun eine Gleitschicht zwischen Mauer und einer ungünstig geschichteten Schiefer-Felsbank“, heißt es weiter.

Die neue Stützwand müsse aus statischen Gründen 1,70 Meter tiefer gründen. Hierzu seien weitere erforderliche Ausschachtungsarbeiten notwendig, bei denen ein Grundbruch drohe. Dabei würde die alte Mauer samt Baum und Erdreich in die Urft rutschen. Eine horizontale Abstützung könne die Mauer und den Baum nicht halten. Auch eine aufwendige Lösung mit Bohrpfählen zur Sicherung des Baumes würde nicht zum Erfolg führen, da bereits das Bohrgestänge die Baumkrone weitestgehend beschädigen würde.

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Der zu Rate gezogene Bodengutachter Dipl. Ing. Bernd Harth sei nach eingehender Beratung mit dem beauftragten Ingenieurbüro C+K und dem zuständigen Teamleiter der Stadt Schleiden, Rolf Jöbges, zum traurigen Ergebnis gekommen, dass die alte Linde nicht zu halten sei. „Die Gefährdung für die Bauarbeiter, die in diesem Bereich arbeiten müssen, ist durch die Gefahr des Abrutschens von tonnenschwerem Erdreich samt Wurzelwerk und Baum viel zu groß. Derzeit ist daher jegliche Arbeit für Mensch und Maschine in dem Gefahrbereich untersagt“, wird Rolf Jöbges zitiert.

Bürgermeister Pfennings habe sich aufgrund der Entwicklung, dass die Linde zeitnah gefällt werden müsse, betroffen gezeigt, schließlich habe man seitens Baufirmen und Verwaltung alles dafür getan, dass der Baum erhalten und somit dem Wunsch der Bürgerversammlung entsprochen werden könne. „Beginnend mit einem Baumgutachten, um vorab die Chance des Überlebens des Baumes im Zuge der Baumaßnahmen zu bewerten, gefolgt von baulichen Schutzmaßnahmen für den Baum und einem sehr vorsichtigen Vorgehen bei den an diesen angrenzenden Baumaßnahmen sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, an dem die Beschaffenheit des Bodens leider all unsere Bemühungen zu Nichte macht. Die als letzte Hoffnung durchgeführten Boden- und Statikgutachten sprechen eine so deutliche Sprache, dass die Linde aus Sicherheitsgründen zeitnah gefällt wird.“ Als Ersatzbepflanzung werde an dieser Stelle eine neue Linde vorgesehen, die bereits etwas größer sein solle, als dies bei normalen Neupflanzungen der Fall sei. (epa)

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