Die Vergangenheit der Nordeifel entdecken

19. Archäologietour Nordeifel startet am 4. Oktober 2026 – Zu entdecken sind ein Felsenkeller, ein Steinbruch, eine Wasserleitung, eine „Alte Burg“ sowie die Spuren barocker Gartenkunst

Dr. Ulrike Müssemeier, v. l., (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Norbert Liebing (Ehrenamtlicher Mitarbeiter LVR-Amt für Bodendenkmalpflege und Busbegleiter), Landrat Markus Ramers (Kreis Euskirchen), Bürgermeister Sebastian Glatzel (Stadt Bad Münstereifel), Patrick Schmidder (Nordeifel Tourismus GmbH), Dr. Petra Tutlies (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland) stellten die 19. Archäologietour Nordeifel jetzt vor. Bild: Nordeifel Tourismus GmbH.
Dr. Ulrike Müssemeier, v. l., (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland), Norbert Liebing (Ehrenamtlicher Mitarbeiter LVR-Amt für Bodendenkmalpflege und Busbegleiter), Landrat Markus Ramers (Kreis Euskirchen), Bürgermeister Sebastian Glatzel (Stadt Bad Münstereifel), Patrick Schmidder (Nordeifel Tourismus GmbH), Dr. Petra Tutlies (LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland) stellten die 19. Archäologietour Nordeifel jetzt vor. Bild: Nordeifel Tourismus GmbH.

Nordeifel – Für Sonntag, 4. Oktober, laden das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland (LVR-ABR) und die Nordeifel Tourismus GmbH sowie die beteiligten Kommunen im Kreis Euskirchen zur 19. Archäologietour Nordeifel ein. Von 10 bis 18 Uhr erhalten Gäste an fünf ausgewählten Bodendenkmälern einen Einblick in die Vergangenheit der Nordeifel. An einigen Stationen gibt es ein buntes Kinderprogramm und örtliche Vereine sowie gastronomische Betriebe sorgen zudem für Speisen und Getränke. Der Eintritt ist auch dieses Jahr kostenfrei.

Folgende Stationen können besucht werden:

Felsenkeller in Bad Münstereifel. Vor der Erfindung moderner Kühltechnik im 19. Jahrhundert wurde Eis in sogenannten Eiskellern gelagert, um dort Lebensmittel zu kühlen. Die ehemalige Brauerei Hendrichs nutzte dafür am Radberg im Südosten von Bad Münstereifel zunächst einen bereits vorhandenen Stollen, der im 18. Jahrhundert beim erfolglosen Versuch Steinkohle abzubauen entstanden war. Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete die Brauerei hier zusätzlich einen weiteren großen Eiskeller zur Bierkühlung.

Steinbruch bei Mechernich-Berg: Auf Millionen Jahre alte Fossilien stoßen alle Interessierten in dem alten Steinbruch bei Berg. Die markanten Höhenzüge am Nordrand der Eifel zwischen Zülpich und Bürvenich bestehen aus Gesteinsschichten des Oberen Muschelkalks der mittleren Triaszeit vor 240 Millionen Jahren. Darin eingeschlossen finden sich unscheinbare Fossilien, aus denen Fachleute Rückschlüsse auf die damalige Umwelt ziehen können.

Wasserleitung in Kall: Wer an dem neu gestalteten Platz am Kaller Bahnhof vorbeikommt, kann an einem Teilstück des Römerkanals spannende Erläuterungen rund um die römische Eifelwasserleitung erfahren. Die 95,4 Kilometer lange Leitung versorgte einst die römische Provinzhauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) über mindestens 190 Jahre täglich mit 20 Millionen Litern besten Trinkwassers aus der Eifel.

„Alte Burg“ bei Euskirchen-Flamersheim: Beim Kartenstudium stößt man im Flamersheimer Wald an der Speckelsteiner Allee auf den Eintrag „Alte Burg“ – es handelt sich dabei aber nicht um eine mittelalterliche Burgruine, sondern um einen spätantiken römischen burgus. Dahinter verbirgt sich eine turmartige Kleinbefestigung aus dem 3./4. Jahrhundert n. Chr., die Teil einer römischen Siedlung war.

Barocke Gartenkunst bei Burg Blankenheim: Wo heute die Wiesen an der Burg Blankenheim zum Spielen und Bolzen einladen, verbirgt sich ein Stück barocker Gartenkunst. Moderne Bodenradartechnik des LVR-ABR machte die unterirdisch erhaltenen Strukturen sichtbar: ehemalige Beete, Wege und ein Wasserbecken, das vielleicht sogar eine Fontäne hatte. Auch die Grundmauern der einstigen Orangerie sind noch im Boden erhalten.

Anreise und weitere Informationen

Neben dem individuellen Besuch der Stationen im Rahmen der Archäologietour – mit dem öffentlichen Nahverkehr, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem PKW – besteht die Möglichkeit, gegen eine Gebühr (Erwachsene 24,50 €, Kinder bis 14 Jahre 14,50 €), an einer begleiteten Busexkursion zu allen fünf Stationen teilzunehmen. Sie wird von Guides begleitet, die während der Fahrt über Wissenswertes zur Region und ihrer Geschichte berichten. Alle Busgäste werden mit Headsets ausgestattet. Gehörlose Menschen sind eingeladen, an der Busexkursion in Begleitung einer Dolmetscherin für deutsche Gebärdensprache teilzunehmen. Startpunkt ist der Bahnhof Mechernich. Anmeldungen zur Busexkursion über die Nordeifel Tourismus GmbH unter Tel. 0 24 41/9 94 57-0 oder online unter www.nordeifeltourismus.de.

Hinweise für die individuelle Anfahrt der Stationen sowie weitere Informationen finden sich im Faltblatt unter www.lvr.de/bodendenkmalpflege und www.nordeifel-tourismus.de. Die Informationen zu den einzelnen Stationen sind nach der Archäologietour auch auf www.kuladig.de abrufbar. Auf dem öffentlichen Online-Portal sollen kontinuierlich die erarbeiteten Informationen für alle Archäologietouren nachhaltig zugänglich gemacht werden. (epa)

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