Renaturierung ehemaliger Wirtschaftswege

Spezialbagger im Einsatz – Tiere profitieren vom Rückbau hin zu naturnahen Lebensräumen

Mit einem Bagger verschieben die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung das Material des ehemaligen Wirtschaftsweges in den Hang. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/T. Wiesen
Mit einem Bagger verschieben die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung
das Material des ehemaligen Wirtschaftsweges in den Hang. Foto: Nationalparkverwaltung Eifel/T. Wiesen

Schleiden – Forstlich genutzte Wirtschaftswege prägen oftmals das Landschaftsbild in deutschen Wäldern. So auch im 2004 gegründeten Entwicklungs-Nationalpark Eifel, dessen Wälder bis dahin forstwirtschaftlich genutzt wurden. Doch dort werden diese nach und nach nicht mehr befahren. Die Nationalparkverwaltung will nun nicht mehr benötigte Wirtschaftswege zurückbauen. Begonnen wird das mehrjährige Projekt im November 2019 zwischen Rurberg und dem barrierefreien Naturerlebnisraum Wilder Kermeter. Die Arbeiten werden von Mitarbeitenden der Nationalparkverwaltung, mit einem eigens für den Wegerückbau angemieteten Spezialbagger, durchgeführt.

„Auf Forstwirtschaftswegen machen die Schotterdecke und der darunterliegende verdichtete Boden es Pflanzen oft unmöglich, sich im Bereich des Weges zu entwickeln“, so der Fachgebietsleiter Biotop- und Wildtiermanagement des Nationalparks Eifel Florian Krumpen. „Wir lockern den Boden auf und stellen das ursprüngliche Geländeprofil wieder her, wodurch sich die Vegetation wieder frei entfalten kann.“

Doch nicht nur Pflanzen werden durch Wirtschaftswege beeinträchtigt. Auch Tiere profitieren vom Rückbau hin zu naturnahen Lebensräumen. So stellen Wege Barrieren dar, die Tiere in ihren Wanderbewegungen stören können. Insbesondere Insekten – wie etwa Laufkäfer- werden von Wegen oftmals abgehalten, weitere Lebensräume zu erreichen.

Um den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten, identifizierte das Fachgebiet Forschung der Nationalparkverwaltung Eifel zuvor besonders sensible Bereiche, wie die felsigen Biotope der Mauereidechse, damit diese vom Rückbau unberührt bleiben.

Das Wander- und Radwegenetz ist nicht betroffen und Gäste des Nationalparks können wie gewohnt die freigegebenen Wege nutzen.

Im Anschluss an den Wegerückbau im westlichen Kermeter plant die Nationalparkverwaltung einen weiteren Weg im Hetzinger Wald zu renaturieren. In den nächsten Jahren folgen dann weitere Rückbaumaßnahmen, sodass die ehemaligen Wirtschaftswege Stück für Stück aus dem Nationalpark Eifel verschwinden und die Natur sich ihre Lebensräume zurückerobern kann. (eB)

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