Neues Wasserbett für schwerstpflegebedürftige Kinder

Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich und die Kreissparkasse Euskirchen sponserten der Langzeitpflegeeinrichtung des Sozialwerks „Communio in Christo“ gemeinsam ein neues Therapiebett

Mit Hilfe von Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich (sitzend, rechts) sowie der KSK Euskirchen, vertreten durch Rainer Santema (2.v.l.) und Harald Latz (1.v.l.), konnte jetzt für die Langzeitpflegeinrichtung des Sozialwerks „Communio in Christo“ ein neues Wasserbett angeschafft werden, das für Kinder wie die fünfjährige schwerbehinderte Marie (Namen geändert) enorm wichtig ist. Geschäftsführer Norbert Arnold (rechts), Einrichtungsleiterin Sonja Plönnes (2.v.r) sowie die Leiterin des Sozialtherapeutischen Dienstes, Maria Scheidtweiler (sitzend links), stellten das Bett den Sponsoren vor. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit Hilfe von Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich (sitzend, rechts) sowie der KSK Euskirchen, vertreten durch Rainer Santema (2.v.l.) und Harald Latz (1.v.l.), konnte jetzt für die Langzeitpflegeinrichtung des Sozialwerks „Communio in Christo“ ein neues Wasserbett angeschafft werden, das für Kinder wie die fünfjährige schwerbehinderte Marie (Namen geändert) enorm wichtig ist. Geschäftsführer Norbert Arnold (rechts), Einrichtungsleiterin Sonja Plönnes (2.v.r) sowie die Leiterin des Sozialtherapeutischen Dienstes, Maria Scheidtweiler (sitzend links), stellten das Bett den Sponsoren vor. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Mechernich – Das Kernstück des Sozialwerks „Communio in Christo“ ist die Langzeitpflegeeinrichtung für schwerstpflegebedürftige Menschen an der Bruchgasse in Mechernich. Seit über 30 Jahren werden hier Zeichen der Mitmenschlichkeit gesetzt, die weit über das hinausgehen, was man „Patientenversorgung“ nennen könnte. Im Grunde genommen gibt es hier gar keine Patienten, sondern nur Bewohner, die einen Querschnitt der Gesellschaft abbilden: Männer, Frauen, Kinder, Kleinkinder, Menschen unterschiedlicher Nationalität, unterschiedlicher Religion, unterschiedlicher Hautfarbe. Niemand wird abgewiesen, jeder ist willkommen in der Einrichtung, die über gut 100 Plätze verfügt.

In Mechernich trifft man auf Menschen, die 24 Stunden am Tag beatmet werden müssen, Menschen mit fortgeschrittenen neurologischen und schweren körperlichen und geistigen Erkrankungen. Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt gerade mal bei 40 Jahren. Neben der pflegerischen und medizinischen Versorgung kümmert sich eine elfköpfige Gruppe festangestellter Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten, Heilpädagogen, Logopäden, Psychologen und Musiktherapeuten um die psychischen, physischen und motorischen Ressourcen der Bewohner. „Durch dieses professionelle Training möchten wir die Fähigkeiten unserer Bewohner verbessern oder doch zumindest erhalten“, so Geschäftsführer Norbert Arnold.

Dazu benötige man jedoch nicht nur erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch das entsprechende Equipment. Zum Beispiel ein Wasserbett. Ein solches hat in den letzten 20 Jahren in der Pflegeinrichtung täglich seinen Dienst getan und Dutzenden von Kindern mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma oder anderen Beeinträchtigungen unter anderem dabei geholfen, motorische Grunderfahrungen zu sammeln, doch jetzt ist dieses Bett in die Jahre gekommen und musste daher dringend ausgetauscht werden. Nun sei es aber nicht so, dass man als Pflegeinrichtung einfach ein neues Therapiebett bei der Krankenkasse beantragen könne, berichtete Arnold. Also habe man nach einer anderen Finanzierungsmöglichkeit Ausschau gehalten. Und die war schnell gefunden.

Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich sagte zu, die Hälfte der Kosten von insgesamt gut 5000 Euro durch ihre Stiftung übernehmen zu wollen. Fehlten also noch 2500 Euro. Hier ließ sich die Kreissparkasse Euskirchen nicht lange bitten und stellte die entsprechenden Mittel aus dem PS-Zweckertrag bereit, dabei handelt es sich um den Spendenanteil der PS-Lose. Am Montag durften sich die freundlichen Spender bei der Communio vor Ort anschauen, was es mit dem von ihnen finanzierten Wasserbett auf sich hat.

Die Leiterin des Sozialtherapeutischen Dienstes, Diplom-Psychologin Maria Scheidtweiler, stellte Gräfin Beissel sowie Rainer Santema, Abteilungsleiter S-FirmenCenter, und Harald Latz, Kundenbetreuer S-FirmenCenter, die Neuanschaffung im sogenannten „reizarmen Raum“ der Einrichtung vor. „Unsere Kinder sind im Alltag mit vielen Reizen konfrontiert, die sie nicht einfach ausblenden können. Oft haben beeinträchtigte Menschen Probleme, die aufgenommen Reize zu deuten und zu verstehen, was sehr belastend sein kann. Der »reizarme Raum« soll den Kindern einen Rückzugsort bieten, in dem einzelne Reize so dosiert dargeboten werden, dass sie verarbeitet werden können. Die entspannte Lage auf dem Wasserbett hilft dabei, sich auf einzelne Eindrücke zu konzentrieren und damit therapeutisch zu arbeiten“, so Scheidtweiler. Dabei erwies sich das Wasserbett zum Erstaunen der Gäste auch als „Musikwasserbett“, da es die Vibrationen eines abgespielten Musikstücks spürbar werden lassen kann. Die Nutzung des Wasserbetts kann bei Kindern vieles bewirken. Neben angenehmen Wahrnehmungen von Wärme, Klängen und Vibrationen können die Kinder selber durch kleinste Bewegungen ein angenehmes Schaukeln auslösen, was das Erleben von Selbstwirksamkeit ermöglicht. Auf dem Wasserbett können die Kinder Entspannung und Geborgenheit erfahren. Wenn in dieser entspannten Atmosphäre dann noch jemand eine Geschichte vorliest, dann kann man sich vorstellen, dass eine insgesamt beruhigende und krampflösende Wirkung eintritt.

„Wir betreuen Kinder, mit angeborenen Mehrfachbehinderungen oder Kinder die an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma leiden, diesen Kindern Ruhe zu vermitteln ist enorm wichtig“, so Scheidtweiler.

Geschäftsführer Norbert Arnold und Einrichtungsleiterin Sonja Plönnes bedankten sich sehr herzlich bei den Sponsoren. „Wir bekommen viele Dinge nicht refinanziert und sind daher auf Spenden angewiesen“, so Arnold, der daran erinnerte, dass die KSK und die Gräfin Beissel die Pflegeeinrichtung schon seit vielen Jahren unterstützten, außerdem fühle man sich mit Kundenbetreuer Harald Latz gut beraten. Rainer Santema betonte, dass die KSK der Communio auch weiterhin nach Kräften unter die Arme greifen wolle. Den Dank für die Spende gab er allerdings mit den Worten zurück: „Wir sagen Ihnen Dank, Dank dafür, dass Sie sich um die Bewohner in diesem Haus so gut kümmern.“

Für Gräfin Beissel und ihre gleichnamige Stiftung ist es enorm wichtig, Kindern und Jugendlichen, die in ihren Familien unfassbares Leid, Gewalt, Missbrauch oder Verwahrlosung erlebt haben, zu helfen. „Man kann ja gar nicht genug tun“, weiß die couragierte Gräfin, die mit dem LVR und den regionalen Jugendämtern zusammenarbeitet, um sicher zu gehen, dass ihre Spenden auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

„Viele Menschen, die hierher kommen, haben bereits einen langen Leidensweg hinter sich“, berichtete Sonja Plönnes. „Hier treffen sie zum ersten Mal auf Menschen, die ähnliche Schicksale haben. Sie schließen Freundschaften, die Lebensqualität steigt wieder, die Pflegeeinrichtung wird ihr Zuhause.“ Einige Patienten lebten in der Einrichtung für viele Jahre. Da sei es wichtig, auch gemeinsam die jahreszeitlichen Feste zu feiern, Normalität zuzulassen, Cocktail-Partys und Karneval zu feiern oder einen Abend mit Burgern und Pommes auf die Beine zu stellen.

„Mancher blüht hier auf, hier gibt es nicht nur Leid, sondern auch ganz viele Lebensfreude und Spaß“, so Arnold. Für Menschen, die die Einrichtung das erste Mal besuchten, wirke vieles befremdlich. So sei es ihm selber vor vielen Jahren auch ergangen. Aber man müsse sich trauen, hinzuschauen, die Menschen soweit es geht in den normalen Alltag zu integrieren und versuchen, Berührungsängste abzubauen. „Es gibt Menschen, die besuchen hier jahrelang ihre Angehörigen und kommen nach deren Tod immer noch regelmäßig vorbei, weil sie es gewohnt sind, den Nachmittag bei uns zu verbringen“, so Plönnes. „Manche aber kommen nur ein paar Mal und dann nicht wieder, weil sie mit der Situation, plötzlich einen pflegebedürftigen Angehörigen zu haben, nicht klarkommen. Auch das gibt es. Auch das muss man akzeptieren.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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