Sorgten für einen informativen Abend rund um das Thema Immobiliensanierung: KSK-Vorstand Daniel Ruland (v.r.), ProEco-Referent Patrick Göktug-Stiller und der Leiter des S-ImmobilienCenters Joachim Waasem. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Patrick Göktug-Stiller von der ProEco Rheinland zeigte, wie wichtig und finanziell lukrativ ein staatlich geförderter individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) sein kann – Neues Gebäudemodernisierungsgesetz schraubt Förderungen degressiv zurück
Euskirchen – Unter dem Titel „Heute sanieren – morgen profitieren: Ihr Weg zur energieeffizienten Immobilie“ hatte die Kreissparkasse Euskirchen (KSK) jetzt zu einem informativen Vortrag von Patrick Göktug-Stiller von der ProEco Rheinland ins S-Forum eingeladen. Die ProEco ist ein Startup-Unternehmen der Rheinischen Sparkassen und damit ein enger Kooperationspartner der KSK. Zahlreiche Interessierte kamen ins S-Forum, um sich nach einer kleinen dargereichten Stärkung über die Vorteile einer Immobiliensanierung unterrichten zu lassen.
KSK-Vorstand Daniel Ruland, der nicht nur den Bereich Immobilienfinanzierung bei der KSK mitverantwortet, sondern derzeit auch selbst als Bauherr einen Altbau kernsaniert, konnte quasi aus eigener Erfahrung gleich drei Punkte nennen, warum ein Immobiliensanierung vorteilhaft ist: „Erstens lässt sich durch eine Sanierung der Werterhalt des Objektes sichern“, berichtete Ruland und wies darauf hin, dass kaum noch neu gebaut werde, weil sich nur noch wenige einen Neubau leisten könnten. Durchschnittliche Annuitäten von monatlich 3.000 Euro seien auch im Kreis Euskirchen für einen Neubau längst normal.
Sanierungsfahrplan verschafft Durchblick
Als zweiten Grund nannte Ruland die Energieersparnis. So habe er zuvor mit seiner Familie in einer Wohnung in Köln gelebt, wohnt jetzt in Euskirchen auf mehr Quadratmetern, zahlt aber nur noch ein Drittel der Energiekosten. „Und drittens steigern Sie mit einer Sanierung die Wohn- und Lebensqualität“, betonte Ruland und erinnerte beispielsweise daran, dass man heute mit einer Fußbodenheizung das Haus nicht nur wärmen, sondern auch kühlen könne und dies ganz ohne Klimaanlage.
Bezüglich seines Sanierungsvorhabens habe er zunächst selbst zu recherchieren versucht, welche Fördermöglichkeiten es gebe und wie man am besten vorgehe, doch habe er im Wust der Informationen irgendwann nicht mehr durchgeblickt. „Erst der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) hat mir geholfen, da hatte ich endlich einen kompetenten Ansprechpartner für meine Fragen, jemanden, der mir bei den Förderanträgen half und die Fördersummen verdoppelte“, so Ruland. Denn mit einem iSFP erhalte man mehr Fördergelder als ohne.
Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit
Patrick Göktug-Stiller von der ProEco Rheinland betonte, wie wichtig es sei, sich bei einem Sanierungsvorhaben auf Experten zu verlassen und nicht auf rasch zu beschaffende Infos aus dem Internet. Die ProEco ist seit zwei Jahren auf dem Markt und begleitet die Kunden der KSK seither als Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit, und zwar sowohl im Privatkunden-, als auch im Gewerbekundenbereich. Göktug-Stiller bestätigte Rulands Aussage, dass kaum noch jemand sich einen Neubau leisten könne und ließ diesbezüglich eine Marktforschungsanalyse von ImmoScout 24 sprechen: „80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nicht mehr bauen wollten“, so der Referent.
„Denn niemand möchte nur noch arbeiten, um zu wohnen“, war sich der unabhängige Energie-Effizienz-Berater sicher. Deshalb sei das Thema Sanieren wichtiger denn je geworden. Statistisch gesehen hätten Menschen, die sanieren wollten, aber nur 30.000 Euro zur Verfügung, womit man in der Regel nicht sehr weit komme, so dass Kreditfinanzierung und Fördermittel herangezogen werden müssten.
Zu den von Ruland bereits genannten Vorteilen einer Sanierung wie Energiekostenersparnis, Wertsteigerung und Wohnkomfortmaximierung nannte der Experte nicht zuletzt noch den Beitrag zum Klimaschutz, den man durch eine Sanierung leiste.
„Technologieoffen“
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz sei wieder „technologieoffen“, was nichts anderes heiße, als dass man weiterhin bei Sanierungsmaßnahmen auf fossile Brennstoffe setzen dürfe, erklärte Göktug-Stiller und bezeichnete dieses Gesetz angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels klar als „Rückschritt“. Auch sei die staatliche Förderung in diesem neuen Gesetz stark zurückgeschraubt worden, sie sei zwar derzeit noch attraktiv, werde aber degressiv gestrichen. Um hier noch durchzublicken, seien Experten unverzichtbar. So gebe es jetzt etwa eine Solarpflicht bei Neubau oder einer größeren Dachsanierung, von der man sich nur befreien lassen könne, wenn die Errichtung von Photovoltaik technisch und wirtschaftlich nicht vertretbar sei.
Die ProEco biete eine unabhängige und staatlich anerkannte Sanierungsberatung. „Wir erfassen und analysieren den energetischen Ist-Zustand Ihrer Immobilie, erarbeiten technisch und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen, konzipieren ein detailliertes Maßnahmenpaket, übernehmen eine Schätzung für die Materialkosten, ermitteln Fördermöglichkeiten und empfehlen eine klare Bearbeitungsabfolge Ihrer Maßnahmen“, so der Referent. Zusätzlich erhalte der Interessent noch einen digitalen Zwilling seiner Immobilie. Der Vorteil eines kostenpflichtigen und förderfähigen iSFP liege vor allem darin, dass er für 15 Jahre lang Gültigkeit behalte und man in diesem Zeitraum die staatlichen Förderungen für die jeweiligen Maßnahmen beantragen könne. Der iSFP koste derzeit 1.930 Euro, wovon man 650 Euro vom Staat zurückbekomme, und garantiere auch bei Einzelbaumaßnahmen eine höherer Fördersumme.
Zusammenarbeit mit Handwerkern aus der Region
Ein weiterer Vorteil sei die Zusammenarbeit der ProEco mit Handwerkern aus der Region. So könnten Sanierungsmaßnahmen wie eine Heizungserneuerung oder die Installation einer Photovoltaikanlage von Handwerksbetrieben aus dem Umfeld des Kunden umgesetzt werden. „Bestenfalls kennen Sie die Handwerker bereits persönlich“, so Göktug-Stiller.
In der abschließend vom KSK-Baufinanzierungsspezialist und Leiter des S-ImmobilienCenters, Joachim Waasem, moderierten Fragerunde konnten bereits für viele Probleme der Anwesenden Lösungsansätze gezeigt werden. Klar wurde in den Gesprächen vor allem, dass Sanierungsvorhaben stets sehr individuell sind und daher am besten von Beginn an mit den Energieeffizienzexperten der ProEco und den Finanzberatern der KSK abgestimmt werden sollten.
Eifeler Presse Agentur/epa