Gesellschaft und Soziales

Klang der Versöhnung: „Nathans Tod in Jerusalem“ trifft Davood Azad und Reza Samani

Hochgelobtes politische Theaterstück von Ali Jalaly verbunden mit der spirituellen Meisterschaft der persischen Musiker Davood Azad und Reza Samani bringt eine symphonische Tragödie über Schmerz, Identität und universelle Hoffnung in die Lutherkirche Köln

Eindringliches Spiel in puristischem Bühnenbild – die Inszenierung von Ali Jalaly lebt von hoher Intensität. Foto: Veranstalter

Köln – Ein ganz besonderer Theaterabend wird am 29. Mai um 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) in der Lutherkirche Köln geboten. Der mehrfach ausgezeichnete Autor und Regisseur Ali Jalaly hat mit dem Stück „Nathans Tod in Jerusalem“ ein nach wie vor hochaktuelles Werk über den Nahost-Konflikt geschrieben, das durch die musikalische Begleitung durch die spirituellen persischen Meister-Musiker Davood Azad und Reza Samani eine ganz besondere Note bekommt. Titel und zugleich Motto des Abends ist „Klang der Versöhnung“.

„Durch dieses Projekt entsteht ein Abend, der Dokumentation und Abstraktion mit ritueller Heilung verbindet“, so Morteza Bayat von dem Mechernicher Unternehmen „Blausalz Gourmet“ – die Spezialisten für besondere Salze fördern die Veranstaltung. Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Mechernicher Kulturverein „TakT – Toleranz als kulturelle Triebfeder“ wird dem Publikum eine immersive Erfahrung geboten, die zum Nachfühlen und Nachdenken anregt.

Der persische Meistermusiker Davood Azad, hier bei einem Auftritt in der Lutherkirche, verbindet Spiritualität mit höchstem künstlerischen Niveau. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

So soll eine musikalische spirituelle Einstimmung von Davood Azad, begleitet vom renommierten Perkussionisten Reza Samani, eine Atmosphäre der inneren Einkehr kreieren. Mit den Klängen von Tar und Setar sowie von den hochspirituellen Sufis inspirierten Gesängen schaffen die Musiker ein emotionales Fundament, das die Zuschauer aus dem Alltag in die tiefen, menschlichen Fragen des Abends führen soll.

Das nachfolgende Drama „Nathans Tod in Jerusalem“ basiert auf Ghassan Kanafanis „Rückkehr nach Haifa“ und stellt Lessings humanistische Ringparabel „Nathan der Weise“ radikal infrage. Im Zentrum steht Nathan-Akbar, ein Sohn zweier Welten: geboren als Palästinenser, aufgewachsen als Jude. Jalaly nutzt mutig Pathos und surreale Bilder wie Menschen in Zwangsjacken und Koffer-Labyrinthe, um den Teufelskreis aus Trauma, Vertreibung und gegenseitigem Leid darzustellen.

Davood Azad begleitet das Spiel dazu live. Seine Improvisationen reagieren auf die Intensität der Schauspieler, untermalen die „absurd-abstrakten“ Zäsuren und geben dem Unaussprechlichen des Nahost-Konflikts eine Stimme.

Der Ausklang steht unter dem Motto „Die Rückkehr zum Frieden“. Nach dem intensiven Finale schließt Davood Azad den Abend mit zwei Liedern ab als „Balsam für die Seele“. Bayat: „Wo die Politik versagt und nur noch Opfer und Täter bleiben, schlägt diese Kollaboration eine Brücke. »Nathans Tod in Jerusalem« ist kein bloßer Theaterabend, sondern ein tiefgreifendes menschliches Erlebnis über die Zerbrechlichkeit der Heimat und die heilende Kraft der Kunst.“

Tickets unter lutherkirche.ticket.io

takt.reggaelution.de

Eifeler Presse Agentur/epa