Kurzfristig werden „Notfall-Pflegeergänzungskräfte“ geschult

Caritas und Evangelisches Altenheim gemeinsam gegen CoronaIn einer Kooperation werden hauswirtschaftliche Arbeitskräfte für die Mitarbeit an der Pflegebasis geschult

Caritas Eifel und Evangelisches Altenheim Gemünd haben eine kurzfristige Schulungsaktion für die ambulante und stationäre Pflege ins Leben gerufen. Bild: Arndt Krömer
Caritas Eifel und Evangelisches Altenheim Gemünd haben eine kurzfristige Schulungsaktion für die ambulante und stationäre Pflege ins Leben gerufen. Bild: Arndt Krömer

Schleiden – In vorausschauendem Handeln hat der Caritasverband für die Region Eifel gemeinsam mit dem Evangelischen Altenheim Gemünd (EvA) eine kurzfristige Schulungsaktion für die ambulante und stationäre Pflege ins Leben gerufen: für den Fall, dass Pflegefachkräfte der beiden Träger in größerem Ausmaß durch die Corona-Pandemie erkranken und ausfallen, können basisgeschulte „Notfall-Pflegeergänzungskräfte“ einspringen und die Pflegeteams unterstützen. Dadurch, dass beispielsweise Angehörige Kurzarbeit hinnehmen müssen und nun mehr Zeit haben, übernehmen sie zunehmend selbst die hauswirtschaftliche Versorgung ihrer pflegebedürftigen Familienmitglieder. Daher werden Kapazitäten bei hauswirtschaftlich Mitarbeitenden wie Mobilen Haushaltshilfen frei. Kurzfristig geschaffene gesetzliche Rahmenbedingungen machen die Maßnahme – begrenzt für den Zeitraum der Corona-Krise – rechtlich möglich.

„Auch nicht gelernte Mitarbeitende dürfen jetzt Grund- und Behandlungspflege erbringen, wenn sich die Einrichtungsleitung davon überzeugt, dass die Mitarbeitenden die Tätigkeiten übernehmen können“, erläutert Elisabeth Nosbers, Fachbereichsleitung Gesundheit und Pflege bei der Caritas, die die Aktion initiiert hatte. „In einer kürzlich einberufenen Krisensitzung im Kreishaus Euskirchen hatte ich diese Idee eingebracht, nun kann sie in Kooperation mit Pflegepädagogin Birgit Weber des Evangelischen Altenheims Gemünd umgesetzt werden.“ Zeitnah entwickelte man dazu ein 20-stündiges Curriculum, um die hauswirtschaftlichen Kräfte der beiden Träger in den Themenbereichen Rechtliche Grundlagen, Arbeitsorganisation, Kommunikation, Krankenbeobachtung, Vitalzeichen, Bewegung, Körperpflege, Prophylaxen, sowie Essen und Trinken zu befähigen.

Was die derzeitigen einzuhaltenden Hygienemaßnahmen angeht, so sind diese im Gemeindezentrum Gemünd sichergestellt: „Wir sind hier im »Haus am Meer«, wo sich mehrere Menschen mit Abstand sammeln können“, betonte Malte Duisberg, Geschäftsführer des Evangelischen Altenheims Gemünd. Zudem sind alle Teilnehmerinnen mit Mundschutz und ausreichend Desinfektionsmittel ausgestattet. Seitens der Caritas sind zehn Mitarbeiterinnen dabei, das Evangelische Altenheim stellt derer sieben. Duisberg: „Bei uns im stationären Bereich kennen die Hauswirtschaftskräfte die Bewohner und ihre Bedürfnisse ohnehin – nun erhalten sie sozusagen einen Grundkurs Pflege.“

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Rolf Schneider, Geschäftsführer des Caritasverbandes, stellte die gute Zusammenarbeit in den Vordergrund: „Gemeinsam mit dem Evangelischen Altenheim wurde binnen kürzester Zeit die gemeinsame Maßnahme auf die Beine gestellt. Ich bin ganz sicher, dass hier ein tolles Konzept entstanden ist. Zudem bin ich sehr dankbar, dass wir diese tollen Räume nutzen können.“ Somit denken die Partner bereits über ein zweites Kursangebot im Anschluss an die Ostertage nach. (epa)

 

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