Internationale Flusskrebstagung hat begonnen

Ausstellung „Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel“ im Kurhaus Schleiden-Gemünd noch bis zum 6. Oktober kostenfrei zu besichtigen

Der Schutz der heimischen Edel- und Steinkrebse ist Thema der internationalen Flusskrebstagung im Nationalpark Eifel von über 100 Experten aus sieben Ländern. In der Ausstellung „Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel“ im Kurhaus Schleiden-Gemünd, die bis zum 6. Oktober kostenfrei geöffnet ist, sind unter anderem lebende Edelkrebse (Foto) zu besichtigen. Bild: Life+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis“
Der Schutz der heimischen Edel- und Steinkrebse ist Thema der internationalen Flusskrebstagung im Nationalpark Eifel von über 100 Experten aus sieben Ländern. In der Ausstellung „Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel“ im Kurhaus Schleiden-Gemünd, die bis zum 6. Oktober kostenfrei geöffnet ist, sind unter anderem lebende Edelkrebse (Foto) zu besichtigen. Bild: Life+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis“

Schleiden-Gemünd Mit der Eröffnung der Ausstellung „Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel“ durch den Schleidener Bürgermeister Udo Meister und Landrat Günter Rosenke startete die Internationale Flusskrebstagung, die noch bis zum 15. September 2013 im Kurhaus in Schleiden-Gemünd stattfindet. Über Vorträge und Exkursionen in der Region tauschen sich über 100 Flusskrebsexperten, Biologen, Ökologen und andere Interessierte aus Italien, Großbritannien, der Schweiz, Österreich, Niederlanden, Liechtenstein und Deutschland über Themen wie Artenschutz-Projekte, Krebszucht sowie invasive Krebse aus.

Die begleitende Ausstellung über Flusskrebs- und Fließgewässerschutz ist auch für Laien hoch interessant. Besonders beliebt sind die Aquarien, in denen sechs verschiedene lebende heimische und nicht heimische Flusskrebsarten zu beobachten sind. Die Ausstellung im Kurhaus Scheiden-Gemünd ist bis zum 6. Oktober 2013 täglich von 12:30 bis 20 Uhr kostenfrei zu besichtigen. 

Bürgermeister der Nationalpark-Stadt Schleiden Udo Meister (m.l.) und Landrat Günter Rosenke des Kreises Euskirchen (m.r.) begrüßen die Gäste der Internationalen Flusskrebstagung und eröffnen die Ausstellung „Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel“, die bis zum 6. Oktober im Kurhaus Schleiden-Gemünd kostenfrei zu besichtigen ist. Bild: Life+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis
Bürgermeister der Nationalpark-Stadt Schleiden Udo Meister (m.l.) und Landrat Günter Rosenke des Kreises Euskirchen (m.r.) begrüßen die Gäste der Internationalen Flusskrebstagung und eröffnen die Ausstellung „Flusskrebs & Co. – natürliche Bäche für die Eifel“, die bis zum 6. Oktober im Kurhaus Schleiden-Gemünd kostenfrei zu besichtigen ist. Bild: Life+-Projekt „Wald-Wasser-Wildnis

Bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend hieß der Bürgermeister der Stadt Schleiden Udo Meister die Gäste willkommen. Im Anschluss daran hob Landrat Günter Rosenke in seiner Ansprache die Verantwortung des Kreises Euskirchen für den Flusskrebsschutz in NRW hervor: „Neben dem Rhein-Sieg-Kreis ist der Kreis Euskirchen der einzige Kreis in NRW, in denen beide heimische Flusskrebsarten, der Edelkrebs und der Steinkrebs, noch vorkommen“. Aber auch hier leben beide Arten nur noch in einem kleinen Teil des ursprünglichen Verbreitungsgebiets. Schuld daran ist die ab 1880 mit amerikanischen Krebsarten eingeschleppte „Krebspest“. Dabei handelt es sich um eine für den Edel- und Steinkrebs, nicht aber für die amerikanischen Krebse, tödliche Erkrankung. Für einen weiteren Rückgang sorgten in der Vergangenheit der Verbau und die Begradigung von Fließgewässer sowie die Gewässerverschmutzung und anderer nichtheimische Krebsarten, die die heimischen verdrängen. 

Seither hat sich aber auch vieles im Bereich Gewässer- und Krebsschutz getan. Dies verdeutlichen die vielen Ausstellungstafeln zahlreicher Projekte aus der Region. Bei einer Führung durch die Ausstellung weist Dr. Harald Groß vom Kreis Euskirchen und vom Edelkrebsprojekt NRW unter anderem auf das Projekt „Ahr 2000“ hin. „Im Ahrsystem wurden durch das Projekt die Fließgewässer optimiert und erfolgreich wieder Edelkrebse ausgewildert“, weiß der Krebsexperte zu berichten. Bettina Krebs, Mitarbeiterin bei der Biologischen Station StädteRegion Aachen, stellt die Aktivitäten der regionaler LIFE+-Projekte „Lebendige Bäche in der Eifel“, „Rur und Kall- Lebensräume im Fluss“  sowie „Wald – Wasser – Wildnis“ vor. „Mit dem Förderprogramm LIFE unterstützt die Europäische Kommission das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000, davon profitiert auch der Lebensraum Fließgewässer“, so die Biologin.

Zur Tagung und Ausstellung hatten das Forum Flusskrebse sowie das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW und die Biologische Station StädteRegion Aachen e.V. als Partner des LIFE+ -Projekts „Wald Wasser Wildnis“ gemeinsam eingeladen. Im Rahmen des Projekts soll der vom Aussterben bedrohte Steinkrebs wieder im Nationalpark angesiedelt werden. Dies war der Anlass, sich im Rahmen der Projekttagung mit dem Thema Flusskrebse auseinanderzusetzen. Mit dem Forum Flusskrebse konnte hierfür ein idealer Partner gewonnen werden. Das Forum Flusskrebse veranstaltet regelmäßig Tagungen zum Thema Flusskrebse. Die durch die Biologische Station und die Nationalparkverwaltung organisierte Tagung in der Eifel ist bereits die sechste Tagung des Zusammenschlusses von Krebsexperten. Unterstützt wird die Veranstaltung durch den Kreis Euskirchen und das Edelkrebsprojekt NRW.

(Quelle: Nationalparkforstamt Eifel, Biologische Station StädteRegion Aachen,  Forum Flusskrebse, Edelkrebsprojekt NRW, Kreis Euskirchen)

 

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