Trinkwasser-Abkochgebot für den Kreis Euskirchen

Der Kreis Euskirchen rät dringend dazu, das Leitungswasser vor Gebrauch abzukochen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse
Der Kreis Euskirchen rät dringend dazu, das Leitungswasser vor Gebrauch abzukochen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Lage an der Steinbachtalsperre derzeit stabil aber nicht unkritisch

Kreis Euskirchen – Derzeit kann der Kreis Euskirchen nicht sicher ausschließen, dass es durch Rohrbrüche und Starkregen zu einem Eintrag von Oberflächenwasser und somit Keimen in das Trinkwassernetz gekommen ist. Auch wenn es bislang nur einzelne konkrete Hinweise auf solche Zwischenfälle gebe, werde dringend dazu geraten, Leitungswasser aktuell nicht „ab Hahn“ zu trinken oder zur Zubereitung ungekochter Speisen zu verwenden. Dies gelte insbesondere für Kall, Gemünd, Oberhausen und Marmagen.

Die von Kaffeemaschinen entwickelte Temperatur sei nicht ausreichend, um im Falle einer Keimbelastung sicher abtötend zu wirken.

„Das Leitungswasser kann bedenkenlos für WC, Händewaschen und im abgekochten Zustand zum Trinken bzw. Nahrungsmittelzubereitung genutzt werden“, so der Kreis.

Durch die Inbetriebnahme eines Wasserwerkes in Satzvey könne es in den nachfolgenden Orten zu „schmutzigem Wasser“ kommen, welches jedoch nicht über das o.g. hinaus gesundheitsgefährdend sei. Es handele sich hierbei um Eisen und Mangan, die zu einer Verfärbung des Wassers führten. Betroffen seien ab heute Abend voraussichtlich: Satzvey, Antweiler, Wachendorf, Lessenich, Euenheim, Wisskirchen, Firmenich, Obergartzem, Elsig, Enzen. Ein Kaffeefilter könne die Verfärbung beheben. Es gelte auch hier das Abkochgebot!

Die Lage an der Steinbachtalsperre sei derzeit stabil aber nicht unkritisch. „Der Pegel konnte über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um zwei Zentimeter gesenkt werden“, so der Kreis. Danach habe man den Pegelstand halten können. Der Grundablass sei weiterhin nicht in Funktion. Zusätzlich werde ein Überlaufrohr freigepumpt und anschließend mechanisch aufgedreht, um weiteres Wasser abzulassen. Die Pumpen und das freigepumpte Rohr werden voraussichtlich eine Leistung von 90-95 Tausend Liter pro Minute aufweisen. Die Evakuierung sei vollständig. Wie lange die Situation anhalte, lasse sich zurzeit nicht sagen. (epa)

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Katastrophentouristen sind nicht willkommen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

three × five =