Ein Großaufgebot an Mitwirkenden, Organisatoren, Veranstaltern und Autoren stellte die Krimitage Nordeifel Mordeifel auf dem Lampakaland in Schmidtheim vor. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Veranstaltungsprogramm der achten Krimitage „Nordeifel Mordeifel“ auf dem Lampakahof in Schmidtheim vorgestellt – Neben den Serientätern werden sechs neue Autoren erwartet – Kreissparkasse Euskirchen und e-regio sind die Hauptsponsoren des Festivals
Dahlem-Schmidtheim – Die Stimmung von Lamas und Alpakas lässt sich an den Ohren ablesen. Steil aufgerichtete Ohren sind ein Zeichen von Wachsamkeit. Stark nach hinten gerichtete Ohren deuten hingegen auf Ablehnung oder Ärger hin. Ganz so einfach haben es die Krimiautoren des achten Krimifestivals „Nordeifel Mordeifel“ nicht, wenn sie sich während einer Lesung fragen, wie wohl die Stimmung im Auditorium sein mag. Sie können allerdings aus der Tradition schöpfen und sich sicher sein, dass bislang noch keine Lesung beim Publikum durchgefallen ist. Und das wird sicherlich auch in diesem Jahr so sein, wenn erneut Spannung, Nervenkitzel und Literaturgenuss an ungewöhnlichen Orten stattfinden wird. Iris Poth, Mitbegründerin der „Sonderkommission Nordeifel Mordeifel“ kurz „Soko NoMo“, stellte jetzt in Schmidtheim im Lampakaland unter den wachsamen Augen von Lamas und Alpakas das Eifeler Krimifestival vor. Mit dabei war auch Landrat Markus Ramers, der die Veranstaltung wie folgt auf den Punkt brachte:
„15 Veranstaltungen an neun Festivaltagen, jede Menge Gänsehaut, ungewöhnliche Leseorte, 22 Eifel-Krimiautoren, mal bei einer klassischen Lesung, mal im Duo oder im Rudel, viele davon musikalisch begleitet. Dazu zwei Krimidinner sowie eine Familien- und eine Schülerlesung: Das ist in Kurzform die NoMo 2026.“
Die Krimitage, die erneut von der Nordeifel Tourismus GmbH (NeT) und dem Förderverein Eifelmuseum Blankenheim ausgerichtet werden, finden in diesem Jahr vom 5. bis zum 13. September statt. Neben den literarischen Zugpferden wie Ralf Kramp und Elke Pistor wird auch die Bestsellerautorin Judith Merchant erwartet. Für Jo Adler, Christina Bacher, Christiane Diekerhoff, Peter Godazgar, Thomas Kiehl und Ute Mainz ist die Lesung eine Festivalpremiere.
Landrat Markus Ramers erinnerte daran, dass das Krimifestival aus der „Criminale“, dem größten Krimi-Branchentreff Europas, hervorgegangen ist, die 2010 im Kreis Euskirchen stattfand. „Die Veranstaltung schlug damals so sehr ein, dass klar war, dass man da irgendwie weitermachen musste“, so Ramers. Für die kriminelle Großtat hätten sich rasch „Komplizen“ gefunden. „So war unsere Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse Euskirchen von Anfang an mit im Boot“, berichtete Ramers. Ebenso der Energieversorger e-regio, der damals noch als Regionalgas Euskirchen firmierte. „Die beiden haben direkt mitgezogen und dafür gesorgt, dass das Krimifestival an den Start gehen konnte“, freute sich der Landrat. Weitere Unterstützung habe man dann noch vom Kreis Euskirchen, „DAS SYNDIKAT e.V.“, die RVK und Dzubiel-IT-Dienstleistungen erhalten.
Festival entwickelt sich weiter
„Unsere beiden Stiftungen unterstützen mit insgesamt gut 450.000 Euro im Jahr verschiedene Initiativen und Vereine“, berichtete der KSK-Vorstandsvorsitzende Holger Glück. Darunter seien neben vielen kleineren Projekten eben auch Leuchtturmprojekte wie die NoMo. „Was wir besonders schätzen, ist die stetige Weiterentwicklung dieses Festivals“, so Glück, der sich darüber freute, dass es jetzt auch Angebote für Kinder und Jugendliche gebe. Die Krimitage zögen weit über den Kreis Euskirchen hinaus Zuhörerinnen und Zuhörer an. Glück bedankte sich bei Iris Poth für die jahrelange gute Zusammenarbeit sowie bei ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern, all den Menschen, die ihre „Location“ zur Verfügung stellten, und besonders bei den Autorinnen und Autoren, hier vor allem bei Ralf Kramp und Elke Pistor, deren künstlerische Handschrift das Festival trage.
Lukas Knopf, Pressereferent der e-regio, betonte, dass man mit der finanziellen Unterstützung die kulturelle Vielfalt in der Region stärken möchte. „Wir sind überzeugt, dass Kultur ein wichtiger Motor für Lebensqualität ist und dazu beiträgt, die Region touristisch noch attraktiver zu machen“, so Knopf, der genau wie Glück zusagte, dass die NoMo auch in den Folgejahren mit einem Sponsoring rechnen dürfe.
NeT-Geschäftsführer Patrick Schmidder, der mit Nicole Habrich quasi im Hintergrund das Festival koordiniert, vermittelte dann einen kleinen Ausblick auf das Geschehen im S-Forum am Samstag, 5. September, 19 Uhr. Dann verwandelt sich der Hauptsitz der Kreissparkasse an der Von-Siemens-Straße nämlich unter dem Motto „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ in einen altehrwürdigen Club. Erwartet wird an diesem Abend Ralf Kramp, der mit „Mutter bei die Fische“ zeigen möchte, wie schnell eine kleine Seefahrt tödlich enden kann. Sein Kollege Klaus Stickelbroeck hingegen will am gleichen Abend beweisen, dass auch ein Umzug ins beschauliche Kronenburg nicht unbedingt ungefährlicher ist. Begleitet werden die beiden Autoren von der Jazz-Rock-Pop-Band des Landespolizeiorchesters NRW. Der Erlös der Benefizveranstaltung, die von Susanne Edl moderiert wird, kommt dem Verein „miteinander regional“ zugute, ein Euro des Eintrittsgeldes fließt darüber hinaus in den Verein Bergwaldprojekt, der Umweltschutzprogramme in der Nordeifel unterstützt.
Kriminelle Geschichten werden darüber hinaus im ehemaligen Sezierraum des Krankenhauses Schleiden, im Alten Schlachthof Euskirchen, in der Lagerhalle der Schaustellerfamilie Schleifer sowie in der Lehrwerkstatt von STOCKO und auch im QuBI.Eifel erzählt. Den Soundtrack im QuBi liefert die hauseigene NE.W-Band „Kontraste“.
Dank an Iris Poth
Iris Poth betonte zwei Monate vor ihrem Ruhestand, dass die Krimitage stets ein besonderes Highlight in ihrer Arbeit gewesen seien. „Es machte zwar immer viel Arbeit und war gewissermaßen wie bei der WM: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Doch insgesamt hat es viel Spaß gemacht, das Festival mit den zahlreichen Mitstreitern zu organisieren.“ Ob Iris Poth künftig selbst zum Bleistift greifen und Krimis schreiben wird, ließ sie allerdings offen.
Die Krimiautoren Ralf Kramp und Elke Pistor lobten die gute Organisation des Krimifestivals. „Obwohl wir Krimiautoren sind, haben wir uns noch nie die Köpfe eingeschlagen“, brachte es Elke Pistor auf den Punkt. Die beiden Autoren haben auch eigens für das Festival wieder eine Anthologie erstellt. „Nordeifel Mordeifel 3“ bietet ein Panorama abgründiger Fantasien, die zwischen der belgischen Grenze und der Zülpicher Börde eine Landschaft erschaffen, in der jeder falsche Schritt bereits der letzte sein kann. Die Anthologie gibt es für 15 Euro im Buchhandel oder an den Standorten der Lesungen.
Der Bürgermeister der Gemeinde Dahlem, Jan Lembach, freute sich vor allem über den Austragungsort der Pressekonferenz, dem Lampakaland von Ute und Lothar Bieder, das ein Gewinn für die Gemeinde darstelle. „Es ist kein Halligalli und kein Phantasialand, aber ein großer Beitrag für den Tourismus in unserer Kommune, so Lembach. Und selbstverständlich wird auch das Lampakaland Austragungsort der NoMo. So möchte Judith Merchant dort eine Lesung für Kinder halten und anschließend Paul, Jack, Theo, Uli, Rudi und Teddy besuchen, denn so heißen die Vierbeiner mit der schrägen Frisur. Und genau wie diese sollten die Autorinnen und Autoren während des Festivals gut bei Spucke sein, denn zu den 15 Veranstaltungen werden insgesamt über 1.100 Besucher erwartet. Ein Gesamtüberblick über das Programm kann hier heruntergeladen werden. Programmhefte liegen aber auch an allen Tourist-Informationen im Kreis Euskirchen aus. Sämtliche Infos stehen darüber hinaus unter www.nordeifel-tourismus.de zur Verfügung. Tickets sind bei den Veranstaltern oder bei Ticket Regional erhältlich.
Eifeler Presse Agentur/epa