Caritas Euskirchen blickt nach vorn

Erste Aufräum- und Sicherungsarbeiten nach Hochwasser abgeschlossen – Wohlfahrtsverband will schnellstmöglich wieder alle Dienste für die Menschen der Region anbieten

Die beiden Caritasvorstände Martin Jost und Maria Surges-Brilon inmitten des von der Flut zerstörten Sozialladens „Kinderkram“. Der Verband hat die Aufräum-und Sicherungsarbeiten weitgehend abgeschlossen, in den kommenden Wochen und Monaten stehen Renovierungsarbeiten, die Wiederherstellung des vollständigen Regelbetriebs und die Hilfen für Flutopfer im Fokus der Arbeit. Foto: Carsten Düppengießer
Die beiden Caritasvorstände Martin Jost und Maria Surges-Brilon inmitten des von der Flut zerstörten Sozialladens „Kinderkram“. Der Verband hat die Aufräum-und Sicherungsarbeiten weitgehend abgeschlossen, in den kommenden Wochen und Monaten stehen Renovierungsarbeiten, die Wiederherstellung des vollständigen Regelbetriebs und die Hilfen für Flutopfer im Fokus der Arbeit. Foto: Carsten Düppengießer

Euskirchen – Nachdem die Caritas Euskirchen – wie viele andere Menschen und Institutionen auch – in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli hart von den Wassermassen der Flutkatastrophe getroffen wurde, standen in den vergangenen zwei Wochen Aufräum- und Sicherungsarbeiten an den betroffenen Einrichtungen im Fokus. „Wir sind dabei von einer Welle der Hilfsbereitschaft getragen worden. Mitarbeiter, Angehörige, Klienten, Geflüchtete und viele Freiwillige unterschiedlicher Organisationen haben uns hier tatkräftig unterstützt“, erklärt Caritasvorstand Martin Jost: „Auch viele Kollegen des Diözesan Caritasverband Köln und Mitarbeitende der Caritas Düsseldorf haben uns bei den Arbeiten geholfen.“

Auch mit dringend benötigter Technik wurde durch befreundete Caritasverbände schnell und unbürokratisch geholfen. Aus Meißen kamen mehrere Bautrockner, die ursprünglich 2013 als Fluthilfe für Sachsen über Caritas International beschafft wurden. Die Caritas Düsseldorf unterstützte unmittelbar nach der Katastrophe mit Pumpen und Generatoren.

„Dadurch sind wir jetzt in der Lage, den Blick nach vorne zu richten“, so Jost. Bereits in der vergangenen Woche konnte ein Notbetrieb der betroffenen Dienste und Einrichtungen aufgenommen werden. „Die Diakonie hat uns sehr schnell Räume angeboten, in denen wir einen Übergangsberatungsbetrieb für unsere Migrations- und Flüchtlingshilfe und unsere Schwangerschafts- und Kurberatung einrichten konnten“, berichtet Maria Surges-Brilon aus dem Vorstandsteam. Für die Gäste der ebenfalls stark vom Hochwasser betroffenen Seniorentagespflege wurde eine Notbetreuung in den Räumen des Servicezentrums Demenz und Hospiz des Wohlfahrtsverbands eingerichtet. Die Schuldner- und Insolvenzberatung hat einen telefonischen Notdienst aufgenommen. Die „Jugendvilla“ hat ab sofort in einem eingeschränkten Betrieb von Montag bis Freitag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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Alle E-Mail-Adressen seien erreichbar, so Surges-Brilon: „Die Sucht- und Wohnungslosenhilfe, die Pflegestationen Euskirchen und Bad Münstereifel, die Sozialpsychiatrie, die Wohnhäuser für psychisch erkrankte Menschen, der Ambulante Hospizdienst, die Demenzberatung, unsere Ambulanten, die  Flexiblen Erziehungshilfen und unser Betreutes Wohnen arbeiten im Regelbetrieb. Teilweise kann es noch zu Einschränkungen in der Kommunikation kommen.“

Die Geschäftsstelle ist stark betroffen und die nötigen Sanierungsmaßnahmen werden mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. „Wir installieren aktuell provisorische Übergangslösungen, um auch hier wieder arbeitsfähig zu sein“, betont Surges-Brilon. Die Zentrale der Geschäftsstelle kann über 02251/7000-0 erreicht werden. Die Verwaltung ist zusätzlich über die Rufnummer 0176/14546553 zu erreichen. Den Vorstand erreicht man unter der Rufnummer 0177/9565317. Die Zentrale der Suchthilfe ist über 02251/65035-0 erreichbar.

Nur die Sozialläden „Möbellager“ und „Kinderkram“ bleiben bis auf weiteres geschlossen, da sie vom Hochwasser stark zerstört wurden. Dort werde der Wiederaufbau ebenfalls längere Zeit dauern.

Aktuelle Infos zur Erreichbarkeit und den Öffnungszeiten der Dienste und Einrichtungen können unter www.caritas-eu.de abgerufen werden.

Parallel hat die Caritas Euskirchen die Hilfe für von der Flutkatastrophe betroffene Bürgerinnen und Bürger aufgenommen. In der vom Hochwasser betroffenen „Jugendvilla“ wurde eine Ausgabestelle für Sachspenden eingerichtet. Diese ist von 10 bis 14 Uhr werktäglich geöffnet. In der Geschäftsstelle, Wilhelmstraße 52, in der Euskirchener Innenstadt können Bertoffene ab sofort von Montag bis Freitag, in der Zeit von 10 bis 14 Uhr, Hilfe und Beratung bei Anträgen zur Flutopferhilfe von Caritas International und anderen Hilfsangeboten erhalten, beziehungsweise diese stellen.

Zusätzlich plant die Caritas, mobile Teams in besonders betroffene Orte und Ortsteile der Region zu entsenden, um direkt vor Ort die Antragsstellung für Fluthilfen zu ermöglichen. „Die genauen Orte und Zeiten werden umgehend auf unserer Internetseite und über die Sozialen Medien bekannt gegeben“, so Surges-Brilon.

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„Wir danken allen Menschen und Institutionen, die uns bisher mit so viel Energie und Kraft unterstützt haben. Wir werden sicher noch viel Hilfe benötigen, bis wir wieder voll einsatzfähig sind. Auch die Menschen in den betroffenen Orten werden noch lange Unterstützung brauchen“, so Jost.

Wer helfen möchte, kann dies mit einer Spende entweder an Caritas International oder direkt an die Caritas Euskirchen tun. Sachspenden, insbesondere Kleiderspenden, werden aktuell nicht benötigt. Die Lager der Kommunen und Hilfsorganisationen sind zurzeit gut gefüllt. (epa)

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