„Es gibt kein Patentrezept für ein Dorfauto“

Ergebnisse des LEADER-Projektes „E-ifel mobil“ vorgestellt – Vertreter aus den beteiligten Dörfern berichteten von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen

Das Projektteam um die Vertreter aus den beteiligten Dörfern stellte in Eicherscheid die Ergebnisse der LEADER-Initiative "E-ifel mobil" vor. Bild: LAG Eifel
Das Projektteam um die Vertreter aus den beteiligten Dörfern stellte in Eicherscheid die Ergebnisse der LEADER-Initiative „E-ifel mobil“ vor. Bild: LAG Eifel

Eifel – Die Ergebnisse des LEADER-Projektes „E-ifel mobil“ sollen Anregung und Hilfestellung für Dörfer sein, die sich mit der Idee eines Dorfautos, Carsharing oder anderen gemeinschaftlichen Mobilitätsangeboten befassen. Vor diesem Hintergrund hatten sich über 60 Dorfvertreter und Experten aus Mobilität und Verkehr zur Abschlussveranstaltung in Simmerath-Eicherscheid eingefunden.

Während der zweijährigen Projektlaufzeit wurden in fünf Modelldörfern in der nordrhein-westfälischen Eifel systematisch Organisationsmöglichkeiten für die geteilte Fahrzeugnutzung auf dem Land erprobt. Die StädteRegion Aachen sowie die Kreise Düren und Euskirchen unterstützten die Maßnahme finanziell und mit Know-How, der Energiedienstleister Energie Nordeifel („ene“) und die Energie und Wasser-Versorgung GmbH (EWV) stellten für die Pilotphasen Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Die Projektleitung lag beim Regionalmanagement der LEADER-Region Eifel.

Zum Abschluss des Projektes „E-ifel mobil“ berichteten die Vertreter aus den beteiligten Dörfern von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen. Sie belegten eindeutig, dass Carsharing auch in der ländlichen Eifel möglich ist. Der im Vergleich mit dem städtischen Raum geringeren Nutzerdichte und den weiteren Entfernungen muss jedoch mit angepassten Lösungen begegnet werden. Dabei liegt der Schlüssel in bürgerschaftlich getragenen Initiativen und einer verantwortlichen ehrenamtlichen Organisation vor Ort.

In Freilingen beispielsweise hatte Simone Böhm, Ortsvorsteherin von Freilingen und stellvertretende Bürgermeisterin Blankenheims, in Sachen Dorfauto für einen ehrenamtlichen Fahrdienst gerade für Senioren gesorgt. Ihr Sohn Lukas hatte ein spezielles Internet-Buchungsportal für das „Dorf-Auto“ erstellt, welches auch am Thürne zum Einsatz kam.

Auch die anderen lokalen Projekte in Hürtgenwald-Gey, Simmerath-Eicherscheid, Nideggen-Berg und in der Bad Münstereifeler Dörfergemeinschaft „Am Thürne“ lieferten wertvolle Erkenntnisse für Mobilitätslösungen im ländlichen Raum. So wird das „thürneMobil“ nicht nur als Dorfauto genutzt, Dank ehrenamtlicher Fahrer steht es auch als Fahrdienst für Senioren zur Verfügung.

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LEADER-Regionalmanager Alexander Sobotta und Projektmitarbeiterin Simone Handwerk fassten nach der Vorstellung der Dörfer die Erkenntnisse für die Nordeifel zusammen.“Es gibt kein Patentrezept für ein Dorfauto“, so Alexander Sobotta. Vielmehr können mehrere Faktoren den Projekterfolg günstig beeinflussen. Entscheidend seien unter anderem sehr engagierte „Zugpferde“, die in der Lage seien, weitere Nutzer zu gewinnen.

Das Konzept müsse gemeinsam mit den potenziellen Nutzern entwickelt werden, um dem lokalen Bedarf gerecht zu werden. Die Gemeindeverwaltung könne das Dorfauto durch Beratung, Öffentlichkeitsarbeit oder die Bereitstellung eines Stellplatzes unterstützen. Simone Handwerk wies auf eine weitere, für interessierte Dorfgemeinschaften wichtige Erkenntnis hin: „Aufwendige technische Lösungen für Buchung oder Betrieb sind in der Startphase nicht entscheidend.“

Ab Mitte April steht eine Broschüre mit den wesentlichen Projektergebnissen als Download unter www.leader-eifel.de zur Verfügung. (eB/epa)

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