Caritas Euskirchen startet mit Flüchtlingshilfe

Über 1.000 Flüchtlinge leben derzeit im Kreis Euskirchen, davon 265 in der Stadt Euskirchen – Neue Nachbarn verschenkten Teppich, der die großen Weltreligionen in friedlicher Eintracht zeigt

Mit dem neuen Caritasprojekt wird Euskirchen ein Teil der von Rainer Maria Kardinal Woelki ins Leben gerufenen Aktion „Neue Nachbarn“. Bild: Carsten Düppengießer
Mit dem neuen Caritasprojekt wird Euskirchen ein Teil der von Rainer Maria Kardinal Woelki ins Leben gerufenen Aktion „Neue Nachbarn“. Bild: Carsten Düppengießer

Euskirchen – „Nach unserem Selbstverständnis als Caritas sind wir für alle Menschen da, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion, und zwar immer dann, wenn unsere Hilfe gebraucht wird.“ Mit diesen Worten eröffnete der geschäftsführende Vorstand der Caritas, Franz Josef Funken, die am 1. Juni neu eröffnete Flüchtlingshilfe in Euskirchen. Damit wird Euskirchen ein Teil der von Rainer Maria Kardinal Woelki ins Leben gerufenen Aktion „Neue Nachbarn“. Unterstützt wird die Aktion durch das Erzbistum Köln, den Kreisdechanten und die Pfarrgemeinden, die alle an einem Strang ziehen, um den neuen Nachbarn zu helfen. Dies sei nicht nur ein Akt menschlicher Nächstenliebe, sondern auch eine Chance, dem demographischen Wandel in Deutschland entgegenzuwirken, so Funken.

„Es ist wirklich unglaublich, wie hoch die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen ist!“, konstatierte Peter Müller-Gewiss, Koordinator der Aktion „Neue Nachbarn“ auf der Eröffnungsfeier und erhielt für diese Worte Applaus von den anwesenden Flüchtlingen, Ehrenamtlichen und Politikern. So groß war das Interesse, dass die Räumlichkeiten beinahe nicht ausreichend Platz boten, um alle Interessierten unterzubringen.

„Flüchtlinge und Ehrenamtliche selbst hatten mit vielen landestypischen Gerichten ein exotisches Buffet gezaubert, im Garten wurde gegrillt und für die Kinder wurden kreative Beschäftigungen geboten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Caritasverbands. Darüber hinaus habe die Young Caritas „Coffee to help“ aus, ein Projekt, dass Kinder in Äthiopien unterstützt.
Bereits seit einiger Zeit hilft die Caritas in Gestalt von Peter Müller-Gewiss und Migrationsberaterin Ingrid Schiffer den Flüchtlingen dabei, sich in ihre neue Heimat einzufinden – seien es Behördengänge, Arztbesuche oder beim Erlernen der deutschen Sprache. Vor allem aber sollen sich die Flüchtlinge in Deutschland heimisch fühlen und eine Beschäftigung finden.

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„In den letzten Jahren stieg die Zahl der Flüchtlinge signifikant an, bereits über 1.000 Flüchtlinge leben derzeit im Kreis Euskirchen, davon 265 in der Stadt Euskirchen. Daher wird das Team der Flüchtlingshelfer nun um Werksstudentin Juliane Wetzlar verstärkt“, so die Caritas weiter. Weitere 40 Ehrenamtliche helfen den Flüchtlingen, sich in ihrer neuen Nachbarschaft zurechtzufinden.

Während der Eröffnungsfeier schenkte eine Gruppe, bestehend aus Frauen aus zwölf verschiedenen Nationen, der Caritas einen Quilt. Der in zwei Jahren mühevoller Handarbeit entstandene Teppich zeigt die großen Weltreligionen in friedlicher Eintracht. Der Euskirchener Pfarrer Max Offermann segnete die Räumlichkeiten und bat, dass jeder Anwesende auf seine Weise seinen Gott bitten solle, diese Räume zu einem Ort der Freundschaft und des Friedens werden zu lassen.

Dass die Caritas-Hilfe ankommt, wurde deutlich, als Christ Domgjoni stellvertretend für alle anderen Flüchtlinge Caritas-Vorstand Funken eine Urkunde überreichte, auf der viele der Flüchtlinge unterzeichnet hatten um ihre Dankbarkeit auszudrückten. Man habe ihm und allen anderen Flüchtlingen ein warmes Willkommen bereitet und viel Hilfe zuteilwerden lassen, sodass sie sich gut im Kreis Euskirchen angekommen fühlen, heißt es in der Pressemitteilung weiter. (epa)

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