Auszeichnung für gebärdensprachliche Rangertouren

Seit 2007 bis Ende 2013 haben 57 gebärdensprachlich begleitete Rangertouren im Nationalpark Eifel stattgefunden, an denen insgesamt 672 Menschen teilgenommen haben

Seit 2007 werden im Nationalpark Eifel Rangertouren auch in die Gebärdensprache übersetzt. Insgesamt nahmen bisher 672 Besucher daran teil. Bild: Nationalparkverwaltung Eifel
Seit 2007 werden im Nationalpark Eifel Rangertouren auch in die Gebärdensprache übersetzt. Insgesamt nahmen bisher 672 Besucher daran teil. Bild: Nationalparkverwaltung Eifel

Nationalpark – Die von der Nationalparkverwaltung Eifel in Kooperation mit dem Gehörlosenheim Euskirchen angebotenen Rangertouren in gebärdensprachlicher Begleitung erhielten jetzt die Anerkennung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz überreichte im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade im Nationalpark-Tor Simmerath-Rurberg die Auszeichnung, bevor einer der sieben diesjährigen Touren startete.

Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

Seit der Gründung des Nationalparks Eifel im Jahr 2004 führen Ranger der Nationalparkwacht Besucher durch das Großschutzgebiet. Seit 2007 begleiten Dolmetscher für Gebärdensprache diese Wanderungen. So können jedes Jahr fünf bis sieben integrative Führungen für gehörlose, schwerhörige und hörende Menschen angeboten werden. Möglich wird dieses barrierefreie Naturerlebnis durch die Unterstützung des Gehörlosenheims Euskirchen (HPH-Netz Mittelrhein-West), das die Gebärdensprachübersetzung bereitstellt.

„Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein bedeutendes Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt“, so Professor Erdmann.

Professor Karl-Heinz Erdmann (2.v.l.) zeichnete das Gehörlosenheim Euskirchen, vertreten durch Wilderich von Weichs (l.), Regionalleiter Rhein-Erft des Landschaftsverbandes Rheinland HPH Netz West und das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW, vertreten durch Fachgebietsleiter für Kommunikation und Naturerleben, Michael Lammertz (2.v.r.) und  Tobias Wiesen (r.), Beauftragter für Barrierefreiheit, für ihre Rangertouren in Gebärdensprache mit dem UN-Dekadeprojekt Biologische Vielfalt aus. Bild: Annette Simantke/Nationalparkverwaltung Eifel
Professor Karl-Heinz Erdmann (2.v.l.) zeichnete das Gehörlosenheim Euskirchen, vertreten durch Wilderich von Weichs (l.), Regionalleiter Rhein-Erft des Landschaftsverbandes Rheinland HPH Netz West und das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW, vertreten durch Fachgebietsleiter für Kommunikation und Naturerleben, Michael Lammertz (2.v.r.) und Tobias Wiesen (r.), Beauftragter für Barrierefreiheit, für ihre Rangertouren in Gebärdensprache mit dem UN-Dekadeprojekt Biologische Vielfalt aus. Bild: Annette Simantke/Nationalparkverwaltung Eifel

Der Nationalpark Eifel dient neben dem Schutz und Erforschung der Natur auch der Umweltbildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung. „Dabei haben wir uns von Anfang an das Ziel gesetzt und dieses in unserem Leitbild fest verankert, den Nationalpark Eifel für alle erlebbar zu machen, das heißt für Menschen mit und ohne Behinderungen“, erinnert sich Michael Lammertz, Fachgebietsleiter für Kommunikation und Naturerleben in der

Nationalparkverwaltung. „Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten wir seit zehn Jahren eng mit unterschiedlichsten Experten und Institutionen wie dem Gehörlosenheim Euskirchen zusammen“, so Lammertz.

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Seit 2007 bis Ende 2013 haben 57 gebärdensprachlich begleitete Rangertouren im Nationalpark Eifel stattgefunden, an denen insgesamt 672 Menschen teilgenommen haben.
„Dass Barrierefreiheit so gewissenhaft und umfassend umgesetzt wird wie im Nationalpark Eifel, das ist nicht selbstverständlich“, weiß von Eichs das Engagement des Großschutzgebiets zu schätzen.
Dieser Einsatz hat die Juroren des UN-Dekade-Wettbewerbs sehr beeindruckt: „Mit diesem Projekt zeigt der Nationalpark Eifel modellhaft, dass Naturerlebnisse für alle möglich gemacht werden können. Mich begeistert die große Professionalität dieses Angebots in der Praxis und die beispielgebende Kooperation mit unterschiedlichen Partnern – wie der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo e.V.), dem Gehörlosenheim Euskirchen, der Louis-Braille-Schule für Blinde in Düren oder der Anna-Freud-Schule Köln“, so Professor Karl-Heinz Erdmann (Bundesamt für Naturschutz) – Mitglied der Fachjury der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

Hintergrund

Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhalten das Gehörlosenheim Euskirchen sowie das Nationalparkforstamt Eifel jeweils einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung das Projekt „Inklusion im Nationalpark Eifel: Ranger-Touren in gebärdensprachlicher Begleitung“ einen wertvollen Beitrag leistet. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.un-dekade-biologische-vielfalt.de vorgestellt.

Das ausgezeichnete Projekt hat an dem Wettbewerb der UN-Dekade Biologische Vielfalt teilgenommen, eine namhafte Jury hat über die Qualität der eingereichten Projekte entschieden. Der fortlaufende Wettbewerb wird von der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit Sitz in Osnabrück ausgerichtet. Die Auszeichnung dient als Qualitätssiegel und macht den Beteiligten bewusst, dass ihr Einsatz für die lebendige Vielfalt Teil einer weltweiten Strategie ist. Möglichst viele Menschen sollen sich von diesen vorbildlichen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden. (eB)

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