Pater Anselm Grün sprach von Gipfeln und Tälern des Lebens

800 Besucher lauschten in Bitburg seiner Lebensphilosophie – Zuhörer kamen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Belgien

Pater Anselm Grün sprach vor 800 Gästen in Bitburg. Foto: Harald Tittel/ELF
Pater Anselm Grün sprach vor 800 Gästen in Bitburg. Foto: Harald Tittel/ELF

Bitburg/Eifel – Er ist einer der Lieblinge des Eifel-Literatur-Festivals (ELF): Benediktinerpater Anselm Grün. Am Freitag  war er bereits zum 8. Mal mit dabei. In der Stadthalle Bitburg sprach er zu 800 Besuchern zum Thema: „Von Gipfeln und Tälern des Lebens“. Die Besucher kamen aus ganz Deutschland und 50 von ihnen extra aus Belgien. „Vor einem Berg fühlt man sich machtlos und hilflos, die Wege aber führen zum Gipfel, so lange man nur weitergeht“, sagte Grün und erhob dabei die Wanderung, Berge und Täler zu einem Gleichnis des Lebens. Sie seien ein Sinnbild dafür, sich neuen Herausforderungen zu stellen und, viel wichtiger, daran zu wachsen, seine Kräfte zu erproben und neue Ziele in den Blick zu nehmen.

Im Saal herrschte gespannte Stille. Grün weiß, seinen Zuhörern das Gefühl zu vermitteln, dass es im Augenblick nichts Wichtigeres gibt, als sie. Viele Menschen fühlen sich direkt angesprochen. „Was er sagt, geht mir durch Herz und Nieren“, sagte eine Frau zu ihrer Nachbarin nach dem Vortrag.

Volles Haus in Bitburg. Wenn Pater Anselm Grün zum ELF kommt, dann bleibt kein Platz unbesetzt. Foto: Harald Tittel
Volles Haus in Bitburg. Wenn Pater Anselm Grün zum ELF kommt, dann bleibt kein Platz unbesetzt. Foto: Harald Tittel

„Vielleicht kennt man den Weg zum Gipfel noch nicht“, führte Grün aus, aber man müsse sich für einen Weg entscheiden und den dann auch gehen. Manchmal komme die Frage auf, wieso man sich diese beschwerliche Reise angetan habe. Dabei stehe das Weitergehen als Bild fürs Leben. „Auch die schwierigen Wege müssen gegangen werden, wenn man sein Ziel erreichen möchte. Gegebenenfalls gehört es auch dazu, irgendwann zu merken, dass es nicht mehr weitergeht.“ Manchmal müsse man umkehren, wenn man keinen Weg gefunden hat.

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Seit 16 Jahren alte Bekannte: Festivalleiter Dr. Josef Zierden (l.) und Pater Anselm Grün. Foto: Harald Tittel
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Wer sein Ziel erreicht habe, der könne das Genießen. Ein Gipfel verspreche Erlebnisse, Erfahrungen, Faszination und Befriedigung. Aber ebenso verspreche er auch etwas anderes: einen schwierigen Abstieg ins Tal. „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal“, so beschreibt es der berühmte Psalm 23, „Der gute Hirte“.

Als Theologe und Gottesmann ist Grün davon überzeugt, wohin man auch geht, oder im Leben steht, man muss sich nie alleine fühlen, weil Gott bei einem ist. Allerdings müsse man auch die Kraft besitzen, die schwierigen Abschnitte des Lebens zu meistern.

Pater Anselm erfüllte Signierwünsche ohne Ende. Foto: Harald Tittel
Pater Anselm erfüllte Signierwünsche ohne Ende. Foto: Harald Tittel

Vom Benediktinerpater Anselm Grün darf man sich keine simple Anleitung zur Kunst des Lebens erwarten, tut man es doch, wird man enttäuscht. Viel mehr möchte er mit seinen Vorträgen und Büchern zeigen, dass alle Versuche seinem Leben einen Sinn zu geben, fehlschlagen müssen, sofern man nicht an seiner Persönlichkeit arbeitet und sie entwickelt.

 

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