Kirchenkonzert spielte 2264 Euro für Notschlafstelle ein

Caritas Euskirchen muss jährlich 40.000 Euro für die Wohnungslosenhilfe mit Spenden und Eigenmitteln auffangen

Am Ende des Konzerts wurden die Musiker mit Blumen und stehenden Ovationen gefeiert. Bild: Carsten Düpppengießer
Am Ende des Konzerts wurden die Musiker mit Blumen und stehenden Ovationen gefeiert. Bild: Carsten Düpppengießer

Euskirchen – Ein Konzert für Obdachlose – dieser Geburtstagswunsch von Annette Schuster an ihren Mann war vor vier Jahren Auslöser für das erste Benefiz-Kirchenkonzert zugunsten der Caritas-Notschlafstelle. „Mittlerweile ist es fast schon so etwas wie eine Tradition geworden“, so Initiatorin Schuster.  Rund 300 Konzertbesucher konnten jetzt an Allerheilgen in der Herz-Jesu-Kirche von der Initiatorin, die gemeinsam mit ihrem Neffen Maik Warnke durch das Programm führte, begrüßt werden: „Ich möchte allen Beteiligten herzlich danken, dass wir heute erneut ein Benefizkonzert zugunsten der Notschlafstelle veranstalten können. Wir haben in den letzten Jahren damit schon Einiges erreicht“

Ihr Mann Jürgen Schuster, Mitglied des WDR-Funkhausorchesters, hatte gemeinsam mit seinem Musikerkollegen Daniel Ackermann sowie dem Organisten Michael Bottenhorn, der für den kurzfristig verhinderten Regionalkantor Manfred Sistig einsprang, das Programm für das vierte Benefizkonzert mit Meisterwerken der Klassik auf die Beine gestellt.

Rund 300 Konzertbesucher kamen laut Caritas Euskirchen in die Herz-Jesu-Kiurche. Bild: Carsten Düppengießer
Rund 300 Konzertbesucher kamen laut Caritas Euskirchen in die Herz-Jesu-Kirche. Bild: Carsten Düppengießer

Die Trompeter spielten gemeinsam mit Bottenhorn an der Orgel Stücke vom Barock bis zur Moderne. Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Georg Philip Telemann und Giovanni Viviani aber auch „moderne“ Komponisten wie Claude Debussy, Maurice Duruflé, Thorvald Hansen und Antonin Dvorák wurden von den renommierten Konzertmusikern zum Vortrag gebracht.

Bernhard Becker von der Caritas Euskirchen berichtete über die Arbeit der Wohnungslosenhilfe und bat die Konzertbesucher um eine Spende für die Notschlafstelle, welche eine jährliche Unterfinanzierung von 40.000 Euro mit Spenden und Eigenmitteln auffangen muss. Auf den Stufen zum Altar hatte Becker Lichter positioniert, die an kürzlich verstorbene Klienten der Wohnungslosenhilfe erinnerten. „So haben auch diese Menschen heute einen Ort, an dem an sie gedacht wird.“ Beispielhaft stellte er einen Klienten vor, der seine letzten Tage in der Notschlafstelle verbrachte. „Herr K. war einer der wenigen Durchreisenden, die es noch gibt.“ Herr K. habe keine Angehörigen oder Freunde gehabt. „Als er dann im Krankenhaus verstorben war, mussten die Kollegen ihn identifizieren.“ 2015 hätten mit 92 Personen bereits mehr Menschen die Notunterkunft in Anspruch genommen als 2014. Bundesweit habe es einen Zuwachs an Obdachlosen von 14 Prozent innerhalb des letzten Jahres gegeben.

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Der stimmungsvolle Konzertabend endete mit stehenden Ovationen für die Künstler. Insgesamt kamen 2264 Euro für den Erhalt der Notschlafstelle zusammen. Becker dankte Annette Schuster und den Musikern mit Blumensträußen sowie von den Wohnungslosen angefertigten „Brottellern“, auch im Namen der Mitbürgerinnen und Mitbürger ganz am Rande unserer Gesellschaft, für ihr Engagement. (eB/epa)

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