Nach zwei Jahren Zwangspause wieder Maifeierlichkeiten in Kall

Die Sonne lachte dem Maikönigspaar Christian Poensgen und Rabea Blens – Umtrunk und Walzer auf der Straße – Blumenstrauß für die zukünftige Schwiegermutter – Bürgermeister gratulierte beim Maiball

Zwei Tinker-Pferde zogen die weiße Kutsche, in der das Königspaar zum Maiball gefahren wurde. Foto: Reiner Züll
Zwei Tinker-Pferde zogen die weiße Kutsche, in der das Königspaar zum Maiball gefahren wurde. Foto: Reiner Züll

Kall – Bei sonnigem Frühlingswetter gingen in Kall die traditionellen  Maifeiern über die Bühne. Nach dem Ausrufen der Maipaare am Samstagabend, dem Maisingen der „Geloogsjungen“ am späten Abend und dem Zusammentreffen der Kaller Bevölkerung am Maifeuer, fanden die Feierlichkeiten am Sonntagnachmittag mit dem traditionellen Festumzug und dem sich anschließenden Maiball im Saal Gier ihren Höhepunkt. Im Mittelpunkt stand dabei das Maikönigspaar, Christian Poensgen und Rabea Blens, das schon am Vorabend des Maifeiertages nach dem Ausrufen der Maipaare als Königspaar gefeiert worden war.

Zwei Jahre lang hatte die Corona-Pandemie die Pflege des alten Kaller Brauchtums verhindert. Umso motivierter war das Maigeloog, mit ihrem Hötjong David Dietsch und dem Stellvertreter Marc Lange an der Spitze, den Kallern in diesem Jahr wieder eine schöne Maifeier zu bescheren. Und wie die große Zahl der Zuschauer am Samstag beim Ausrufen der Maipaare und die Teilnahme am Sonntag beim großen Umzug zeigte, nahmen die Kaller die Einladung der Junggesellen zum Mitfeiern dankbar an.

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Auf der Gemünder Straße hatten sich am Vorabend des Maifeiertages zahlreiche Zuschauer eingefunden, um das Ausrufen von rund 200 Maipaaren zu verfolgen. Sie quittierten  die Verkündung des neuen Königspaares Rabea Blens und Christian Poensgen mit lautem Jubel. Das Ausrufen war ein gelungener Auftakt der Kaller Maifeierlichkeiten, die sich ersten Mai mit dem traditionellen Umzug und dem anschließenden Maiball im Saal Gier fortsetzten.

Und auch der Wettergott spielte mit, als sich der Maiumzug am Sonntagmittag vom Maiplatz am Hallenbad aus in Bewegung setzte. Dem Maikönig, der in einer von zwei Pferden gezogenen weißen Kutsche saß, folgten die Musikkapelle Kall und die Maipaare, um zum Haus der Maikönigin auf dem Knoppen in Kall zu ziehen.

Über die Aachener Straße ging es über den Amselweg zur Wohnung auf dem Knoppen, wo Nachbarn die Bäume und Sträucher mit bunten Bändern geschmückt hatten. Einen Blumenstrauß reichte der Maikönig seiner zukünftigen Schwiegermutter, mit einem zweiten Strauß holte Christian Poensgen seine Rabea an der Haustür ab.

Während eines Umtrunks auf der Straße bedankte sich Hötjong David Dietsch bei den Junggesellen des „Geloogs“ sowie bei den Kallern für deren Unterstützung. Bevor das Königspaar mit der Kutsche zum Saal Gier gefahren wurde, intonierte die Musikkapelle den Frühlingswalzer „Der Mai ist gekommen“, zu dem der Maikönig seine Königin zum obligatorischen Maitanz auf der Straße bat.

Vor der Gaststätte Gier bedankte sich Ortsvorsteher Stefan Kupp beim Maigeloog, dass sich weiterhin um den Erhalt des über 100 Jahre alten  Mai-Brauches in Kall bemühe. Später erwies auch Bürgermeister Hermann-Josef Esser dem Königspaar die Ehre. Er überreichte beim Maiball einen großen Blumenstrauß an die Königin.  (Reiner Züll/epa)

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