Ihr Team von Menschen mit Handicap sorgt für sichere Aktendigitalisierung: Gruppenleiter Björn Kreitz (v.l.), Torsten Beckmann, Betriebsleiter NE.W Kall, und Gruppenleiter Timo Strick. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Bei den Nordeifel-Werkstätten können Menschen mit psychischen und geistigen Beeinträchtigungen in höchster Qualität anspruchsvolle Aufgaben übernehmen – Eigens eingerichteter Sicherheitsbereich für sensible Daten
Kall – „Wir bieten mit der Akten-Digitalisierung ein neues Angebot“, berichtet Torsten Beckmann, Betriebsleiter des Kaller Standortes der Nordeifel-Werkstätten (NE.W). Das Besondere dabei: Die Arbeiten werden mit hoher Selbständigkeit und Kompetenz von Menschen mit Beeinträchtigung umgesetzt – und zwar sowohl von Menschen mit psychischen wie geistigen Handicaps. Teamleiter Björn Kreitz: „Wichtig dabei ist natürlich, dass die Beschäftigten den Datenschutz zu 100 Prozent aufrechterhalten können.“ Dazu ist neben Schulungen des mittlerweile zehnköpfigen Teams auch ein spezieller, für Unbefugte nicht zugänglicher Sicherheitsbereich errichtet worden.
In dem Sicherheitsbereich steht unter anderem ein besonderer Profi-Scanner, wie Gagik Karapetijan, einer der Beschäftigten, berichtet: „Die Arbeit macht Spaß, aber jeder Aktenordner ist anders.“ Bis zu zehntausend Seiten die Stunde kann der Scanner digitalisieren, vorher muss das Team aber jeden Ordner erst einmal erfassen, benennen, eine beschreibende Seite dazu anlegen. Dann müssen die zu scannenden Dokumente vorbereitet und etwa entklammert werden, wie Jasmin Bäcker aus dem Team erklärt. Der Scanner erkennt durch spezielle Ultraschall-Mikrofone, ob etwa versehentlich eine Doppelseite eingezogen wird – denn höchste Sorgfalt ist in diesem Bereich sehr wichtig.
Gruppenleiter Timo Strick ist wie seine Kollegen sichtlich stolz auf sein Team. Denn die Erfahrung zeige eben, dass auch Menschen mit Behinderung Arbeiten in der notwendigen Qualität und Sicherheit erfolgreich und mit Spaß übernehmen können. Dabei sind die Anforderungen an die Gruppenleiter durchaus hoch, wie Timo Strick sagt: „Wir haben hier Menschen mit verschiedensten Behinderungsbildern und damit sehr unterschiedlichen Anforderungen. Aber das harmoniert und funktioniert sehr gut und ist ein echter Beitrag zu Inklusion auch innerhalb des geschützten Werkstattrahmens.“ Björn Kreitz: „Natürlich mussten die Beschäftigten die Abläufe erst einmal lernen – es gibt Vieles zu beachten und zu erledigen. Aber nach der Einarbeitungsphase funktioniert alles top!“
Die Datensicherheit werde auf verschiedenen Ebenen gewährleistet. Das fange schon mit dem Transport der Akten in gesicherten, für Unbefugte unzugänglichen Transportbehältern an, wie Betriebsleiter Torsten Beckmann sagt. Die digitalen Dokumente werden dann je nach Kundenwunsch auf Datenträger oder über eine gesicherte Cloudlösung zur Verfügung gestellt.
Der erste Auftraggeber war der Kreis Euskirchen. Landrat Markus Ramers, der bei der Aktion „Schichtwechsel“ auch schon einen Tag zusammen mit Beschäftigten bei den Nordeifel-Werkstätten gearbeitet hat, sagt zu der neuen Dienstleistung: „Ich freue mich sehr über diese Zusammenarbeit mit den Nordeifel.Werkstätten. Die Mitarbeitenden leisten beim Digitalisieren unserer Akten eine sorgfältige und verantwortungsvolle Arbeit – damit unterstützen sie ganz konkret eine moderne, effiziente Kreisverwaltung. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie Inklusion in der Praxis funktioniert: mit sinnvollen Aufgaben, Vertrauen und echter Teilhabe am Arbeitsleben. Dafür danke ich allen Beteiligten herzlich.“
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