ene-Unternehmensgruppe verzichtet auf Strompreiserhöhung

Steigende Ökostromumlage in 2017 will der regionale Energieversorger selber tragen – 80 Prozent des Strompreises nicht mehr vom Energielieferanten beinflussbar

Um gut einen halben Cent wird die Ökostromumlage im kommenden Jahr ansteigen. Die ene-Unternehmensgruppe möchte diese Kosten-erhöhung jedoch nicht an die Kunden weitergeben. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Um gut einen halben Cent wird die Ökostromumlage im kommenden Jahr ansteigen. Die ene-Unternehmensgruppe möchte diese Kosten-erhöhung jedoch nicht an die Kunden weitergeben. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Um gut einen halben Cent wird die EEG-Umlage im kommenden Jahr auf dann 6,88 Cent pro Kilowattstunde Strom ansteigen. Die erhöhte Umlage zahlen Verbraucher normalerweise automatisch über die Stromrechnung. Nicht jedoch die Haushaltskunden der ene-Unternehmensgruppe. „Wir haben uns dazu entschlossen, die Erhöhung nicht an unsere Kunden weiterzugeben“, teilte jetzt ene-Geschäftsführer Markus Böhm mit. Man werde diese Mehrbelastungen selber auffangen:  „Die steigenden Kosten für das Jahr 2017 können wir durch günstigere Einkaufspreise an der Strombörse kompensieren. Diesen Preisvorteil geben wir gerne an unsere Kunden weiter.“

Böhm wies daraufhin, dass mittlerweile rund 80 Prozent des Strompreises nicht mehr vom Energieversorger selbst beinflussbar seien, sondern auf unternehmensexterne Faktoren zurückzuführen sind. So werden neben der Energielieferung auch Kosten für die Nutzung des Stromnetzes sowie gesetzliche Belastungen, wie Umlagen und Steuern, den Kunden durch den Energieversorger in Rechnung gestellt. Allein die staatlich veranlassten Preisbestandteile machten bereits mehr als 50 Prozent des Strompreises aus.

Da sich die Branche seit einigen Jahren in einem extremen Wandel befindet, gibt es laufend neue Entwicklungen, die weitere Kosten nach sich ziehen. Derzeit werden beispielsweise Anpassungen der Transportkosten diskutiert. Der im Norden produzierte Windstrom muss in die südlichen Bundesländer geleitet werden. Derzeit tragen die Verbraucher aus dem Norden und Osten höhere Kosten für den Transport, da dort der Netzausbau stattfindet. Zukünftig sollen die Kosten für die Übertragungsnetze deutschlandweit vereinheitlicht werden, damit alle Verbraucher gleichermaßen am Ausbau dieser Leitungen beteiligt sind. Wird diese Anpassung umgesetzt, müssen Stromkunden u.a. aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit einer Preiserhöhung im Bereich der Netznutzung rechnen. Ob dieser Punkt beschlossen wird, entscheidet sich jedoch erst in den kommenden Monaten.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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