Zusammenspiel von Hand und Kopf

Neue Ausstellung im LVR-Freilichtmuseum Kommern widmet sich dem Wissen um die Handwerkskunst und seiner Bewahrung

Dr. Josef Mangold (v.l.), Museumsleiter LVR-Freilichtmuseum, Anne Henk-Hollstein, Stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Conny Zeitler, Kuratorin Freilichtmuseum Hohenfelden und Sabine Thomas-Ziegler, Kuratorin LVR-Freilichtmuseum, eröffneten die neue Ausstellung. Bild: Hans-Theo Gerhards/LVR
Dr. Josef Mangold (v.l.), Museumsleiter LVR-Freilichtmuseum, Anne Henk-Hollstein, Stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Conny Zeitler, Kuratorin Freilichtmuseum Hohenfelden und Sabine Thomas-Ziegler, Kuratorin LVR-Freilichtmuseum, eröffneten die neue Ausstellung. Bild: Hans-Theo Gerhards/LVR

Mechernich-Kommern –  Am Sonntag hat das LVR-Freilichtmuseum in Kommern seine neue Ausstellung „Handwerken. Vom Wissen zum Werk“ eröffnet. Nach der Begrüßung durch Museumsleiter Dr. Josef Mangold und der stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung Rheinland, Anne Henk-Hollstein, bekamen die Besucherinnen und Besucher von den Kuratorinnen Conny Zeitler und Sabine Thomas-Ziegler eine kurze Einführung. Danach gab es Zeit und Gelegenheit die Ausstellung zu erkunden.

Passend zum Thema wurden vor und in den Ausstellungsräumen drei fast ausgestorbene Handwerksberufe vorgestellt. Die Korbflechterin Andrea Schultz-Wild demonstrierte den Zuschauenden, wie man Weidenruten hobelt. Diese werden gebraucht, um Griffe für kleinere Körbe zu fertigen.

Ein weniger bekanntes Handwerk präsentierte die Mausefallenkrämerin Regine „Jien“ Braconnier – eine Figur der gespielten Geschichte im LVR Freilichtmuseum Kommern. Sie zeigte den Gästen eine traditionelle Technik, um Mausefallen aus Draht zu fertigen und berichtete vom Leben der Mausefallenkrämer aus Neroth. Die letzten Mausefallenkrämer zogen in den 1980er Jahren mit ihren Waren durch die Eifel. Die Korbflechterin und die Mausefallenkrämerin führen ihre Handwerke während der Sommersaison regelmäßig im Museum vor.

Geigenbaumeister Udo Kretzschmann und seine Frau Carola erklärten den interessierten Besucherinnen und Besuchern das Hobeln eines Geigenkorpus. Bild: Hans-Theo Gerhards/LVR
Geigenbaumeister Udo Kretzschmann und seine Frau Carola erklärten den interessierten Besucherinnen und Besuchern das Hobeln eines Geigenkorpus. Bild: Hans-Theo Gerhards/LVR

Geigenbaumeister Udo Kretzschmann und seine Frau Carola erklärten den interessierten Besucherinnen und Besuchern das Hobeln eines Geigenkorpus und demonstrierten, wie der Klang der Geige sich dadurch schrittweise verändert. Das brauche viel Geduld. Für die Fertigstellung einer Geige benötigen sie rund 300 Arbeitsstunden.

Die Ausstellung beleuchtet das Zusammenspiel von Hand und Kopf und den Einsatz der menschlichen Hand als Werkzeug. Sie geht der Frage nach wie handwerkliches Wissen erworben und weitergereicht wird und wie traditionelles Wissen heute bewahrt werden kann. Die Exponate erzählen vom Üben und Lernen, vom Werkzeuggebrauch, von Know-how und Improvisation.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Obstbaumschnitt-Kursus für Erwachsene und Schnitzkurs für Kinder und Jugendliche

An zahlreichen Mitmachstationen in der Ausstellung können die Besucher selbst Hand anlegen und an abwechslungsreichen Medienstationen die Arbeitsweise von Handwerkern und Handwerkerinnen auch über den europäischen Raum hinaus betrachten. Neben dem historischen Handwerk spielen auch die Bedeutung des Handwerks heute und moderne Trends wie Upcycling und Repair-Café eine Rolle.

Die Sonderausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Ausstellungsverbund »Arbeit und Leben« erstellt und ist noch bis zum 13. Januar 2019 zu sehen. (epa)

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.