Steigend Zahlen bei der Kaller Tafel

Bürgermeister Hermann-Josef Esser sichert weitere Unterstützung zu – Jede Woche vier bis fünf Neuanmeldungen

Zweimal in der Woche versorgt die Kaller Tafel Menschen aus dem südlichen Kreis Euskirchen mit Lebensmitteln. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall
Zweimal in der Woche versorgt die Kaller Tafel Menschen aus dem südlichen Kreis Euskirchen mit Lebensmitteln. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall

Kall – Gute Nachrichten konnte Bürgermeister Hermann-Josef Esser jetzt dem ehrenamtlich engagierten Team des Kaller Tafel überbringen. Bei einem Besuch vor Ort in den Räumlichkeiten des ehemaligen „Kaller Brauhauses“ an der Hüttenstraße versicherte er der Vorsitzenden Karin Osman: „Sie können vorerst hierbleiben.“ Das, so Osman und ihr Stellvertreter Jürgen Groß, sei eine gute Perspektive, nachdem die Tafel 2021 flutbedingt aus den Räumen in der Alten Schule hatte ausziehen müssen.

Die aktuellen Zahlen belegen: Auch im neuen Jahr wächst der Kundenstamm der Tafel weiter. „Jede Woche haben wir vier bis fünf Neuanmeldungen“, berichtet Osman. Insbesondere Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine in den Kreis Euskirchen geflüchtet sind, fänden nun erstmals den Weg zur ehrenamtlichen Essensausgabe. Karin Osman: „Mehr als die Hälfte unserer Kundschaft stammt mittlerweile aus der Ukraine.“ Gleichzeitig fällt den Ehrenamtlichen aber auch auf, dass viele „alte Bekannte“ wieder zu den Ausgabetagen kommen, also ganz offensichtlich wieder auf Unterstützung angewiesen sind. Bei der Tafel führt man das auf die allseits gestiegenen Kosten zurück, mit denen gerade diejenigen am meisten zu kämpfen haben, die sowieso nicht viel zur Verfügung haben. Die Statistik zeigt: Neben Menschen, die Bürgergeld beziehen, sind dies vor allem auch Rentnerinnen und Rentner.

Bei der Kaller Tafel kümmern sich an die 40 freiwillige Helfer darum, diesen Personengruppen zweimal in der Woche gegen einen kleinen Unkostenbeitrag den Zugang zu Lebensmitteln zu ermöglichen. Allerdings, so Osman, dürfe wegen der starken Nachfrage seit Sommer 2022 jeder nur einmal pro Woche kommen.

Kurz vor der Lebensmittelausgabe informierten die Vorsitzende Karin Osman (v.r.), ihr Stellvertreter Jürgen Groß sowie Kirsten Althoff Bürgermeister Hermann-Josef Esser über aktuelle Entwicklungen. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall
Kurz vor der Lebensmittelausgabe informierten die Vorsitzende Karin Osman (v.r.), ihr Stellvertreter Jürgen Groß sowie Kirsten Althoff Bürgermeister Hermann-Josef Esser über aktuelle Entwicklungen. Foto: Alice Gempfer/Gemeinde Kall

20 Freiwillige sind die Woche über als Fahrer im Einsatz, um Waren abzuholen, die der Einzelhandel, Discounterketten, Erzeuger und auch Wohlfahrtsverbände ihnen zur Verfügung stellen. Komplettiert wird das Tafel-Team durch an die 20 weitere Freiwillige, die vor Ort die Waren sortieren und dienstags wie freitags die Lebensmittelausgabe managen. Herausfordernd sind dabei immer wieder die Sprachbarrieren, gerade bei Menschen, die erst seit kurzem in Deutschland leben. Aber auch da weiß man sich zu helfen: „Wir haben Ehrenamtliche aus vielen Ländern wie etwa einen jungen Syrer und eine Polin, die schon sehr gut deutsch sprechen und uns unterstützen.“

Während im vergangenen Jahr die meisten Tafelkunden aus der Gemeinde Hellenthal kamen, haben in den ersten Monaten 2023 mit über 30 Prozent Kallerinnnen und Kaller den größten Anteil. Schleiden (20 Prozent) steht an zweiter Stelle, dicht gefolgt von Hellenthal. Aus Blankenheim stammen 11 Prozent der Menschen, die die Kaller Tafel mit Lebensmitteln versorgt, weitere aus Nettersheim und Dahlem. Knapp 3.000 Menschen aus dem Kreis Euskirchen wurden so im Januar und den ersten Februarwochen versorgt.

Um das bei steigenden Zahlen weiter gewährleisten zu können, sucht das Team der Kaller Tafel noch Verstärkung. „Ob für Fahrdienste oder bei der Warenausgabe und unabhängig davon, wieviel Zeit Sie investieren können – jeder ist willkommen“, betont Karin Osman. Jürgen Groß bricht eine Lanze für das Ehrenamt: „Hier kann man sich bis ins Alter für eine gute Sache engagieren und wird wirklich gebraucht“, sagt er und ergänzt schmunzelnd: „Außerdem sind wir eine wirklich nette Truppe.“ Das kann auch Helmut Schmidt nur bestätigen, der seit Gründung der Kaller Tafel im Jahr 2006 dabei und mit 81 Jahren neben Susanne Diefer (ebenfalls 81) der älteste Aktive ist.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser sicherte Osman und ihrem Team einmal mehr seine Unterstützung zu. „Sie versorgen Menschen in Not mit dem allergrundlegendsten – Nahrung. Dabei sind sie so nah an den Menschen dran, wie kaum ein anderes Ehrenamt. Vielen Dank dafür.“

Interessenten, die die Kaller Tafel unterstützen möchten, können sich bei Karin Osman melden unter Tel. 0178/ 663 73 75. (eB/epa)

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