F&S solar: Internationalisierung schreitet weiter voran

Der Euskirchener Solarspezialist „F&S solar“ erobert zurzeit neue Märkte in England und den Niederlanden

Erik Bakker (links), Geschäftsführer von „F&S solar UK“, und der Technische Geschäftsführer von „F&S solar“, Uwe Czypiorski (rechts), auf dem Solarparkgelände in Caddington. Bild: F&S solar
Erik Bakker (links), Geschäftsführer von „F&S solar UK“, und der Technische Geschäftsführer von „F&S solar“, Uwe Czypiorski (rechts), auf dem Solarparkgelände in Caddington. Bild: F&S solar

Euskirchen – Der Solarstandort Deutschland hat an Attraktivität eingebüßt. Folgerichtig drängen die großen renommierten Solarunternehmen auf den internationalen Markt. Georg Schmiedel, Geschäftsführer der „F&S solar“ mit Sitz in Euskirchen bei Köln, hat die Entwicklung in Deutschland sehr früh erkannt:
„Es war vorauszusehen, dass die hohe Einspeisevergütung für Solarstrom nicht dauerhaft umsetzbar ist“, sagt er. Aus diesem Grund habe er sich mit seinen Geschäftsführerkollegen Jörg Frühauf und Uwe Czypiorski rechtzeitig um eine Internationalisierung des Unternehmens bemüht.

Neben 25 sich in der Abwicklung befindlichen Projekten in den Niederlanden baut der Solarspezialist aus Nordrhein-Westfalen derzeit den ersten Solarpark im englischen Caddington, einer kleinen Ortschaft im Bezirk Bedfordshire, eine gute Autostunde von London entfernt.

„Den englischen Markt haben wir in gerade einmal sechs Monaten aufgebaut“, berichtet Georg Schmiedel, dessen Firma jetzt auch in London mit „F&S solar UK“ einen weiteren Stützpunkt unterhält. Internationale Kunden setzen nach wie vor gern auf deutsche Techniker.

„Das Vergütungssystem in England ist zwar etwas komplizierter, Fakt ist aber, dass es eine Vergütung gibt“, berichtet Martin Wagner, „F&S solar“-Leitender Manager für internationale Märkte. Für Anlagen bis fünf Megawatt erhalte man in England derzeit eine Einspeisevergütung von 6,38 Cent pro Kilowattstunde plus Stromabnahmevertrag, so dass man mit 13 bis 14 Cent pro Kilowattstunde rechnen könne.

Der Solarpark in Caddington wird eine Leistung von 4,8 Megawatt haben. Dazu werden 20.000 Module auf einer Fläche von elf Hektar montiert. Somit können rein rechnerisch jährlich 1275 Haushalte mit sauberem Solarstrom versorgt werden. Gleichzeitig werden gegenüber herkömmlicher Kohleverstromung über 3000 Tonnen Kohlendioxid weniger freigesetzt und damit Umwelt und Klima geschont.

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Die Gesamtinvestition beträgt 6,7 Millionen Euro. „Die Finanzierung steht bereits“, so Martin Wagner. Die Nachfrage bei den Investoren sei sehr groß und könne derzeit nicht annähernd bedient werden.
Auch wenn der Energiewende in Deutschland gerade der Schwung genommen wurde, so ist Martin Wagner sich doch sicher, dass der weltweite eigentliche Solarboom erst noch kommt. „In einigen sonnenverwöhnten Ländern wird immer noch Rohöl verbrannt, um Strom zu erzeugen, ohne die Wärme, die dabei entsteht, zu nutzen.“

Der Bau von Solarparks sei daher für diese Länder äußerst lukrativ, da sich damit quasi direkt Geld verdienen lasse.
„Weiterhin erzeugen Dieselaggregate derzeit weltweit 40 Gigawatt an Strom. Eine Kopplung mit Solarenergie konnte die Stromerzeugungskosten massiv reduzieren“, so Uwe Czypiorski. Geradezu ideal für eine dezentrale Stromversorgung seien auch Inselstaaten wie etwa Indonesien mit 11.000 Inseln.

Aber auch in Deutschland sei die Solarenergie noch lange nicht tot. „Spätestens wenn die Kosten für Solarstrom auf die Ebene der Strompreise konventioneller Kohle- oder Gaskraftwerke herabsinken – was auf jeden Fall geschehen wird – wird die Solarenergie unschlagbar werden“, ist sich Schmiedel sicher. (epa)

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