NEW-Beschäftigte kreieren eigene „To-Go-Tassen“

Pfandsystem sorgt für Nachhaltigkeit – Jede Tasse wurde künstlerisch verschönert und ist ein Unikat

Präsentation Stolz präsentierten die NEW-Beschäftigten ihre künstlerisch gestalteten „To-Go-Tassen“. Bild: Sabine Mey/NEW
Präsentation Stolz präsentierten die NEW-Beschäftigten ihre künstlerisch gestalteten „To-Go-Tassen“. Bild: Sabine Mey/NEW

Euskirchen – Die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung Deutschland sieht vor, Verpackungsmüll in den nächsten Jahren immer weiter einzudämmen. Denn jedes Jahr werden weltweit mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere eingetragen. Rund 85 Prozent des Meeresmülls besteht aus Kunststoffen. Auch Nord- und Ostsee sind davon betroffen. Im Wasser zerbröselt der Plastikabfall mit der Zeit zu kleinsten Teilchen. Er verbleibt auf unbestimmte Zeit in der Umwelt. Der Müll ist die Ursache für den qualvollen Tod vieler Meereslebewesen. Fische und Vögel verhungern, wenn sie zu viele kleine Plastikteile verschluckt haben.

Vermittels Eintauchtechnik bekamen die Tassen jede für sich ein individuelles Farbmuster. Bild: Sabine Mey/NEW
Vermittels Eintauchtechnik bekamen die Tassen jede für sich ein individuelles Farbmuster. Bild: Sabine Mey/NEW

Aus diesem Grund sind viele Einwegplastikprodukte seit dem 3. Juli dieses Jahres in der Europäischen Union verboten. Dazu gehören etwa Trinkhalme, Rührstäbchen, Luftballonstäbe oder Einweg-Geschirr aus konventionellem Plastik und aus „Bioplastik“. Auch „To-go-Becher“ und Einweg-Behälter aus Styropor dürfen in der EU nicht mehr produziert und in den Handel gebracht werden.

Nun sind „To-go-Becher“ aber auch sehr praktisch und manchmal sogar hilfreich, wenn man beispielsweise seinen Kaffee mit an den Arbeitsplatz nehmen möchte, weil man keine Zeit für die Kantine hat. Aus diesem Grund haben sich die Beschäftigten der Nordeifelwerkstätten (NEW), die im Küchenbetrieb der Bundewehrkasernen arbeiten, Gedanken gemacht, wie man eine umweltbewusste Lösung dieses Problems anbieten kann. Die Beschäftigten haben dazu einfach eigene „To-Go-Tassen“ kreiert und ein Pfandsystem eingeführt.

Bevor die Farben eingebrannt werden konnten, mussten die Tassen lackiert werden. Bild: Sabine Mey/NEW
Bevor die Farben eingebrannt werden konnten, mussten die Tassen lackiert werden. Bild: Sabine Mey/NEW

Und weil bei den NEW gern das Nützliche mit dem Schönen verbunden wird, wurde jede der „To-Go-Tassen“ künstlerisch aufwendig bearbeitet. „Wir haben dazu Lack tröpfchenweise in ein kaltes Wasserbad gegeben und die Farbe dann per Eintauchtechnik auf den unteren Bereich der Tassen aufgetragen“, berichtete Sabine Mey vom Bundeswehr-Küchenbetrieb. Danach habe man den Lack mit einem speziellen Kleber auf Wasserbasis versiegelt und dann im Ofen bei hohen Temperaturen lebensmittelecht eingebrannt.

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„Nun können wir die „To-Go-Tassen“ von unseren normalen Tassen unterscheiden“, so Sabine Mey. Pro Tasse müsse ein Euro Pfand gezahlt werden, der bei der Rückgabe der Tasse erstattet werde. „Unsere Beschäftigen waren sehr interessiert, motiviert und stolz darauf, etwas herzustellen, das anschließend in unserem Alltagsgeschäft auch benötigt wurde“, freute sich Sabine Mey.

Mittlerweile steht bereits ein ganzes Tassenarsenal in der Bundeswehrkantine gegen Pfand zur Verfügung. Bild: Sabine Mey/NEW
Mittlerweile steht bereits ein ganzes Tassenarsenal in der Bundeswehrkantine gegen Pfand zur Verfügung. Bild: Sabine Mey/NEW

„Nachhaltigkeit und Müllvermeidung sind zwei wesentliche Themen unseres Arbeitsalltags“, berichtete NEW-Geschäftsführer Georg Richerzhagen, der daran erinnerte, dass die NEW-Beschäftigten erst kürzlich an der Europäischen Woche der Abfallvermeidung teilgenommen und dabei im Auftrag des Kreises Euskirchen nachhaltige und vielfach verwendbare Geschenkbeutel aus Stoffresten genäht hatten, die die alljährliche Geschenkpapierflut zur Weihnachtszeit ein wenig eindämmen helfen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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