NABU ruft zur Vogelzählung auf

Stunde der Wintervögel – Größte wissenschaftliche Mitmachaktion in Deutschland

Haussperlinge freuen sich gerade bei geschlossener Schneedecke über eine Futtersäule. Foto; Günter Lessenich/NABU Euskirchen
Haussperlinge freuen sich gerade bei geschlossener Schneedecke über eine Futtersäule. Foto; Günter Lessenich/NABU Euskirchen

Kreis Euskirchen – Um Zählen gefiederter Freunde bittet der NABU (Naturschutzbund Deutschland) bei der „Stunde der Wintervögel“:  Am Wochenende 8. Januar bis 10. Januar sind Vogelfreundinnen und -freunde, Eltern mit ihren Kindern und Großeltern mit ihren Enkeln dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden.

Bereits zum elften Mal wird die Aktion vom NABU organisiert. Uwe Wedegärtner, Vorstandsmitglied des NABU Euskirchen: „Jeder kann mithelfen an dieser größten wissenschaftlichen Mitmachaktion in Deutschland. Machen Sie aus der Stunde der Wintervögel ein familiäres Ereignis, natürlich unter Beachtung der aktuell gültigen Corona-Regeln.“

Darüber hinaus können die schönsten Erlebnisse bei der Zählung der Gartenvögel an Ornithologie@NABU-Euskirchen.de gesendet werden. 2020 hatten sich deutschlandweit an der Aktion mehr als 143.000 Menschen beteiligt. In NRW hatten rund 28.000 Vogelfreunde mehr als 530.000 Vögel gezählt.

„Im Kreis Euskirchen freuen wir uns seit Jahren über steigendeTeilnehmerzahlen. Im vergangenen Jahr hatten 488 Vogelfreunde und -freundinnen an der Aktion teilgenommen“ so Günter Lessenich, Beisitzer im Vorstand und Mitbegründer des Forum Ornithologie im NABU Euskirchen.

Experten des NABU können aus der langjährigen Beobachtung wichtige Rückschlüsse auf die Entwicklung der Vogelarten in unserer unmittelbaren Umgebung, in unseren Gärten, ziehen. So führte eine lange Reihe zunehmend milder Winter zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

„Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Winter der Blaumeise“, so Christian Härting, Vogelschutzexperte des NABU NRW, „im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen.“ Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Experten ist es wichtig herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.

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Dass die winterlichen Gartenvögel zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands gehören, zeigt der aktuelle Zwischenstand bei der ersten öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel und Haussperling stehen allein vier Wintervögel in den Top Ten. Auch die Blaumeise auf Rang elf und der Star auf Rang 14 haben noch gute Chancen auf die Stichwahl, die unter den zehn ersten Plätzen stattfindet. Schon weit über 100.000 Menschen haben bisher ihren gefiederten Favoriten nominiert. Bis zum 15. Dezember wurden die Vorschläge für die Vorwahl abgegeben. Der NABU ging mit zwei Vorschlägen ins Rennen, dem Schwarzstorch und dem Kolkraben. Leider landeten sie nicht unter den besten Zehn. Nach der Stunde der Wintervögel beginnt dann ab dem 18. Januar die Hauptwahl unter den Top Ten.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Die Schulstunde der Wintervögel soll vom 11. bis 15. Januar stattfinden, sofern es die derzeitigen Corona-Regelungen erlaubt. Die Klassen und Gruppen können an der NABU-Vogelzählung teilnehmen und ihre Zählergebnisse bis 18. Januar einsenden oder unter www.NABU.de/onlinemeldung eingeben. Unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw.

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(epa)

 

 

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