Bärlauch: Es gilt die Handstraußregel

Kreis Euskirchen ruft zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Pflanzen auf

Nur ein Handstrauß Bärlauch ist bei Wildentnahme erlaubt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Nur ein Handstrauß Bärlauch ist bei Wildentnahme erlaubt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – Grüner Bärlauch bedeckt derzeit in vielen lichten Laubwäldern den Boden und verströmt einen für viele unwiderstehlichen Geruch nach Knoblauch. So mancher Wanderer sammelt die Pflanzen für die heimische Küche, um Salat, Dips, Kräuterbutter oder Rührei zu würzen. Allerdings sind einige Bärlauchbestände mitunter schon stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Euskirchen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Pflanzen aufruft.

Regelmäßig gehen im Kreishaus Meldungen ein, dass säckeweise Bärlauch abtransportiert wird, obwohl eine gewerbliche Entnahme strengstens verboten ist. Hohe Preise auf den Wochenmärkten der großen Städte machen diese illegale Entnahme aber offensichtlich attraktiv. „Darüber hinaus ist es generell in Naturschutzgebieten verboten, Pflanzen zu entnehmen – welche auch immer“, sagt Jannik Fuest, Mitarbeiter der UNB. Naturschutzgebiete seien in der Regel ausgeschildert, darüber hinaus könne man sich aber auch auf der Homepage des Kreises Euskirchen informieren, wo alle Naturschutzgebiete auf Karten verzeichnet seien.

„Außerhalb von Naturschutzgebieten gilt die sogenannte Handstraußregel“, so Jannik Fuest. „Das bedeutet: Kleine Mengen dürfen für den Eigengebrauch geerntet werden.“

Die Untere Naturschutzbehörde bittet dabei um Beachtung folgender Punkte:

  • Nur die Blätter entfernen und Zwiebeln im Boden lassen
  • Blätter abschneiden, damit die Wurzeln nicht geschädigt werden
  • Nur in großen Beständen sammeln, weil die Pflanzen sich nur langsam ausbreiten
  • Mindestens zwei Drittel des Bestands stehen lassen, damit die Pflanzen zur Blüte kommen, Samen produzieren und sich im nächsten Jahr erholen können
  • Immer daran denken, dass auch andere einen Strauß „ernten“ wollen
  • Keine anderen Pflanzen schädigen
  • Leise verhalten, um die Tierwelt nicht zu stören
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Achtung:  Bärlauch sollte nur von kundigen Naturfreunden gesammelt werden, da die Pflanze mit hochgiftigen Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen verwechselt werden kann. Alternativ lässt sich Bärlauch nach Auskunft der UNB auch hervorragend im eigenen Garten oder als Kübelpflanze kultivieren. Sowohl Bärlauchzwiebeln als auch Pflanzen oder Samen können im Gartencenter gekauft oder im Internet bestellt werden. Weitere Infos und Karten im Internet: www.kreis-euskirchen.de/umwelt/natur_und_landschaftsschutz/landschaftsplanung.php

(epa)

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