Theatrino zeigt Franz-Josef Kochs „Kleines Welttheater“

Aus Pappe und Farbe besteht Franz-Josef Kochs Kleines Welttheater. Bild: Privat
Aus Pappe und Farbe besteht Franz-Josef Kochs Kleines Welttheater. Bild: Privat

Büllingen – Franz-Josef Kochs ist ein Maler, der die Menschen genau beobachtet. Der sie liebt und studiert, und der nicht selten Seltsames an ihnen entdeckt. So wie es sich der Reformator Luther für seine Sprachschöpfung zum obersten Prinzip machte, den Leuten aufs Maul zu schauen, so beobachtet Kochs gründlich und mit vielen ethnologischen Studien im Hinterkopf die typischen Haltungs- und Verhaltens-Muster der Menschen – der Menschen wie Du und ich. Jede Figur, die er aus Pappe herausschneidet und bemalt, ist einzigartig und zugleich typisch.

„Man hört förmlich, wie die Menschen, die er ins Bild stellt, reden oder singen. Welchen Charakter sie haben. Was sie im Schilde führen. Ob sie heiter sind, oder traurig. Am Ende kommt Kochs KLEINES WELTTHEATER heraus. Es macht Anleihen an Vergangenheit und Gegenwart regionaler, nationaler und europäischer Kulturen, an ihren Mythen und Riten. An ihren Kostümen und Masken“, so Veranstalter Bernward Müller.

Der bescheidene Maler Franz-Josef Kochs würde es wahrscheinlich weit von sich weisen, in die Nähe namhafter Künstlerpersönlichkeiten gestellt zu werden. Aus der Sicht von Müller allerdings ist Kochs im Geiste ein Bruder des deutschen Humanisten Sebastian Brant, der mit seinem „Narrenschiff“ die Laster und Eigenheiten der Menschen kritisch, satirisch und gleichzeitig unterhaltsam unter die Lupe genommen hat. Vor rund 500 Jahren.

„Wäre Kochs von heute aus gesehen rund 100 Jahre früher geboren worden, er wäre im fin de siècle als Zeichner und Maler für die Zeitschrift Simplizissimus engagiert worden“, ist Müller sich sicher.

Die Vernissage „Kleines Welttheater. Geschichten aus Pappe und Farben“ findet statt am Samstag, 3. Oktober, 19.30 Uhr im Theatrino, Wahlerscheider Straße 10, in Büllingen, Krinkelt. Um Anmeldung wird gebeten unter: +32 (0)80/64 21 87 oder unter: theater@theatrino.be.  Der Eintritt ist frei. (epa)

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