Grundschüler durchforsteten „Papierdschungel“

Schüler fanden heraus, dass in einigen Ländern die Papierproduktion negativen Einfluss auf die Menschen und die Umwelt hat

Schülerinnen der Klasse 3b der Gemeinschaftsgrundschule in Bad Münstereifel gießen buntes Papier. Bild: Kreis Euskirchen
Schülerinnen der Klasse 3b der Gemeinschaftsgrundschule in Bad Münstereifel gießen buntes Papier. Bild: Kreis Euskirchen

Kreis Euskirchen – Die Schülerinnen und Schüler der dritten Grundschulklassen des Kreises Euskirchen tauchten mit Begeisterung in das Thema „Papier“ ein. Die Abfallberatung des Kreises führte das sechsstündige Schulprojekt gemeinsam mit dem DHB-Netzwerk Haushalt e. V. durch. Von Anfang März bis Ende Mai 2015 wurden Grundschulen besucht, die sich für das Nachhaltigkeitsprojekt „Papierdschungel“ beworben hatten.

Die Kinder türmten einen Stapel aus den unterschiedlichsten Papiersorten auf einer Waage auf. Genau 4,7 Kilogramm sollten es sein. Sie lernten, dass diese Menge dem durchschnittlichen Wochenverbrauch eines Deutschen entspricht.

Im Klassenraum liegen gute zehn Kilogramm Holz auf dem Boden. Eine Schülerin bemerkt: „Krass, so viel Holz muss für jeden von uns pro Woche gefällt werden!“ Nachdem jedem klar ist, dass für die Herstellung von Papier eine enorme Menge an Holz und auch an Chemikalien benötigt wird, „reisen“ die Kinder in Gruppen in unterschiedliche Länder der Welt. Ob Indonesien, Kanada, Finnland oder Brasilien – alle diese Ländern stehen im Zusammenhang mit der Papierherstellung.

Die Schülerinnen und Schüler finden schnell heraus, dass in diesen Ländern die Papierproduktion negativen Einfluss auf die Menschen und die Umwelt hat. Besonders betroffen sind die Kinder, als sie das Foto eines Kleinkindes sehen, das am ganzen Kopf juckenden Hautausschlag hat, denn in Indonesien gibt es noch Papierfabriken, die als Bleichmittel schädliches Chlor einsetzen und dies direkt in die Flüsse einleiten. Kinder, die dort baden, können Hautausschlag, die sog. „Chlorakne“, bekommen.

Die Klassen suchten Ideen, um den Menschen dort zu helfen. Schnell wurde klar, dass jeder von ihnen dabei mithelfen kann, indem er nicht so viel Papier verschwendet oder beim Einkaufen darauf achtet, Recyclingpapier auszuwählen. Das erkennt man am Umweltzeichen „Blauer Engel“.

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Am Ende des Schultages durften die Kinder selbst Papier „recyceln“. Sie schöpften graues Papier, das noch mit gepressten Blumen verziert wurde und gossen buntes Papier. Aus alten Landkarten oder Zeitschriften stellen sie neue Briefumschläge her. „Ganz schön billig!“, bemerkte ein Schüler, als er mitbekam, dass dies alles aus Papierabfällen entstanden ist.

Fragen beantwortet die Abfallberatung des Kreises gerne unter Tel. 02251/15-371 oder per E-Mail abfallberatung@kreis-euskirchen.de. (epa)

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