Heimat-Ministerin Scharrenbach: „Gemeinde Kall ist uns lieb und teuer“

NRW-Ministerin überreichte drei Förderbescheide in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro für Bauprojekte in Kall – Bürgermeister Hermann-Josef Esser: „Mit diesen Fördergeldern können wir die Lebensqualität und das Miteinander in der ländlichen Region deutlich verbessern“

Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach hatte gleich drei Förderbescheide mit nach Keldenich gebracht. Begrüßt wurde sie vor der Traditionsgaststätte „Bei Kathi“ von Dr. Ralf Nolten MdL (v.l.), Bürgermeister Hermann-Josef Esser, Ratsmitglied Bert Spilles, Dr. Arno Lehmkühler (Vorsitzender Keldenicher Dorfgemeinschaft), Klaus Voussem MdL, Altbürgermeister Hans Kaiser und Hans Reiff (Ortsvorsteher Wallenthal). Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach hatte gleich drei Förderbescheide mit nach Keldenich gebracht. Begrüßt wurde sie vor der Traditionsgaststätte „Bei Kathi“ von Dr. Ralf Nolten MdL (v.l.), Bürgermeister Hermann-Josef Esser, Ratsmitglied Bert Spilles, Dr. Arno Lehmkühler (Vorsitzender Keldenicher Dorfgemeinschaft), Klaus Voussem MdL, Altbürgermeister Hans Kaiser und Hans Reiff (Ortsvorsteher Wallenthal). Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall-Keldenich – Für Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, war es fast schon ein Heimspiel. Mit den Worten: „Da bin ich wieder“, begrüßte sie am Freitagnachmittag die Anwesenden im Saal der ehemaligen Gaststätte „Bei Kathi“, um gleich drei Förderbescheide für bauliche Vorhaben in der Gemeinde Kall mit einer Gesamtsumme von knapp 2,3 Millionen Euro zu überbringen. Die Ministerin war erst ein Jahr zuvor in Keldenich gewesen, damals überbrachte sie Förderbescheide für die Bürgerhäuser Sistig und Sötenich. „Wir haben Sie in den vergangenen Jahren mit rund fünf Millionen Euro unterstützt, so dass ich sagen kann: Die Gemeinde Kall ist uns lieb und teuer“, so die Heimat-Ministerin augenzwinkernd.

Begrüßt wurde die Überbringerin guter Botschaften in Keldenich von Bürgermeister Hermann-Josef Esser, den beiden Landtagsmitgliedern Dr. Ralf Nolten und Klaus Voussem, Vertretern der Ratsfraktionen sowie nicht zuletzt dem Vorsitzenden der Keldenicher Dorfgemeinschaft, Dr. Arno Lehmkühler, und dem Wallenthaler Ortsvorsteher Hans Reiff. Auch Altbürgermeister Hans Kaiser hatte sich zur Übergabe eingefunden.

Bei ihrem Besuch in Keldenich bat Bürgermeister Hermann-Josef Esser die Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach um einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Kall. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bei ihrem Besuch in Keldenich bat Bürgermeister Hermann-Josef Esser die Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach um einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Kall. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Ministerin berichtete, dass das, was in Keldenich geschehe, derzeit symptomatisch für den ländlichen Raum sei: „Die letzten Kneipen schließen, es gibt keine Nachfolger mehr und damit verschwinden auch die Räume zum Sammeln und Versammeln.“ Diese Räume seien jedoch enorm wichtig, da viele gute Ideen, die eine Dorfgemeinschaft nach vorne brächten, an der Theke entstünden.

Nach vorn gebracht wird die Gemeinde Kall aber auch durch die Förderbescheide, die die Ministerin im Gepäck hatte. Dabei handelte es sich zunächst um zwei Bescheide aus dem NRW-Landesprogramm „Dorferneuerung 2021“, für Keldenich in einer Kombination mit Fördergeldern aus dem Heimat-Fonds. Denn für die Gaststätte „Bei Kathi“ gab es noch eine Finanzierungslücke in Sachen Erwerb der Immobilie. Somit stehen für das neue Dorfgemeinschaftshaus in Keldenich jetzt gut 100.000 Euro und für die Sanierung des Dorfsaals Wallenthal weitere 56.000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus durfte sich Bürgermeister Hermann-Josef Esser über 2,12 Millionen Euro aus dem Städtebauprojekt (Maßnahme „Lebendige Zentren“) für den geplanten Urftauenpark freuen.

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Esser bedankte sich mit einem großen Blumenstrauß bei Ina Scharrenbach. „Mit diesen Fördergeldern trägt das Land dazu bei, dass wir die Lebensqualität und das Miteinander in der ländlichen Region deutlich verbessern können“, so der Bürgermeister, der sich begeistert zeigte über die „enorme Präsenz“ der Ministerin in Städten und Gemeinden. Er lobte ihr stets offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Das Dorfgemeinschaftshaus Keldenich soll zu einem multikulturellen Versammlungs- und Veranstaltungsort werden. Hierzu sind eine Grundsanierung des Saales sowie die Umsetzung von Brand- und Schallschutzmaßnahmen nötig. Nicht zuletzt muss die elektrische Installation erneuert und auf LED-Technik umgerüstet werden. Auch die Ausstattung soll ein „Update“ erhalten.

Heimat-Ministerin Ina Scharrenbach hatte gleich drei Förderbescheide mit nach Keldenich gebracht. Begrüßt wurde sie vor der Traditionsgaststätte „Bei Kathi“ von Dr. Ralf Nolten MdL (v.l.), Für die in Kall gern gesehene Ministerin gab es am Ende der Veranstaltung einen Blumenstrauß vom Bürgermeister. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Für die in Kall gern gesehene Ministerin gab es am Ende der Veranstaltung einen Blumenstrauß vom Bürgermeister. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dank zollte der Bürgermeister auch dem Engagement des Dorfgemeinschaftsvorsitzenden Dr. Arno Lehmkühler und seinen Mitstreiter/innen sowie des Wallenthaler Ortsvorstehers Hans Reiff. Letzterer habe sowohl den Gemeinderat als auch das Land davon überzeugt, dass eine Teilsanierung des Dorfsaals in Wallenthal sowie ein Anbau als Projekt „Vereine-Raum“ förderungswürdig sei. Da der „Eifeler Alpenhof“ in Zukunft nicht mehr für das Vereinsleben zur Verfügung stehe, solle der Anbau dazu dienen, dass man sich auch in kleinerer Runde treffen könne, ohne, dass der ganze Dorfsaal aufgeheizt werden müsse. Eine Wirtschaft, die einmal in der Woche geöffnet hat, ein Café sowie Senioren- und Kindernachmittage stehen mit auf der Wunschliste der Dorfbevölkerung. Des Weiteren will man die maroden Toilettenanlagen in der Dorfhalle sanieren. Die Dorfhalle wurde in den 1950er Jahren ohne staatliche Zuschüsse nur durch Eigenmittel errichtet. Die Förderquote beider Projekte in Keldenich und Wallenthal liegt bei jeweils 65 Prozent.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser hatte einiges an Schreibarbeit zu erledigen, bevor er die Förderbescheide ausgehändigt bekam. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Bürgermeister Hermann-Josef Esser hatte einiges an Schreibarbeit zu erledigen, bevor er die Förderbescheide ausgehändigt bekam. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die größte vom Land zur Verfügung gestellte Summe von 2,1 Millionen Euro fließt im Wesentlichen in die Realisierung des Urftauenparks. Damit übernimmt das Land 60 Prozent der geplanten Investitionskosten von insgesamt 3,5 Millionen Euro. Im Rahmen dieser Maßnahme sollen, wie bereits der Öffentlichkeit vorgestellt, in einem ersten Bauabschnitt unter anderem hinter dem Hallenbad im Kernort ein Spielplatz und ein Fitness-Platz entstehen, sowie später weitere Freizeiteinrichtungen und ein Wasserspielplatz am Ufer der Urft. Während der Urftauenpark noch ein wenig Zeit benötigt, plant man in den Dorfgemeinschaften die Baumaßnahmen bis Ende nächsten Jahres umgesetzt zu haben.

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Dr. Arno Lehmkühler bedankte sich abschließend noch einmal besonders bei der Ministerin und nannte sie einen Menschen, der gut zuhören könne. Ein weiterer Dank ging an Dr. Ralf Nolten (MdL), von dem man in Keldenich eine außergewöhnlich große Unterstützung in Rat und Tat erfahren habe.

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