Hunderte Profimusiker veröffentlichen Manifest gegen Diskriminierung von Ungeimpften

Anders als viele populäre Musikbands wollen sich vor allem Klassik- und Jazzmusiker nicht in eine Position drängen lassen, in der man gezwungen sei, die staatlicherseits auferlegten 2- bzw. 3- G-Regeln für den Zugang zu Kunst und Kultur anerkennen zu müssen – „Gesellschaftszersetzender Angriff auf die Würde des Menschen“ –  Auch Musiker aus dem Kreis Euskirchen sind vertreten

Hunderte professionelle Musiker möchten, dass Musik und Kunst den gewohnten, diskriminierungsfreien und freiheitlichen Raum zurückgegeben wird. Bild: Musik in Freiheit
Hunderte professionelle Musiker möchten, dass Musik und Kunst der gewohnte, diskriminierungsfreie und freiheitliche Raum zurückgegeben wird. Bild:  Johannes Werner Schenk/The Independent Artists Medienproduktion

Region/Deutschland – Professionelle Musiker, die sowohl freischaffend als auch in Festanstellung in Deutschland sowie international tätig sind, und die zu renommierten Orchestern, Bands und Ensembles gehören sowie Solisten, Musikschaffende und Lehrende aus allen musikalischen Genres fordern jetzt in einem Manifest, „der Musik und der Kunst im direkten Austausch mit allen Menschen ihren dringend notwendigen, gewohnten, diskriminierungsfreien und freiheitlichen Raum zurückzugeben“.

„Unser Schaffen als Musiker basiert auf universellen und grundlegenden Werten wie gegenseitigem Respekt, Empathie, Mitgefühl und Toleranz. Wir sehen jeden Menschen als einzigartiges Individuum, das auf Grundlage seiner Lebenserfahrung eigenverantwortliche Entscheidungen trifft“, heißt es in dem Manifest, das über 400 Erstunterzeichner zählt, darunter international gefeierte Solisten wie Markus Stockhausen. Auch Musiker aus dem Kreis Euskirchen sind vertreten. Die Zahl der Mitunterzeichner wächst derzeit weiter an. Musik, so heißt es in dem Manifest, könne ihre Kraft nur dann entfalten, wenn alle Menschen freien Zugang zu Konzertveranstaltungen hätten, unabhängig von Bedingungen und Einschränkungen, jeder Einzelne frei entscheiden könne, unter welchen Umständen ein Konzertbesuch verantwortungsvoll möglich sei und Künstler ihre Kunst ungehindert ausüben könnten.

„Seit Beginn der Lockdowns und der folgenden Deklaration der »epidemischen Lage von nationaler Tragweite« gibt es politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die wir unter anderem als Konformitätsdruck mit der Impfung gegen Covid-19 als pauschal angenommene Grundlage zur Aufhebung der Freiheitseinschränkungen für alle wahrnehmen“, so die Unterzeichner des Manifests. Den Menschen sei das gemeinsame Musizieren und das gemeinsame Erleben von Musik in weiten Teilen verfassungswidrig verboten worden. „Unser so wesentliches, impulsgebendes, gesellschaftliches Wirken musste in der Vergangenheit weitestgehend ausbleiben und ist durch restriktive Maßnahmen weiterhin massiv eingeschränkt (3G-/ 2G-Regelung). Für viele Musiker bedeutet dies bereits jetzt den Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage.“ Darüber hinaus würden angehende Musiker an ihrer Ausbildung gehindert. Nachwuchssorgen nähmen in verschiedenen Regionen teilweise stark zu. Das kulturelle Erbe könne so nicht mehr adäquat an zukünftige Generationen weitergegeben werden.

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„Mit den aktuellen Maßnahmen und Regeln verbreitet sich darüber hinaus in unseren Augen ein Menschenbild, das jeden Mitmenschen als einen potenziellen Gefährder ansieht. Dieser Angriff auf die Würde des Menschen ist gesellschaftszersetzend – nicht nur räumlich, sondern auch rechtlich, persönlich und emotional“, heißt es weiter in dem Manifest.

In ihrem Schreiben weisen die Musiker, die sich als Netzwerk „Musik in Freiheit“ zusammengeschlossen haben, mit Bezug auf die Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PVER) Nr. 2361 vom 27. Januar 2021, darauf hin, dass die Impfung eine ureigene Entscheidung jedes Einzelnen sei. Es dürfe in der Schlussfolgerung niemand zu einer Impfung genötigt oder im Falle einer Ablehnung der Impfung diskriminiert, erpresst, bedroht, diffamiert, verfolgt, stigmatisiert, isoliert oder in anderer Weise benachteiligt werden, sei es durch den Staat, die Wirtschaft oder gesellschaftliche Mehrheiten. „Das muss gerade dann gelten, wenn es sich bei dem Impfstoff um einen derart neuen handelt, dass die Zulassung lediglich unter der Bedingung erteilt wird, dass Forschungsergebnisse nachgeliefert werden“, so die Musiker. Besagte Resolution gelte für alle Bereiche des Daseins und für das friedliche, gesellschaftliche Zusammenleben und sei vom Europarat, dem unabhängigen Hüter der Menschenrechte in Europa, am 27. Januar 2021, beschlossen worden. Sie stehe für sich als Mahnung an die verantwortlichen Vertreter aller europäischen Staaten.

„Wir Musiker möchten uns nicht in eine Position gedrängt fühlen, in der wir gezwungen werden, die staatlicherseits auferlegten 2- bzw. 3- G- Regeln für den Zugang zu Kunst und Kultur anerkennen zu müssen und hierdurch eine Kluft zwischen uns und unserem liebgewonnenen Publikum, unseren Fans und Freunden aufzureißen“, heißt es im Manifest. Es stehe ihnen als Musikern in keiner Weise zu, derartige Gesundheitsdaten abzufragen. Hierbei handele es sich um eine Aufgabe, die wenn überhaupt, ausschließlich durch den Staat durchgeführt werden dürfe.

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„Wir Musiker schließen uns der obigen Mahnung des Europarats an und fordern alle Menschen auf, ebenfalls dafür ihre Stimme zu erheben. Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung sowie auf die Ausübung seiner Grund-, Abwehr-, Freiheits- und Menschenrechte gegenüber dem Staat. Niemand hat das Recht, uns Menschen davon abzuhalten, miteinander und füreinander zu musizieren oder Menschen von kulturellen Veranstaltungen auszuschließen“, so die Musiker weiter.

Gefordert wird abschließend, der Musik und der Kunst im direkten Austausch mit allen Menschen ihren dringend notwendigen, gewohnten, diskriminierungsfreien und freiheitlichen Raum zurückzugeben: „Wir erkennen, dass uns allen eine der wichtigsten Quellen für Lebenskraft genommen wird. Wir Musiker stehen ein für Musik in Freiheit!“ (epa)

Eine ausführliche Version des Manifestes mit zahlreichen Gesetzestexthinweisen sowie die Liste der Unterzeichner findet man auf:

www.musik-in-freiheit.de

 

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