Wenn der Anfang ein Abschied ist

Caritas Eifel bietet begleitete Selbsthilfegruppe für Eltern, deren Kind vor, während oder bald nach der Geburt gestorben ist

Ein Sternenkinder-Elterncafé wollen Barbara Berg und Uschi Grab von der Caritas Eifel anbieten. Fotos: Verena Brandenburg
Ein Sternenkinder-Elterncafé wollen Barbara Berg und Uschi Grab von der Caritas Eifel anbieten. Fotos: Verena Brandenburg

Mechernich – Eltern, die den frühen Tod eines Kindes erleben müssen, befinden sich in einem Zustand tiefer Trauer und Fassungslosigkeit. Den Verlust zu verarbeiten ist eine enorme Herausforderung, die man allein kaum bewältigen kann. Im eigenen Umfeld stößt man dabei häufig auf Hilflosigkeit und manchmal sogar Unverständnis Der Caritasverband für die Region Eifel hat daher eine neue Selbsthilfegruppe organisiert, die betroffene Eltern zusammenbringt, damit sie ihre Erfahrungen miteinander teilen können.

„Viele Frauen entwickeln schon in den ersten Wochen starke Gefühle für den Embryo in ihrem Bauch. Wenn sie eine Fehlgeburt erleiden, trauern sie oft ähnlich wie beim Verlust eines wichtigen Menschen, der schon längere Zeit in ihrem Leben ist“, erläutert Uschi Grab von der Schwangerschaftsberatungsstelle „Rat und Hilfe“ der Caritas in Mechernich. Es gebe aber einen Unterschied: „Wenn wir Menschen verlieren, die uns schon länger begleitet haben, trauern wir oft eher über vergangene Momente, die wir nicht mehr haben werden. Die Trauer nach Fehlgeburten ist eher eine Trauer über die verlorene Zukunft, über Träume und Hoffnungen“. In der Selbsthilfegruppe, die sie gemeinsam mit ihrer Kollegin und Trauerbegleiterin Barbara Berg vom ambulanten Hospizdienst leitet, können Eltern in einem geschützten Rahmen den eigenen Schmerz, die Trauer und die vielfältigen Gefühle ausdrücken, voneinander hören und lernen, welche Wege durch die Trauer beschritten werden können und erleben, dass man nicht alleine ist mit seinem Schmerz.

„Umgang mit Trauer ist wichtig“, betont Kollegin Barbara Berg. „Wenn aber Familie, Freunde oder auch das Krankenhauspersonal diese Erfahrung herunterspielt, kann das den Prozess der Trauer beschädigen. Die Betroffenen bekommen nicht die Unterstützung und Zuwendung, die sie brauchen, und erholen sich schlechter.“ Auch die Unterstützung und der Austausch zwischen den Partnern sei wichtig. Viele Frauen trauen sich jedoch nicht, offen über ihre Fehlgeburt und Gefühle zu sprechen. Daher ist es den Gruppenleiterinnen wichtig, das Thema aus der Tabuzone zu holen. Die Gruppe startet am Donnerstag, 29. September, von 18 Uhr bis 20 Uhr im Caritas-Zentrum Mechernich, Weierstr. 25, und trifft sich anschließend jeden letzten Donnerstag im Monat. Interessenten werden gebeten, sich vorher kurz telefonisch oder per E-Mail bei den Ansprechpartnerinnen anzumelden: Frau Uschi Grab (Tel. 02443 8780, E-Mail u.grab@caritas-eifel.de) oder Barbara Berg (Tel. 02445 8507-216, hospiz@caritas-eifel.de).

(epa)

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