DGKH und DGPI möchten Eltern übergroße Sorgen nehmen

Tödlicher Covid-19-Krankheitsverlauf bei Kindern liegt laut beider Gesellschaften bei weniger als 0,00002 Prozent

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaus-Hygiene (DGKH) und die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) halten Schul- und KiTa-Schließungen derzeit nicht für gerechtfertigt. Symbolbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaus-Hygiene (DGKH) und die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) halten Schul- und KiTa-Schließungen derzeit für nicht gerechtfertigt. Symbolbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – Derzeit sind viele Eltern auch im Kreis Euskirchen verunsichert, was die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie anbetrifft, zumal von einigen Politikern und Wissenschaftlern behauptet wird, die Pandemie betreffe mehr und mehr auch Kinder und Jugendliche. Die inzidenzabhängige Schließung von KiTas und Schulen scheint die Ängste noch zu befeuern. Aus diesem Grund haben sich jetzt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaus-Hygiene (DGKH) und die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) zu Wort gemeldet, um für besorgte Eltern eine Einordnung der Gefahrenlage vorzunehmen.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt es: „Die nun seit Beginn der Pandemie gemachte Beobachtung, dass von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden mussten und vier an ihrer Infektion verstarben (< 0.00002%), sollte Anlass sein, Eltern übergroße Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern zu nehmen.“

Um die Zahlen noch besser einschätzen zu können, weisen die Gesellschaften darauf hin, dass in der Saison  2018/19 nach  Angaben  des  RKI  insgesamt  7461  Kinder  unter  14  Jahre  mit  Influenza als hospitalisiert gemeldet wurden und 9 Kinder verstarben. Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur lag im Jahr 2019 die Zahl der durch einen Verkehrsunfall getöteten Kinder bei 55, nach Angaben der DLRG die Zahl der ertrunkenen Kinder bei 25.

„Diese Zahlen sollen und dürfen keinesfalls gegeneinander aufgerechnet werden, mögen aber bei der Einordnung helfen“, betonen DGKH und DGPI. Und: „Jeder einzelne Fall eines schwer erkrankten oder verstorbenen Kindes an einer SARS-CoV-2-Infektion ist ein Fall zu viel und ein unerträgliches Einzelschicksal für Kind und Familie.“ Beide Gesellschaften schlussfolgern jedoch, dass „die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen Verlaufes von SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen nicht geeignet ist, als Argument für Schul- und Kita-Schließungen benutzt zu werden. Nur die verbleibende Behauptung, dass zwischen den Infektionen bei Kindern und Jugendlichen und der Überlastung der Intensivstationen und den schweren und tödlichen Verläufen der älteren Erwachsenen ein Zusammenhang bestehe, könnte Kita- und Schulschließungen rechtfertigen.“ Daten, die diese These bestätigen, fehlten allerdings, heißt es abschließend.

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Die gesamte Stellungnahme können Sie hier einsehen.

(epa)

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