Sport

Von der „Tennishalle Hannes“ zum „Aktivpark 2.0“

Das Kaller Familienunternehmen hat sich neu erfunden – Auf rund 7.000 Quadratmetern stehen Angebote aus den Bereichen Fitness, Wellness, Restaurant, Kinderland mit Jumping- und Indoorspielbereich und viele andere Highlights zur Verfügung

Die Familie Förster und die Vertreter von „viertelvoracht“, einer Partnerinitiative von Kreiswirtschaftsförderung und KSK Euskirchen, freuten sich über die zahlreichen Gäste beim Unternehmerfrühstück. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Unternehmerinnen und Unternehmer hatten jetzt beim Unternehmerfrühstück „viertelvoracht“ die Gelegenheit, sich im Aktivpark Kall zumindest theoretisch darüber zu informieren, was man alles für seine Gesundheit tun kann. Schnell wurde dabei klar, dass das Kaller Familienunternehmen alles andere ist als eine „Muckibude“, sondern vielmehr auf ein ganzheitliches Wohlfühlkonzept setzt. „Man kann hier alles erleben, was Spaß und Freude, aber auch Gesundheit in den Alltag bringt“, begrüßte Landrat Markus Ramers die zahlreichen Gäste am Mittwochmorgen in der Auelstraße. Im Aktivpark werde für Jung und Alt gleichermaßen etwas geboten.

KSK-Vorstand Daniel Ruland zeigte sich beim Betreten des Aktivparks überrascht. „Als ich in die Gastronomie blickte, hatte ich eher das Gefühl, ein Hotel betreten zu haben anstatt eine Fitnesshalle“, sagte er. Das zeige, wie sehr sich die Branche in den vergangenen 45 Jahren verändert habe: „Und es führt uns vor Augen, wie sehr sich ein Unternehmen verändern und an den Markt anpassen muss, um in all den Jahren bestehen zu können“, so Ruland.

Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Kreis Euskirchen nutzten die Veranstaltung wieder ausgiebig zum „Networking“. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Wir sind ein Familienunternehmen in der mittlerweile dritten Generation“, berichtete Henning Förster, der mit seinem Bruder Steffen die Geschäfte leitet. Begonnen habe alles mit der „Tennishalle Hannes“. Großvater Karl Hannes hatte sich zu Beginn der 1980er Jahre vom damaligen Tennishype rund um Boris Becker und Steffi Graf anstecken lassen und den Trendsport in die Eifel gebracht. Die nächste Generation, Jochen und Silvia Förster, hat die Anlage dann weiterentwickelt und neben Tennis auch Badminton, Squash und Kegeln sowie erstmals eine Art Kneipengastronomie angeboten. „Da gab es bei Opa Karl noch die Bratkartoffelabende“, erinnerte sich Henning Förster.

Testzentrum

Anfang der 1990er Jahre habe man dann auf Fitness und Wellness gesetzt, weitere Angebote geschaffen und ab 2004 neue Zielgruppen in den Bereichen Freizeit und Familie erschlossen, da Tennis zu der Zeit als Sportart an Attraktivität verloren habe. Vor allem das Kinderland erfreute sich viele Jahre lang großer Beliebtheit. „Die Anlage hat sich immer dann verändert, wenn sich Markt, Bedürfnisse und Möglichkeiten verändert haben“, berichtete Förster.

KSK-Vorstand Daniel Ruland (links) und Landrat Markus Ramers (rechts) begrüßten die Gäste. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Während der Coronapandemie gehörte der Aktivpark Kall zu einer der ersten Einrichtungen, die schließen mussten. Man habe sich eine Zeitlang mit einem Blog und Videoschaltungen über die Runden gehalten, um die Mitglieder zu erreichen. „Mit der Gemeinde Kall haben wir dann vor Ort ein Corona-Testzentrum eröffnet. Dadurch konnten wir alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behalten“, erinnerte sich Henning Förster.

Doch dann kam die Flut, zerstörte die komplette Anlage und stellte die Familie Förster vor eine existenzielle Herausforderung. Im Familienrat musste ausdiskutiert werden, ob man den Aktivpark überhaupt wieder eröffnen wollte und wenn unter welchen Voraussetzungen. „Wir entschieden, dass es eine Familiennachfolge geben sollte – und mein Bruder und ich den Aktivpark nicht wieder so aufbauen wollten, wie er gewesen war“, so Förster. Es seien Rahmenbedingungen und Marktanalysen studiert worden, um ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten. Dabei habe man vor allem auch den demografischen Wandel, die zunehmenden Volkskrankheiten, die gesellschaftliche Umbruchsituation und das Freizeitverhalten berücksichtigt. Lebensqualität und Wohlbefinden sollten bei alldem im Vordergrund stehen.

Drei Standorte

Selbstverständlich durften die Teilnehmer auch mal selbst die Fitnessgeräte ausprobieren. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Aktivpark 2.0 versteht sich heute als regionaler Freizeit- und Gesundheitsort. Ein über 100-köpfiges Team verbindet Bewegung, Erholung und Ernährung miteinander und stellt ein Angebot zur Verfügung, das sich an alle Altersgruppen richtet, vom Kinderbereich über klassisches Fitnesstraining und Firmenfitness bis hin zu Reha-Sport, Gesundheitsprävention und Wellness. Rund eine Million Euro habe man allein in die „Jump Park“, die vielfältige Trampolinanlage, investiert. Stark nachgefragt ist derzeit vor allem die Trendsportart Padel, eine Mischung aus Tennis und Squash.

Doch längst ist sich der Aktivpark auch seiner regionalen Verantwortung bewusst geworden, wie Steffen Förster berichtete. So habe man neben dem Stammhaus in Kall auch eine Zweigstelle in Hellenthal aufgebaut und sei dabei, auch in Schleiden eine Aktivpark-Filiale zu errichten.

Steffen Förster betonte abschließend, dass man aus der eigenen Historie vor allem drei Dinge gelernt habe: „Erstens haben wir bewahrt, was uns ausmacht, nämlich Familie, Nähe und die persönliche Atmosphäre. Zweitens haben wir verändert, was nicht mehr funktionierte, und drittens hatten wir den Mut, Neues auszuprobieren.“

Anschließend hatten die Gäste bei einem Rundgang Gelegenheit, sich den Aktivpark Kall aus der Nähe zu betrachten. Neben hochmodernen Ausdauer- und Kraftgeräten bietet der Aktivpark auch über 40 Fitnesskurse pro Woche, darunter Yoga, Pilates, Cycling, Functional Workout, Jumping Fitness und Les Mills. Auch für den Reha-Sport gibt es zahlreiche Angebote. Darüber hinaus gibt es mehrere Saunen, einen Mikrosalzraum, Wassermassageliegen und eine Ruhe-Lounge. Und wer Hunger bekommt, der kann sich in Josi’s Restaurant beispielsweise mit frischen, saisonalen Bowls stärken.

Geplant und organisiert wurde „viertelvoracht“ von Alina Kramer und Sarah Komp vom Kreis Euskirchen sowie Alexandra Bennau und Rainer Santema von der KSK Euskirchen.

Eifeler Presse Agentur/epa