Wiesenweihen brüteten erneut auf Zülpicher Stadtgebiet

Es handelt sich erneut um den einzigen bekannten Brutplatz der seltenen, vom Aussterben bedrohten Vögel im Rheinland

Dieser Jungvogel wurde bei einem seiner ersten Flüge über dem Neststandort gesichtet.  Bild: Komitee gegen den Vogelmord
Dieser Jungvogel wurde bei einem seiner ersten Flüge über dem Neststandort gesichtet. Bild: Komitee gegen den Vogelmord

Zülpich-Bürvenich – In diesem Sommer hat sich ein Wiesenweihen-Paar ein Gerstenfeld südöstlich von Bürvenich als Brutplatz ausgesucht. Eine absolute Seltenheit, da es sich um den einzigen bekannten Brutplatz der gemäß der Roten-Liste NRW vom Aussterben bedrohten Wiesenweihen im Rheinland handelt. Bereits vor gut acht Wochen wurde das seltene Gelege festgestellt. Damit das Wiesenweihen-Paar seine drei Küken erfolgreich aufziehen konnte, hat das Komitee gegen den Vogelmord in Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Euskirchen und zusammen mit dem Pächter des Feldes den Nistplatz geschützt.

Der Landwirt hat bei der Ernte des Feldes eine etwa 25 mal 25 Meter große Fläche ausgespart. Damit die Jungvögel nicht Opfer von Füchsen oder Wildschweinen werden, wurde dieser Bereich zusätzlich durch einen stromführenden Weidezaun gesichert.

„Mit Schrecken wurde daher Mitte Juli bei einer der regelmäßig durchgeführten Kontrollen festgestellt, dass der aufgestellte Zaun verschwunden war. Zum Glück ist den Küken nichts passiert und es konnte auch rasch ein neuer Zaun aufgestellt werden“, so die Kreispressestelle. Der Zaundiebstahl habe neben dem erhöhten Aufwand, den die Ehrenamtlichen vom Komitee gegen den Vogelmord hatten, auch einen wirtschaftlichen Verlust für den Verein bedeutet.

Nach dem Schlüpfen der Küken habe man eine Wildtierkamera aufgestellt, die das Geschehen im Nest der am Boden brütenden Wiesenweihen beobachtete.

Mittlerweile seien die drei Jungvögel „flügge“ und damit aus dem Gröbsten raus. „Wer Glück hat kann die drei jungen Wiesenweihen für eine kurze Zeit noch im Umfeld ihres Neststandortes beobachten“, so der Kreis weiter. Sie würden jedoch schon bald zu einem Langstreckenflug nach Westafrika, wo sie südlich der Sahara überwintern, aufbrechen.

Auch in den letzten Jahren hatte sich jeweils ein Wiesenweihen-Paar Gerstenfelder im Stadtgebiet von Zülpich als Brutplatz ausgesucht. Das Stadtgebiet von Zülpich ist anscheinend, da hier auch in den vergangenen Jahren jeweils der einzige bekannte Wiesenweihen-Brutplatz im Rheinland lag, besonders attraktiv für die vom Aussterben bedrohte Art. „Wiesenweihen haben hier jedenfalls reichlich Auswahl an Getreidefelder mit freier Sicht, wenigen Vertikalstrukturen und vielen Mäusen“, so der Kreis. (epa)

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