90 Kubikmeter Hackschnitzel auf dem Spielgelände der Grundschule Kall verteilt

Gemeinde Kall lässt laut Bodengutachten des Instituts für Umwelt-Analyse die ersten neun in der Priorität 1 gelisteten Spielplätze mit zehn Zentimeter dicken zertifizierten Hackschnitzeln abdecken – Bürgermeister Esser: „Ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wäre das so rasch nicht möglich“

Freiwillige Helfer sorgten am nebligen Samstagmorgen dafür, dass die Hackschnitzel auf dem Spielgelände der Grundschule Kall fachgerecht bis in die letzten Winkel ausgebracht wurden. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Freiwillige Helfer sorgten am nebligen Samstagmorgen dafür, dass die Hackschnitzel auf dem Spielgelände der Grundschule Kall fachgerecht bis in die letzten Winkel ausgebracht wurden. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – 90 Kubikmeter Hackschnitzel sind eine Menge Holz. Sie füllen exakt 90 große Müllcontainer. Am Samstagmorgen galt es, die gewaltige Menge Hackschnitzel auf dem Spielplatzgelände der Grundschule Kall auf zehn Zentimeter Höhe zu verteilen. Dazu waren neben Bürgermeister Hermann-Josef Esser einige Ratsmitglieder und Sachkundige Bürger mit Schubkarren und Schaufeln angerückt.

„Der Bauhof hat erneut eine sehr gute Vorarbeit geleistet und die Hackschnitzel schon, soweit es mit den Maschinen möglich war, auf dem Gelände verteilt“, berichtete Bürgermeister Esser. „Wir müssen das Material jetzt nur noch bis in die letzten Winkel schieben und auf eine gleichmäßige Höhe bringen.“

Für diese Aktion hatten sich im Vorfeld viele Akteure freiwillig gemeldet. So wollten beispielsweise auch die Elternschaft und die Schulleitung mithelfen. Doch nicht zuletzt aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen entschloss man sich schließlich zu einem kleineren Aufgebot, um die Abstände beim Arbeiten einhalten zu können.

„Die Schulleitung ist sehr glücklich über das Ausbringen der Hackschnitzel“, berichtete der Ortsvorsteher von Kall, Stefan Kupp. Und zwar nicht nur, weil damit die Bleibelastung der Böden abgedeckt werde, sondern auch, weil die Schülerinnen und Schüler nach dem Toben im Freien kaum noch Dreck mit in die Schule bringen würden. „Und den Kindern macht der weiche Untergrund ebenfalls großen Spaß“, freute sich Kupp.

Während der Bürgermeister noch eine weitere Schubkarre Hackschnitzel in Richtung Grundstücksgrenze beförderte, berichtet er, dass es sich keinesfalls um simples geschreddertes Holz für die Hackschnitzelheizung handele, sondern um eigens für Spielplatzgelände zertifiziertes Material. „Diese besonderen Hackschnitzel  sind gewissermaßen abgerundet, so dass die Verletzungsgefahr äußerst gering ist“, so der Bürgermeister. Der Feinanteil im Produkt sei darüber hinaus sehr gering und das Material entrindet, dadurch werde eine lange Funktionsdauer erreicht. „Wir rechnen damit, dass die Hackschnitzel mindestens zwei Jahren ihren Dienst tun“, so Esser. Auch gebe es einen praktischen Nebeneffekt: Weil das Regenwasser besser versickere, entstünden kaum matschige Stellen auf dem Spielgelände.

Der Bürgermeister lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Bauhof, Schulleitung und Eltern. „Wir decken jetzt in kürzester Zeit alle neun Flächen ab, die mit einer Bleibelastung von mehr als 2000 Milligramm pro Kilogramm ausgewiesen wurden“, so der Bürgermeister. Dazu zählten in Kall die Kindergärten Hüttenstraße die Spielplätze Zum Ostlandkreuz sowie der Mehrgenerationenplatz und die Spielflächen an der alten und neuen Grundschule in der Auelstraße. In Keldenich der Kindergarten Klein-Köln und der Spielplatz Römerstraße. In Golbach der Kindergarten Oberstraße. In Dottel der Spielplatz am Erlenweg. „Ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer könnten wir das nicht so rasch erledigen“, sagte Esser.

Die Arbeiten waren notwendig geworden aufgrund der Ergebnisse eines Bodengutachtens, das die Gemeinde Kall im vergangenen Jahr beim Institut für Umwelt-Analyse in Auftrag gegeben hatte. Darin heißt es, dass die Gesundheit von Kindern gefährdet werden könne, wenn sie beim Spielen im Freien mit bleibelastetem Boden in Kontakt kämen, und zwar hauptsächlich durch die Aufnahme solcher Böden durch den Mund. Im Ergebnis hatten die Experten festgestellt, dass auf 16 von 36 Spielplätzen in der Gemeinde Kall eine erhöhte Bleibelastung bestehe. Die Gemeindeverwaltung Kall habe daher in sehr guter Zusammenarbeit mit der Unteren Bodenschutzbehörde des Kreises Euskirchen dringenden Handlungsbedarf bei den ersten neun Standorten innerhalb der Priorität 1 gesehen und setze die Sicherungsmaßnahmen trotz der weiterhin laufenden Flutschäden-Beseitigungen schnellstmöglich um.

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