Besseres Verständnis mit Flüchtlingen

Zentraler „Übersetzungshilfe-Pool“ im Kommunalen Integrationszentrum beim Kreis Euskirchen etabliert –  Ehrenamtliche Dolmetscher gesucht 

„Große Koalition” in Sachen Übersetzer-Pool: Rolf Klöcker (v.l.), Geschäftsführer DRK im Kreis Euskirchen, Norbert Weber (JMD), Peter Müller-Gewiss (Caritas), Barbara Fischer (DRK), Cosima Wernecke und Manfred Poth (Kreisverwaltung) sowie Horst Lennartz (Caritas). Foto: W. Andres / Kreisverwaltung Euskirchen
„Große Koalition” in Sachen Übersetzer-Pool: Rolf Klöcker (v.l.), Geschäftsführer DRK im Kreis Euskirchen, Norbert Weber (JMD), Peter Müller-Gewiss (Caritas), Barbara Fischer (DRK), Cosima Wernecke und Manfred Poth (Kreisverwaltung) sowie Horst Lennartz (Caritas). Foto: W. Andres / Kreisverwaltung Euskirchen

Kreis Euskirchen – Integration steht und fällt mit der Sprache. Viele Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, wissen das und lernen möglichst schnell die deutsche Sprache. Doch selbst wenn man die ersten Sprachkenntnisse erworben hat, sind Gespräche bei Behörden, beim Arzt oder im Familienzentrum oft schwierig bis unverständlich. Ehrenamtliche Übersetzer sorgen deshalb auch im Kreis Euskirchen für Verständnis auf allen Seiten. Dieser Service wird nun im „KI“, dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Euskirchen, gebündelt und zentralisiert.

Bisher hatten sowohl DRK (Deutsches Rotes Kreuz) und JMD (Jugendmigrationsdienst) eigene Listen mit Übersetzern. Vielfach sind das Flüchtlinge, die schon länger in Deutschland leben und gut Deutsch sprechen. Doch der organisatorische Aufwand wurde zusehends größer, so dass eine andere Lösung gesucht werden musste.

Die ist nun gefunden, und zwar in Form einer Kooperation zwischen Kreis, DRK, JMD und der Caritas Euskirchen. Dabei wird der „Übersetzungshilfe-Pool” zentral von KI-Mitarbeiterin Cosima Wernecke verwaltet. „Das ist ein weiterer Mosaikstein in der guten Zusammenarbeit”, betonte Manfred Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrats, jetzt bei der Unterzeichnung der Vereinbarung mit den anderen Institutionen.

„Wir brauchen eine zentrale Struktur, Datenschutz und Schulungen für die ehrenamtlichen Übersetzer”, sagt Barbara Fischer, Leiterin der Integrationsagentur des Roten Kreuzes. Seit 2014 war sie dort für die Dolmetscher zuständig. „Aber wir müssen das Ganze professionalisieren und die Übersetzer kontinuierlich unterstützen und begleiten. Das können wir alleine nicht leisten.”

JMD-Leiter Norbert Weber: „Die Aufgabe ist von zentraler Bedeutung, Übersetzer werden ständig gebraucht. Aber auch wir können die aufwändige organisatorische Unterstützung nicht dauerhaft leisten.”

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Die liegt nun in den Händen von Cosima Wernecke, bei der künftig alle Fäden zusammenlaufen. Sie will eine Info-Veranstaltung für alle Übersetzungshelfer und Schulungen auf freiwilliger Basis anbieten. Sie ist die zentrale Ansprechpartnerin, wenn Übersetzer benötigt werden. Die Nachfrage steige ständig, so dass dringend weitere Dolmetscher gesucht werden. Sie arbeiten zwar grundsätzlich ehrenamtlich, allerdings gibt es eine Aufwandsentschädigung. „Wir erhoffen uns durch die Bündelung im Kommunalen Integrationszentrum eine Qualitätssteigerung und eine Verbesserung für alle Beteiligten”, so Cosima Wernecke, „damit die Integration nicht an Sprachproblemen scheitert.” 

KoBIZ

Cosima Wernecke

Tel. 02251 / 15-1331

cosima.wernecke@kreis-euskirchen.de

(epa)

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