Flüchtlinge helfen bei der Garten- und Landschaftspflege

Projekt des Caritasverbands für die Region Eifel und der Gemeinde Hellenthal bietet Beschäftigung für Asylsuchende – Mittelfristiges Ziel ist es, Menschen eine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben

Acht Flüchtlinge arbeiten in einem Projekt der Caritas Schleiden in der Garten- und Landschaftspflege. Bild: Arndt Krömer
Acht Flüchtlinge arbeiten bei einem Projekt der Caritas Schleiden in der Garten- und Landschaftspflege. Bild: Arndt Krömer/Caritas Eifel

Hellenthal – In gemeinsamen Gesprächen zur Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen hat sich der Caritasverband für die Region Eifel bereits im September auf ein gemeinsames Pilotprojekt für Flüchtlinge mit der Gemeinde Hellenthal verständigt. Unter dem Leitgedanken „Wir tun etwas für Flüchtlinge, Flüchtlinge tun etwas für uns“ sollte deren Integration in die Arbeitswelt in einem ersten Schritt gelingen. Die Gemeinde vermittelt dabei Asylsuchende an die Caritas, die sodann die Betreuung der Menschen übernimmt. „Über unser Projekt »ARbeit TEilen« (ARTE) bieten wir den Flüchtlingen zunächst leichte Aushilfsarbeiten im Bereich der Garten- und Landschaftspflege“, berichtet die Caritas.

Zum Projektstart Anfang Oktober kamen acht Flüchtlinge aus Bangladesch, Syrien, Pakistan, Ghana und dem Kosovo zum Hellenthaler Waldfriedhof, die sich zuvor für die Arbeiten gemeldet hatten.

„Ich sehe hier acht hoch motivierte Menschen“, sagte Alexander Fischer, Fachbereichsleitung Psychiatrische Dienste und Projektverantwortlicher. „Es ist ein wichtiges Signal an unsere Bevölkerung, wenn wir zeigen: diese Menschen wollen etwas tun und unterstützen uns mit ihrer Arbeit.“

Rudolf Westerburg, Bürgermeister von Hellenthal, erklärte: „Die Flüchtlinge werden über den 1-EURO-Job finanziert und erhalten so die Möglichkeit, bei uns ihr eigenes Geld zu verdienen“. Der Wunsch zu arbeiten, so die Caritas, sei bereits beim Projektstart deutlich geworden: „Sofort begannen die ausländischen Mitbürger damit, die Rasenmäher unter die Lupe zu nehmen und machten deutlich, dass sie am liebsten sofort loslegen wollten.“

Laut Bürgermeister Westerburg gibt es in der Gemeinde Hellenthal viele Kilometer Wanderwege, Hecken, Rasenflächen, Spielplätze usw. und damit sinnvolle Arbeiten zuhauf. Mittelfristig sei jedoch das Ziel, den Menschen eine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben: „Wer beispielsweise in Syrien sein Medizinstudium unterbrechen musste, um sein Leben zu retten und nach Europa zu fliehen, der sollte bei uns eine faire Chance bekommen, sein Studium zu beenden und als Arzt zu praktizieren“, erläutert Rolf Schneider, Geschäftsführer der Caritas. Wie dies hinsichtlich der Anerkennung von bereits geleisteten Semestern oder anderen Ausbildungsgängen vollzogen werden kann, müsse in einem zweiten Schritt entwickelt werden. (epa)

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