Corona-Pandemie sorgt für starke psychische Belastung bei Studenten und Auszubildenden

Drei Viertel sorgen sich vor erneuten Kontaktbeschränkungen – 43 Prozent haben Bedenken, dass die Impfung gegen Covid-19 nicht ausreichend schützt – Rund ein Viertel der Hochschüler und Lehrlinge berichtet von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Verspannungen sowie von Ein- oder Durchschlafproblemen

Laut einer forsa-Umfrage fühlen sich 40 Prozent der Studenten und Auszubildenden durch die Corona-Pandemie stark gestresst. Symbolbild:Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Laut einer forsa-Umfrage fühlen sich 40 Prozent der Studenten und Auszubildenden durch die Corona-Pandemie stark gestresst. Symbolbild:Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen/Deutschland – Laut einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse fühlen sich 40 Prozent der Studenten und Auszubildenden durch die Corona-Pandemie stark gestresst. Die große Mehrheit (74 Prozent) treibe mit Blick auf die kommenden Monate vor allem die Sorge vor erneuten Kontaktbeschränkungen um. 30 Prozent belaste dieses Szenario sogar schwer, denn davon hingen nicht nur Lernstrukturen in Ausbildung und Studium ab, sondern auch der Austausch mit Kommilitonen und Dozenten, das Knüpfen von Kontakten für den Berufseinstieg oder das Kennenlernen potenzieller Lebenspartner. „Mit der Sorge vor erneuten Kontaktverboten geht deshalb auch die Furcht vor Einsamkeit einher: Das geben 44 Prozent der rund 1.000 Befragten an. 43 Prozent der Hochschüler und Lehrlinge haben zudem Bedenken, dass die Impfung gegen Covid-19 nicht ausreichend schützt, was im Falle einer Erkrankung zu einer Quarantäne und somit auch wieder zum Alleinsein führen würde“, heißt es in einer Pressemitteilung der KKH.

Viele der 16- bis Ende 20-Jährigen belaste darüber hinaus die Unsicherheit bezüglich ihres Fortschritts in Ausbildung und Studium. Ein neues Studienfach oder ein Ausbildungswechsel, Praktika oder Projektarbeiten in Unternehmen, Vorstellungsgespräche bei späteren Arbeitgebern: Alles hänge wegen Corona in der Luft. So befürchteten 65 Prozent der Befragten, dass sich auch in den kommenden Monaten wichtige Praktika und Auslandssemester schlecht planen ließen. Fast die Hälfte mache sich darüber hinaus Sorgen, Lernstoff nachholen zu müssen, so dass es zu einer Verzögerung von Ausbildung oder Studium komme. Gut ein Drittel befürchte zudem finanzielle Defizite, wenn der bisherige Nebenjob durch die Pandemie weiterhin wegfalle oder die Eltern wegen krisenbedingter beruflicher Probleme weniger zahlen könnten als bisher.

„Der Verlust an Sicherheit und Planbarkeit sorgt besonders bei Studierenden für Stress, da deren Alltagsstrukturen weniger gefestigt sind als die von Schülern und Berufstätigen“, heißt es weiter. Wie die Umfrage zeige, habe der letzte Lockdown 42 Prozent der Studierenden und 36 Prozent der Auszubildenden psychisch stark belastet. So berichteten knapp zwei Drittel der Berufsanwärter, dass sie während der Viruskrise bislang häufiger demotiviert wären. Rund jeder Zweite sei darüber hinaus tagsüber häufiger müde oder erschöpft. Die KKH: „Je fast 40 Prozent der Befragten wiesen zudem depressive Symptome auf oder waren schneller gereizt als üblich. Rund ein Viertel der Hochschüler und Lehrlinge berichtet außerdem von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Verspannungen sowie von Ein- oder Durchschlafproblemen. Ebenfalls rund jeder Vierte gibt darüber hinaus zu, während der Pandemie bislang ängstlicher gewesen zu sein.“

Für manche Studenten und Auszubildende aus der Eifel dürften die psychischen Probleme noch weitaus größer sein.  Nicht nur die Corona-Pandemie, auch die Flutkatastrophe hat bei vielen an den Nerven gezerrt. Während der langen Zeit des Homeschoolings haben darüber hinaus viele ihre Wohnungen in den Universitätsstädten gekündigt und sind zurück in die Eifel gezogen. Aufgrund zerstörter Infrastruktur ist es allerdings schwierig, aus der Eifel per Schienenersatzverkehr überhaupt bis zum nächsten intakten Bahnhof und von dort beispielsweise nach Köln zu gelangen, um jetzt wieder am Präsenzunterricht teilzunehmen, geschweige denn, in der Domstadt rasch eine neue Wohnung zu finden.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 1.001 Teilnehmer, davon 696 Studierende und 305 Auszubildende, vom 5. Juli bis 24. September 2021 repräsentativ im Auftrag der KKH befragt. Laut Statistischem Bundesamt gibt es 2,9 Millionen Studierende (Wintersemester 2020/21) und 1,3 Millionen Auszubildende (2020) in Deutschland. Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit mehr als 1,6 Millionen Versicherten. (epa)

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