Auszeichnung für berufliches Engagement im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit und (Selbst-)ermächtigung von Frauen und Mädchen – KSK Euskirchen unterstützt die Preisverleihung seit vielen Jahren

Euskirchen – Monika Lauer wurde jetzt mit dem Margaretha-Linnery-Preis als „Frau des Jahres 2026“ im Kreis Euskirchen ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Ikonen des Möglichen“ im Foyer des Kreishauses Euskirchen statt. Der Margaretha-Linnery-Preis würdigt Frauen, die sich im beruflichen Kontext mit besonderem Engagement für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen und andere Frauen und Mädchen durch ihre Haltung und Handeln inspirieren. Er erinnert zugleich an das Wirken von Margaretha Linnery, die sich mit Mut, Haltung und Weitblick für Frauenrechte und gesellschaftliche Teilhabe stark gemacht hat.
Monika Lauer setzt sich seit vielen Jahren beruflich wie ehrenamtlich für Frauen in schwierigen Lebenssituationen ein. Sie arbeitet als Schulsozialarbeiterin am Thomas-Esser-Kolleg (TEB) in Euskirchen. In ihrer täglichen Arbeit begleitet sie besonders junge Frauen dabei, ihren eigenen Weg zu finden und ihre Rechte wahrzunehmen. Dabei bleibt ihr Engagement nicht bei der Beratung stehen: Sie unterstützt ganz praktisch – bei Behördengängen, Arztterminen oder Gerichtsverfahren, bei der Wohnungssuche oder auf dem Weg in ein sicheres und selbstbestimmtes Leben.
Zehn Jahre Krisenintervention

„Geprägt ist ihre Arbeit dabei von einer klaren Haltung und dem Anspruch, Schülerinnen und Schülern durch professionelle Nähe da zu unterstützen und zu begleiten, wo es nötig ist“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Euskirchen. Immer wieder begegne sie dabei verletzlichen jungen Frauen, die eine tiefe Verunsicherung in sich trügen, weil sie sexuelle Gewalt erfahren hätten. Die Begleitung und Ermächtigung dieser jungen Frauen sei ein Herzensanliegen für Monika Lauer. So habe sie auch die Veranstaltung genutzt, um die Anwesenden für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.
Auch über ihre berufliche Tätigkeit hinaus engagiert sich Monika Lauer seit vielen Jahren für andere. Sie war unter anderem zehn Jahre im Kriseninterventionsdienst des Deutschen Roten Kreuzes tätig und brachte ihre Erfahrung bei „Frauen helfen Frauen“ sowie in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein. Zudem hat sie sich in den Bereichen Trauma-Begleitung und Unfallhilfe weitergebildet und unterstützte Menschen, die als Geflüchtete nach Deutschland gekommen sind.
In ihrer Laudatio würdigte Anne Decker, Sozialarbeiterin beim Verein Wellenbrecher, das Engagement der Preisträgerin: „Es braucht Menschen wie Monika, die mit Herz und Haltung durchs Leben gehen und immer wieder klarmachen, dass Menschenrechte unverhandelbar sind. Und auch das ist in ihrer Arbeit als Schulsozialarbeiterin Teil ihrer DNA. Über ihre Rolle an der Schule hinaus trägt sie die Themen der jungen Menschen nach draußen und vertritt ihre Rechte. Monika ist für mich eine der Frauen, die Türen öffnen für all diejenigen, die nach ihnen kommen.“
„Ikonen des Möglichen“

Die Ausstellung „Ikonen des Möglichen“ zeigt noch bis zum 1. April großformatige textile Kunstwerke. Bild: Pressestelle Kreis Euskirchen
Die Verleihung des Margaretha-Linnery-Preises wird seit vielen Jahren von der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) unterstützt. KSK-Vorstandsmitglied Wolfgang Krüger hatte sich 2024 einen ganzen Vormittag Zeit genommen, um die Schulsozialarbeit von Monika Lauer aus unmittelbarer Nähe erleben zu dürfen, und war begeistert über ihr Engagement und darüber, wie sie es schaffte, die jungen Leute zum Mitmachen zu motivieren. „Ich freue mich sehr darüber, dass Monika Lauer diesen Preis bekommen hat. Sie hat ihn sich mehr als redlich verdient“, so Krüger. Dem konnte sich der KSK-Vorstandsbeauftragte Karl-Heinz Daniel nur anschließen, der der Preisträgerin im Kreishaus auch die Glückwünsche des Vorstands überbrachte.
Die Preisverleihung fand im Rahmen der Ausstellungseröffnung „Ikonen des Möglichen“ statt. Die Ausstellung wurde bewusst im zeitlichen Kontext zum Weltfrauentag und zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus gewählt. Die Ausstellung ist noch bis zum 1. April im Foyer des Kreishauses Euskirchen zu sehen und wurde von Frauen der Kunst- und Qualifizierungswerkstatt Spectrum aus Aachen gestaltet.
Ausstellung eröffnet neue Perspektiven
Die Ausstellung der kunstvoll gefertigten Exponate eröffnet neue Perspektiven auf Macht, Würde und gesellschaftliche Rollenbilder. In großformatigen Bildteppichen werden Frauen, die oft von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind, in die Rollen traditionell männlicher Heiliger gesetzt. Damit bricht die Ausstellung bewusst mit jahrhundertealten ikonografischen und kulturellen Bildern.
Die dargestellten Frauen sind reale Personen mit individuellen Biografien und stehen für Selbstermächtigung, Sichtbarkeit und die Möglichkeit, festgeschriebene Zuschreibungen zu überwinden. Die Ausstellung macht deutlich: Rollenbilder sind gesellschaftliche Konstrukte, die verändert werden können. „Ikonen des Möglichen“ lädt dazu ein, diese Mechanismen kritisch zu hinterfragen. Die Ausstellung setzt ein starkes Zeichen für Vielfalt, Menschenwürde und Solidarität. Sie ist eine Einladung zum Dialog – über Gleichberechtigung, ausgrenzende Strukturen und über gemeinsame Verantwortung für eine offene, diskriminierungssensible Gesellschaft. (eB/epa)