Ihr Herz schlägt für chinesische Findel- und Waisenkinder

65 Frauen, Männer und Jugendliche kümmern sich im Dahlemer Verein „Kindern Leben geben“, um das Leben von Findel- und Waisenkindern in China – Eifeler haben bereits zahlreiche Kinderheime unterstützt

Mama Kong auf dem Weg zum KIndergarten. Der Verein "Kindrn Leben geben" übernimmt dauerhaft die Kosten für Verpflegung und Bekleidung der Kinder, für Schulgebühren und operative Eingriffe. Bild Kindern Leben geben
Mama Kong auf dem Weg zum KIndergarten. Der Verein „Kindern Leben geben“ übernimmt dauerhaft die Kosten für Verpflegung und Bekleidung der Kinder sowie  für Schulgebühren und operative Eingriffe. Bild Kindern Leben geben

Dahlem/Eifel – „In China leben über 1,3 Milliarden Menschen. Alle 30 Sekunden wird dort ein Kind mit Behinderungen geboren, das sind eine Millionen Kinder pro Jahr“, berichtet Heinz Schmitz, Pressesprecher des Vereins „Kindern Leben geben“. Grund für diese Katastrophe sei eine explosive Entwicklung von Wirtschaft und Industrie bei einem gleichzeitig mehr als mangelhaft betriebenen Umweltschutz. Schmitz: „Die ausgestoßenen Schadstoffe gelten als Hauptursache für die unverhältnismäßig hohe Zahl an Kindern mit Missbildungen.“ Stark betroffen sei beispielsweise die Kohleprovinz Shanxi.

Da in China jahrzehntelang die strenge Einkindpolitik geherrscht habe, die erst kürzlich etwas wegen der Überalterung der Gesellschaft gelockert worden sei, seien Kinder mit Behinderung oft im Pappkarton vor Kinderheimen, Kirchen, Bahnhöfen und an Straßenrändern ausgesetzt worden, in der Hoffnung, dass sich mildtätige Menschen um sie kümmern würden. „Denn das staatlich erlaubte einzige Kind der Familie sollte ein gesundes und schönes Kind sein“, so Schmitz.

Hinzu komme, dass Kleinbauern und gut 269 Millionen Wanderarbeiter finanziell kaum in der Lage seien, sich um ein behindertes Kind zu kümmern, geschweige denn die medizinische Versorgung zu bezahlen.

Im Kinderheim Daming wurden Gebäudeteile renoviert und ein Heizkessel erneuert. Bild: KIndern Leben geben
Im Kinderheim Daming wurden Gebäudeteile renoviert und ein Heizkessel erneuert. Bild: KIndern Leben geben

Seit fünf Jahren gibt es den Verein „Kindern Leben geben“, der am 25. Mai 2010 im Pfarrheim von Dahlem gegründet wurde. 65 Frauen, Männer und Jugendliche arbeiten derzeit ehrenamtlich mit großem Engagement an dem Ziel, das Leben von Findel- und Waisenkindern in China zu retten und ihnen eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen.

„Sie alle haben erkannt, dass die meisten dieser Kinder ohne dauerhafte Hilfe keine reelle Lebenschance erhalten würden“, so Schmitz. Seit 2014 ist Ina Lembach, die Gattin des Dahlemer Bürgermeisters Jan Lembach, Vorsitzende des Vereins. Ihre Stellvertreterin ist Silvia Schlaugat-Müller, Schriftführer ist Heinz Schmitz und Geschäftsführer Erich Mertens.

Die Kleinsten im Heim "Bethany Home" Dort finanziert der Verein unter anderem die Löhne des angestellten Pflege- und Betreuungspersonals. Bild: Kindern Leben geben
Die Kleinsten im Heim „Bethany Home“ Dort finanziert der Verein unter anderem die Löhne des angestellten Pflege- und Betreuungspersonals. Bild: Kindern Leben geben

Der rührige Verein unterstützt heute bereits eine ganze Reihe von Kinderprojekten in China. So leisten die Vereinsmitglieder finanzielle Unterstützung beim Bau, bei der Einrichtung und beim Unterhalt eines privaten Waisenhauses in der Ortschaft JuiJi bei der Stadt JinZongh in der Provinz Shanxi. Hier hat „Mama Kong“ Zhenlan im Zeitraum von 1982 bis heute gegen den Willen der örtlichen Behörden 36 Kinder adoptiert und aufgezogen. „Wir übernehmen hier dauerhaft die Kosten für Verpflegung und Bekleidung der Kinder, für Schulgebühren und operative Eingriffe“, so Schmitz. Finanziert wurden dort aber auch Haushaltsgeräte, Spielgeräte und Transportmittel. Aktuell wird der Neubau eines Wohntraktes für die heranwachsenden Schüler finanziell gefördert.

Weitere Unterstützung gibt es für das Waisenhaus Bethany Home, Taiyuan. Hier finanziert der Verein die Löhne des angestellten Pflege- und Betreuungspersonals. Soweit möglich werden auch notwendige bauliche Maßnahmen, wie z.B. die Erneuerung des Heizkessels, gefördert. Im kommenden Jahr steht hier eine weitere Operation des vierjährigen Mädchens Yang Tian Na an. Die Kosten betragen ca.14.000 Euro.

„Durch eine Mitgliedschaft in unserem Verein werden unsere Bemühungen unterstützt, besonders benachteiligten Kindern in einer Region unserer Erde eine reelle Lebenschance zu geben“, so Ina Lembach. Jede Spende sei darüber hinaus ein Baustein auf dem Weg zu einer gerechteren Welt für Kinder.

Beachtlich ist, wie viel der Verein in den wenigen Jahren seines Bestehens bereits geleistet hat. Im Kinderheim Daming Sigao Educational Center, das von der Kongregation der Schulschwestern „Unserer lieben Frau von Kalocsa“ betrieben wird und sich in der Provinz Hebei befindet, wurden beispielsweise Gebäudeteile renoviert und ebenfalls ein Heizkessel erneuert. In diesem Jahr finanziert der Verein teilweise die Kosten für den Lebensunterhalt der Kinder.

Das private Kinderheim St. Therese Home of Love in der Provinz Jilin nahe der nordkoreanischen Grenze stand 2013 infolge staatlicher Auflagen hinsichtlich der baulichen Unterbringung der Kinder kurz vor der Zwangsschließung. Dort haben die Eifeler den Kauf größerer Gebäude und deren Renovierung finanziert. Der Verein trägt des Weiteren auch die Kosten für den Lebensunterhalt und die Schulgebühren für sechs Kinder, die eine höhere Schule bzw. Sonderschule besuchen.

Über weitere Projekte informiert der Verein auf seiner Homepage. Möglich werden die Unterstützungen durch Spenden, die in der Region und durch vielfältige Aktionen gesammelt werden.
Darüber hinaus kann man auch Pate eines Kinderheimes werden. Mehr über den Verein, wie man ihn unterstützen, spenden oder Mitglied werden kann unter:

www.kindern-leben-geben.org

Eifeler Presse Agentur/epa

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