Schule, Bildung, Azubis

„Handwerkerleistungen werden in Deutschland täglich millionenfach in Anspruch genommen“

71 junge Leute wurden im S-Forum der Kreissparkasse Euskirchen in den Gesellenstand erhoben – Kammerbezirk zählt 17.300 Handwerksbetriebe, die jährlich einen Umsatz von 10,5 Milliarden Euro erwirtschaften

Die Prüfungsbesten erhielten neben ihrem Gesellenbrief eine besondere Anerkennung. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen – Zwei Mal im Jahr bildet das S-Forum der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) das feierliche Plenum für die Lehrlingslossprechung. Am Dienstagabend endete für gleich 71 Lehrlinge die Ausbildungszeit. Sie alle wurden von Kreishandwerksmeister Thomas Rendenbach in den Gesellenstand erhoben, eine Angelegenheit, die im Gegensatz zur Ausbildung nur wenige Sekunden dauert, dazu müssen die jungen Leute quasi nur einmal kurz aufstehen.

„Mit Ihrem Abschluss haben Sie nicht nur eine Prüfung bestanden, sondern ein Fundament gelegt, auf dem Sie Ihre Zukunft aufbauen können“, begrüßte Maren Deuster als Vertreterin der Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft die neuen Gesellinnen und Gesellen. Die jungen Leute hätten sich nicht nur Fachwissen erworben und seien Experten für technische Verfahren geworden, sondern sie repräsentierten auch Werte wie Verlässlichkeit, Respekt, Teamgeist und Verantwortung, die im Handwerk tief verankert seien und die man in der Gesellschaft dringend benötige.

„Wesentlicher Erfolgsfaktor“

KSK-Vorstand Wolfgang Krüger betonte die besondere Rolle der Handwerkerinnen und Handwerker beim Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

KSK-Vorstand Wolfgang Krüger betonte, dass das Handwerk ein wesentlicher Teil des Alltags sei: „Es bestimmt maßgeblich den Einfluss auf das öffentliche wie auch das private Leben, denn die Leistungen der Handwerkerschaft werden täglich millionenfach von den Menschen in Deutschland in Anspruch genommen“, so Krüger. Die Handwerkerinnen und Handwerker spielten darüber hinaus eine wichtige Rolle bei den großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie beispielsweise dem Klimawandel. Politische Willenserklärungen seien dazu allein nicht ausreichend. „Die Transformation in eine nachhaltige Gesellschaft kann nur erfolgreich sein, wenn auch Taten folgen, also beispielsweise die Energiewende durch das Handwerk umgesetzt wird“, so Krüger. Das Handwerk sei bei einer solchen angestrebten Transformation der „wesentliche Erfolgsfaktor“.

Krüger betonte, dass auch das Handwerk von zunehmender Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz betroffen sei. Er bestärkte daher den Nachwuchs darin, sich fortzubilden, kreativ, neugierig und mutig zu sein. „Die Arbeitsplätze und Arbeitsprozesse werden sich dynamisch weiterentwickeln, doch darf der persönliche Kontakt zum Menschen und vor allem zum Kunden dadurch nicht zu kurz kommen“, so Krüger. Für diesen persönlichen Kontakt stehe das Handwerk ein. Doch wie die Zukunft auch aussehen möge, die Mitarbeitenden der KSK seien bei der Verwirklichung von Vorhaben und bei Fragen zu Finanzangelegenheiten gern begleitende und beratende Partner der Gesellinnen und Gesellen.

84.000 Beschäftigte im Bezirk der Handwerkskammer

Für Landrat Markus Ramers ist das Handwerk die wichtigste wirtschaftliche Säule im Kreis Euskirchen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Landrat Markus Ramers fragte sich angesichts der aktuellen Weltlage, worauf man sich überhaupt noch verlassen könne und was noch sicher sei und Bestand habe. Es gebe auf der Welt einige wenige Menschen, die aufgrund ihres Vermögens unglaublich viel Macht und Einfluss besäßen und beispielsweise durch Algorithmen darüber entschieden, was die Menschen zu sehen bekämen. „Das macht mir schon ein wenig Sorgen“, so der Landrat. Da stelle sich die Frage, was man selber tun könne, um dieser Entwicklung entgegenzuarbeiten. Ramers empfahl, sich auf Dinge zu besinnen, die man selber in der Hand habe und gestalten könne und die einen unabhängig machten. Deutschland sei in den vergangenen Jahren vor allem deshalb wirtschaftlich stark gewesen, weil man innovativ gewesen sei und Bildung und Ausbildung vorangetrieben habe. Ramers: „Wir haben Menschen in unserem Land befähigt, anzupacken und neue Dinge zu entwickeln und mit Herausforderungen umzugehen.“

Aktuell gebe es in Deutschland fünf Millionen Menschen in hunderttausenden kleinen Betrieben, die im Handwerk arbeiteten. Und das in mehr als 130 verschiedenen Berufen. Das sei ein stolzes und sicheres Fundament, vor allem in Krisenzeiten und nebenbei die wichtigste wirtschaftliche Säule im Kreis Euskirchen. „In unserem Kammerbezirk gibt es allein 17.300 Handwerksbetriebe mit 84.000 Beschäftigte, davon befinden sich 5400 junge Menschen gerade in der Ausbildung, wovon 71 heute losgesprochen werden“, freute sich der Landrat, der hinzufügte, dass diese Betriebe in der Region einen Jahresumsatz von 10,5 Milliarden Euro erwirtschafteten. Dass sei etwas, was Hoffnung gebe und Bestand habe.

„Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie offen und bleiben Sie sich treu“, forderte Kreishandwerksmeister Thomas Rendenbach den Nachwuchs auf, bevor er ihn daraufhin en bloc in den Gesellenstand erhob.

Sorgten für die festliche Stimmung bei der Lossprechung: Die Band M.A.K unter der Leitung von Karl Nolden (rechts). Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Prüfungsbeste wurden Elektroniker David Bohsem von Elektrotechnik Firmenich (Euskirchen), die Kraftfahrzeugmechatroniker Nico Kalterherberg von RFS Kalterherberg (Swisttal) und Nils Opitz-Ball von RKG Rheinische Kraftwagengesellschaft (Euskirchen), die Metallbauer Michael Pietrzak (Pietrzak Metallbau, Mechernich) sowie Leonard Wollersheim und Lukas Jenniches (beide Müller & Sohn, Kall). Mit einem Gesamtergebnis von „sehr gut“ durfte Tischler Bastian Koll von Bungard Tischlerwerkstätten, Hellenthal, sein Gesellenbrief entgegennehmen.

Für die geschmackvolle musikalische Umrahmung der Feier sorgte wieder einmal die Band „M.A.K.“ um den KSK-Ruheständler Karl Nolden, während das bei der KSK bestens bekannte und beliebte Küchenteam der Nordeifel-Werkstätten (NE.W) die Bewirtung beim nachfolgenden geselligen Beisammensein stemmte.

Eifeler Presse Agentur/epa

Die losgesprochenen Handwerkslehrlinge im Kreis Euskirchen:

Elektroinnung Euskirchen

  • David Bohsem (Prüfungsbester)
  • Cyril Dederichs
  • Robert Emrich
  • Joel Fast
  • Max Hilgers
  • Konstantin Klein
  • Jason Lipp
  • Sven Meyer
  • Luis Monnet
  • Markus Ratke
  • Kai Reuter
  • Leon Sommer
  • Richard Stier
  • Bahattin Usul
  • Tim Vitten
  • Jan Wollenweber

 

Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Euskirchen

  • Ibrahim AL-Qaraghuli
  • Leon Asani
  • Mario Bank
  • Daniel Boje
  • Justin Dahm
  • Tom Franzen
  • Sebastian Gossen
  • Dino Halilic
  • Mohamad Ali Khaled
  • Nevio Kolbe
  • Florian Lachmann
  • Noah Leszczynski
  • Timo Naguschewski
  • Karl-Theo-Stephan Ridders
  • Tom Steffens
  • Stefan Wassong
  • Timo Weber
  • Sylejman Zenelaj

 

Innung für das Kraftfahrzeuggewerbe Euskirchen

  • Nico Kalterherberg (Prüfungsbester Personenkraftwagentechnik)
  • Nils Opitz-Ball (Prüfungsbester System- und Hochvolttechnik)
  • Miquel Alves-Esteves
  • Muhammet Arslan
  • David Fischer
  • Jonathan Friedrich
  • Jannis Georg
  • Justin Gölles
  • Andreas Michael Graudins
  • Philipp Huth
  • Leonard Neuhaus
  • Alexander Nonnen
  • Steven Stein
  • Can Eren Budak
  • Gian-Luca Franceschi
  • Gina Nilsson
  • Julian Roussaint
  • Raphael Schilles
  • Laurenz Dick
  • Willi Harder
  • Lucas Jahnz
  • Fabian Neumann

 

Maler- und Lackierer-Innung Euskirchen

  • Justin Schnitzler
  • Franka Hubl

 

Metall-Innung Düren-Euskirchen

  • Michael Pietrzak (Prüfungsbester)
  • Leonard Wollersheim (Prüfungsbester)
  • Lukas Jenniches (Prüfungsbester)
  • Dennis Busch
  • Dean Grommes
  • Tom Hilpert
  • Michele-Peter Lange
  • Alina Nettekoven
  • Konstantin Peter
  • Nick Rudi
  • Eric Scharrer
  • Jason Zymla

 

Tischlerinnung Euskirchen

  • Bastian Koll (Prüfungsbester)