Kronenburger See: Baden, Paddeln, Segeln und Surfen dieses Jahr verboten

Flutkatastrophe von 2021 führte zu erheblichen Beeinträchtigungen und Schäden an der Talsperrentechnik

Auf dem Kronenburger See wird es dieses Jahr kein Wasservergnügen geben. Bild: Gemeinde Dahlem
Auf dem Kronenburger See wird es dieses Jahr kein Wasservergnügen geben. Bild: Gemeinde Dahlem

Dahlem-Kronenburg – Der Kronenburger See hat in der letztjährigen Hochwasserkatastrophe seinen Zweck als Hochwasserschutzbauwerk voll erfüllt, teilt die Gemeinde Dahlem mit. Allerdings hätten die nie angenommenen und erwarteten Belastungen durch den hohen Wasserstand zu erheblichen Beeinträchtigungen und Schäden an der Talsperrentechnik geführt.

„Durch die vom Zweckverband beauftragten Ingenieure sind die Schäden inzwischen teilweise analysiert und ein grober Sanierungsplan erstellt worden“, heißt es weiter. Vor allem die zur Regelung der Abflussmenge dienenden so genannten „Betriebsschütze“ seien in ihrer Funktion erheblich eingeschränkt und müssten erneuert werden, damit ein geregelter Betrieb wieder möglich sei. Der genaue Umfang der zukünftig erforderlichen Arbeiten könne derzeit noch nicht ermittelt werden, da hierzu weitere umfangreiche Untersuchungen erforderlich seien.

„Da jede Stauanlage ein individuelles Bauwerk ist, müssen alle Untersuchungen, Maßnahmen und Revisionen speziell für dieses Stauwerk geplant, statisch berechnet, ausgeschrieben und hergestellt werden. Daneben weisen die beauftragten Ingenieure darauf hin, dass es für die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen nur wenig geeignete Unternehmen gibt und dass diese derzeit voll ausgelastet sind. Die aktuell schlechte Materialverfügbarkeit wird das Sanierungsvorhaben weiter erschweren“, so die Gemeinde Dahlem.

Insgesamt geht man von einem Sanierungsaufwand aus, der deutlich über 1 Mio. Euro liegen werde. Alle Beteiligten stünden daher bei den anstehenden Sanierungsmaßnahmen vor besonderen Herausforderungen.

In der letzten Sitzung des Zweckverbandes Kronenburger See habe der beauftragte Ingenieur die Situation umfangreich erläutert. Als Ergebnis müsse festgestellt werden, dass es im Sommer 2022 betrieblich nicht möglich sein werde, einen Sommerstau herbeizuführen. Der Wasserspiegel müsse daher zwingend im derzeit bestehenden Winterstau verbleiben.

„Die Zweckverbandsversammlung hat daher beschlossen, dass für das Jahr 2022 keine Nutzung der Wasserfläche möglich sein wird. Das betrifft alle Aktivitäten auf der Wasseroberfläche: Baden, Paddeln, Segeln, Surfen usw. Das bedauerten die Mitglieder der Verbandsversammlung ausdrücklich, dazu gibt es allerdings auch keine Alternative. Über den Fortgang der Sanierungsarbeiten wird weiter informiert“, so die Gemeinde abschließend. (epa)

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