Gesellschaft und Soziales

Kloster Steinfeld und Familie Scheidtweiler werden Partner von Haus Maria Rast

Gästehaus und Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben und der Standort die eigene Identität und Geschichte bewahren

Zum 1. Januar 2027 erhält Maria Rast einen starken Partner mit Kloster Steinfeld und der Familie Scheidtweiler. Der traditionsreiche Standort und die Zukunft des Hauses werden für die Zukunft gesichert. Bild: Reinhardhauke – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14922114

Kall-Steinfeld/Euskirchen – Das Haus Maria Rast in Euskirchen-Kreuzweingarten soll eine langfristige Zukunftsperspektive erhalten: Die Schönstätter Marienschwestern bekommen zum 1. Januar 2027 einen starken Partner an die Seite. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten suchten die Schönstätter Marienschwestern nach einer Zukunftslösung für ihr Anwesen in Maria Rast. Verbindungen zur Familie Scheidtweiler und dem Kloster Steinfeld werden jetzt konkret und sollen eine neue und zukunftssichernde Perspektive schaffen.

Der traditionsreiche Standort Maria Rast soll dabei erhalten bleiben. Er wird vom Kloster Steinfeld und der Familie Scheidtweiler als neuer Bestandteil der Eifel-Klosterfamilie weitergeführt. Grundlage der Übernahme ist ein Erbbaurechtsvertrag, der die langfristige Nutzung und Entwicklung des Areals sichert. Dabei steht nicht allein die Immobilie im Mittelpunkt. Vielmehr soll ein über Jahrzehnte gewachsener Ort der Begegnung, Gastfreundschaft und Spiritualität erhalten und zugleich behutsam weiterentwickelt werden.

„Maria Rast ist ein besonderer Ort mit einer großen Geschichte. Unser Ziel ist es, das Bestehende zu bewahren und gleichzeitig eine Perspektive für die Zukunft zu schaffen. Maria Rast soll ein Ort bleiben, an dem Menschen ankommen, Gemeinschaft erfahren und neue Kraft für Leib und Seele schöpfen können“, erklärt Wolfgang Scheidtweiler.

Ein wichtiger Bestandteil der Vereinbarung ist die Sicherung des laufenden Betriebs. Das bestehende Gästehaus werde weitergeführt, und die Übernahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei gesichert, heißt es in einer Pressemitteilung. Damit sollen nicht nur Arbeitsplätze erhalten bleiben, sondern auch Erfahrung und Kompetenz, die den Standort über viele Jahre geprägt haben.

Auch die Verbindung zu den Schönstätter Marienschwestern bleibe bestehen. Ein Teil der Schwestern, die heute in Maria Rast lebten, würde weiterhin am Standort bleiben und die zukünftige Entwicklung des Hauses begleiten und unterstützen.

„Wir freuen uns und sind dankbar, dass wir als Schwestern weiterhin in Maria Rast präsent bleiben und unsere religiöse Arbeit wie bisher fortsetzen können für die vielen Menschen, die das Heiligtum der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt besuchen und unsere Angebote wahrnehmen“, wird Schwester Marisa Spickers zitiert, Provinzoberin der Schönstätter Marienschwestern. Damit soll das geistliche und spirituelle Profil von Maria Rast auch künftig sichtbar bleiben.

Haus Maria Rast befindet sich in Kreuzweingarten vor den Toren Euskirchens. Das historische Herrenhaus wurde 1899 für die Familie von Mallinckrodt errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das Anwesen an die Schönstätter Marienschwestern, die dort eine Bildungsstätte entwickelten.

Auch die Verbindung zur Schönstattbewegung ist außergewöhnlich: Am 2. Juli 1950 wurde in Maria Rast das erste Schönstattheiligtum auf europäischem Boden außerhalb des ursprünglichen Schönstattortes in Vallendar eingeweiht. Im Jahr 2025 wurde das 75-jährige Bestehen dieses Heiligtums gefeiert.

„Mit der Übernahme eröffnet sich zugleich die Möglichkeit, vorhandene Gebäude und Flächen langfristig weiterzuentwickeln“, heißt es weiter. Für Kloster Steinfeld und die Familie Scheidtweiler stehe dabei fest: Die Geschichte des Ortes soll nicht beendet, sondern fortgeschrieben werden. Mit Maria Rast erweitere die Familie Scheidtweiler ihr Engagement für bedeutende historische und geistlich geprägte Orte in der Eifel.

Zum Verbund gehören künftig insgesamt vier Standorte: Kloster Steinfeld bei Kall als zentraler Standort, Kloster Mariawald auf dem Kermeter bei Heimbach, das ehemalige Benediktinerinnenkloster in Steinfeld, heute Standort der Trappistinnen von Maria Frieden sowie künftig Haus Maria Rast mit der Schönstatt-Kapelle und den Schönstätter Marienschwestern in Euskirchen-Kreuzweingarten.

Dabei soll, laut Pressemitteilung, jeder Standort seine eigene Identität und Geschichte bewahren. Gleichzeitig entstehen Möglichkeiten für Austausch und Zusammenarbeit innerhalb der Eifel-Klosterfamilie

„Wir sehen die vier Standorte nicht als gleichartige Häuser, sondern als eigenständige Orte mit jeweils ganz eigener Geschichte und Ausstrahlung. Was sie verbindet, ist der Gedanke, diese besonderen Orte zu erhalten, mit Leben zu füllen und für kommende Generationen zugänglich zu machen“, so Wolfgang Scheidtweiler.

Die Fortführung von Haus Maria Rast zum 1. Januar 2027 sei damit mehr als ein Wechsel der Trägerschaft. Sie stehe für den Versuch, Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden: „Der bestehende Betrieb bleibt erhalten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten eine Perspektive, die Schwestern bleiben dem Ort verbunden – und gleichzeitig entsteht Raum für neue Ideen.“

„Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Menschen, die Maria Rast heute tragen und prägen, diesen Weg zu gehen. Ein solcher Ort lebt nicht allein von seinen Gebäuden, sondern vor allem von den Menschen, die ihn mit Leben erfüllen“, sagt Wolfgang Scheidtweiler. (epa)