Große Hilfe für die Helfer

Von Reiner Züll Unterstützung für den Löschzug Kall aus dem ganzen Land – Eine private Spenden-Aktion von Jana Kurtensiefen erbrachte stolze Summe von 18.700 Euro – Auch Mitarbeiter der Techniker-Krankenkasse Freiburg spendeten – Im sächsischen Ostrau veranstaltete die Feuerwehr einen großen Benefiz-Abend für die Kollegen aus Kall

Eine Spende in  Höhe von 1500 Euro übergab Simon Ott (links) aus Freiburg an den Kaller Löschzugführer Daniel Rütz. Foto: Reiner Züll
Eine Spende in Höhe von 1500 Euro übergab Simon Ott (links) aus Freiburg an den Kaller Löschzugführer Daniel Rütz. Foto: Reiner Züll

Kall – 5000 Euro war ihr Ziel, als Jana Kurtensiefen nach der Flutkatastrophe in der Nacht zum 15 Juli auf dem Internetportal Facebook zu einer Spendenaktion für die Kaller Feuerwehr aufrief, die tagelang im Fluteinsatz gewesen war. Denn Hilfe für die Feuerwehr war vonnöten. Etwa 25 Wehrmitglieder verloren in der Nacht ihre vor dem Gerätehaus abgestellten Fahrzeuge und auch das Gerätehaus selbst war von dem schlimmen Hochwasser zwei Meter hoch überflutet worden, wobei die komplette Einrichtung zerstört worden war.

Da war der Vorstand des Löschzuges Kall platt: Jana Kurtensiefen übergab den Scheck über 18.700 Euro an Löachzugführer Daniel Rütz (links). Nach der Hochwasser-Katastrophe hatte die junge Frau zu einer Spendenaktion für die Kaller Feuerlöscher aufgerufen. Erfolgreich wie sich bei der Spendenübergabe zeigte. Foto: Reiner Züll

Jana Kurtensiefen gehörte in den Tagen nach dem Hochwasser zu den vielen Freiwilligen, die das Gerätehaus vom Schlamm befreiten und das zerstörte Inventar herausschafften. Von Tag zu Tag wuchs auch die Spendensumme auf dem Sonderkonto, aus ganz Deutschland wurden Überweisungen mit Dankesbotschaften an die Rettungskräfte gesandt.

Das Ziel von 5000 Euro war schon nach wenigen Tagen erreicht worden. Nach gut fünf Wochen waren es 18.700 Euro, die die junge Frau am 30. August symbolisch an den Löschzugführer Daniel Rütz und dessen Vorstandskollegen übergeben konnte.

Anlässlich des Benefiz-Abend hatte die Feuerwehr Ostrau auch ihre Einsatzfahrzeuge ausgestellt, was natürlich das Interesse der Kaller Kollegen weckte. Foto: Tom Bork

Das Geld war schon  Tage vor der Übergabe an die Feuerwehr überwiesen worden, die von dem umgehend erste Investitionen im Sinne der Sicherheit tätigte. Als erste Anschaffung wurden für alle Einsatzkräfte der Kaller Wehr leistungsstarke und ex-geschützte Knickkopflampen gekauft. Eine nützliche Anschaffung, wie auch die anwesenden Vorstandsmitglieder Christian Wirtz, Michael Knie, Jan Lünebach und  Moritz Wirtz bestätigten.

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„Gerade jetzt durch die Hochwasserkatastrophe und den damit verbundenen Stromausfällen ist noch einmal deutlich geworden wie wichtig solche Lampen sind“, erklärte Löschzugführer Rütz bei der Übergabe des Spendenschecks. Dank dieser Lampen habe jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau im Einsatz seine eigene, unabhängige Lichtquelle mit dabei. „So kann mehr Licht, mehr Sicht und somit auch mehr Sicherheit hergestellt werden“, so Rütz.

Freundschaft besiegelten der Kaller Löschzugführer Daniel Rütz (rechts) und der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Ostrau, Mario Thomas. Foto: Tom Bork

Am Abend der Scheckübergabe überraschte ein alter Kaller, der seit zehn Jahren in Freiburg wohnt, die Kaller Wehr mit einem weiteren Spendenscheck über 1500 Euro. Es war Simon Ott, der als Kundenberater bei der Techniker-Krankenkasse in Freiburg tätig ist. Als er bei Facebook die schlimmen Folgen der Flut in Kall und die tagelangen Einsätze der Feuerwehr verfolgt habe, sei für ihn klar gewesen, den Flutopfern in seinem Heimatort zu helfen. „Vor denen kann man nur den Hut ziehen“, so Ott.

Als Gastgeschenk hatten die Kaller eine Schiefertafel mitgebracht, auf der die beiden Orte Kall und Ostrau in dem Umrissen einer Deutschlandkarte mit einem Feuerwehr-Knoten verbunden sind. Foto: Reiner Züll

Von seinem Chef habe er die Genehmigung bekommen, das Personal der Krankenkasse zu einer Spendenaktion für drei Kaller Projekte aufgerufen. Dabei habe er jedem Spender freigestellt, ob er für das Schullandheim in Urft, für die Gemeinde Kall oder für den Löschzug Kall spenden wolle. „Mir war wichtig, dass das Geld auch direkt dort ankommt, wo es gebraucht wird“, so Simon Ott. Und es sei viel Geld zusammengekommen. Für das Schullandheim 1000 Euro, für die Gemeinde Kall 1300 Euro und für den Löschzug Kall 1500 Euro.

Eine Hilfe aus dem fernen Ostrau in Sachsen führte letzte Woche zum Entstehen einer neuen Freundschaft. Nachdem die Mitglieder Feuerwehr in Ostrau von dem schlimmen Hochwasser bin Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und der Zerstörung des Kaller Gerätehauses erfahren hatten, starteten die Feuerwehr-Kollegen in Sachsen unter dem Motto „Wir wollen helfen“ eine Spendenaktion. Vor dem Gerätehaus in Ostrau organisierte die Wehr für den 28. August unter anderem eine Fahrzeugausstellung und einen großen Benefiz-Abend mit Diskothek und Tanzdarbietungen.

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„Da fahren wir hin“, stand für Kalls Löschzugführer Daniel Rütz schnell fest, und so reiste eine knapp 20-köpfige Mannschaft in der Nacht zum 28. August von Kall zum Benefiz-Abend ins rund 700 Kilometer entfernte Ostrau. Als Gastgeschenk hatte Rütz eine Schieferplatte im Gepäck, die die Aufschrift „Hochwasser 2021“ trägt und die die Umrisse Deutschlands und die beiden durch ein Seil mit einem Feuerwehr-Knoten verbundenen Standorte Kall und Ostrau zeigt. Das Gastgeschenk aus der Eifel übergab Daniel Rütz an den Vorsitzenden des Ostrauer Feuerwehr-Fördervereins, Mario Thomas, der in dem Besuch der Kaller Kollegen den Grundstein für eine zukünftige Verbundenheit und Freundschaft sah.

Thomas: „ Als wir den Hilferuf der Kaller Kameraden nach dem Hochwasser in NRW auf Facebook entdeckten und die Fotos vom zerstörten Gerätehaus und den überfluteten Privatwagen der Einsatzkräfte sahen, war für uns klar, dass wir helfen wollten“. Weil man aber nicht einfach zum Helfen nach Kall hätte fahren können, habe man den Weg der Spendenaktion gewählt.

Die Kaller erlebten in Sachsen einen kameradschaftlichen Abend, in dessen Verlauf auch der dortige Bürgermeister Dirk Schilling die Gäste aus der Eifel willkommen hieß. Es seien auch bei der Gemeinde bereits Spenden eingegangen und weitere würden erwartet. Auch Firmen hätten sich für die gute Sache als Sponsoren beteiligt.

Die beiden Wehren sicherten sich gegenseitige zu, die Verbindung von Kall nach Ostrau aufrecht zu erhalten. Sobald die Spendenaktion abgeschlossen sei, werde es ein Wiedersehen geben. Und zwar im Oktober in Kall, wenn die Kollegen aus Sachsen den Erlös der Aktion beim Kameradschaftsabend des Löschzuges Kall übergeben werden.

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