Kaller Bürger installieren Solaranlagen auf Dächern der Gemeinde

Dem Energieteam Kall unter der Leitung von Energieberater Tobias Feld gelang ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der kommunalen Energiewende

Freuten sich über den unterzeichneten Vertrag: Michael Lülsdorf (Eegon), Klaus Pütz (NEN) sowie der Kaller Energieberater Tobias Feld (v.l.). Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Freuten sich über den unterzeichneten Vertrag: Michael Lülsdorf (Eegon), Klaus Pütz (NEN) sowie der Kaller Energieberater Tobias Feld (v.l.). Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Seit 2010 ist Tobias Feld im Kaller Rathaus als Energieberater tätig und hat dort bereits einiges auf die Beine gestellt. Jetzt konnte er beim 22. Treffen des Energieteams Kall im Rathaus ein weiteres Projekt vorstellen, das in einer der Arbeitsgruppen des Energieteams erdacht wurde.

„Im Grunde geht es darum, dass die Gemeinde Kall sämtliche der noch für Solarenergie in Frage kommenden kommunalen Dächer für die Bürger zur Verfügung stellt“, berichtet Feld. In der Vergangenheit seien diese Dachflächen entweder an private Investoren verpachtet worden oder aber die Gemeinde Kall habe diese selbst mit Photovoltaik-Modulen bestücken lassen.

Im Herbst vergangenen Jahres habe das Energieteam Kall der Gemeinde den Vorschlag unterbreitet, alle noch verfügbaren und geeigneten Dachflächen von zwei regional ansässigen Energiegenossenschaften pachten zu lassen. „Diese Genossenschaften – und das war für uns ein zentrales Anliegen – sollten den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Kall die Möglichkeit bieten, mit einer niedrigen Einlage Anteile zu erwerben und sich so an der Produktion von regenerativem Strom zu beteiligen“, so Feld.

Die beiden Energiegenossenschaften, mit denen jetzt im Kaller Rathaus ein Vertrag unterzeichnet wurde, sind die Eifel Energiegenossenschaft (Eegon) mit Sitz in Wiesbaum und die Neue Energie Nordeifel (NEN) mit Sitz in Schleiden.

Anteile an den Solarprojekten, so Feld, seien bereits ab 500 Euro zu haben. Insgesamt könnten auf den zur Verfügung stehenden Dachflächen der Gemeinde bis zu 400 Kilowattpeak installiert und so pro Jahr 350.000 Kilowattstunden an klimafreundlichem Sonnenstrom erzeugt werden.

„Darüber hinaus haben wir in einer Rahmenvereinbarung festgelegt, dass der Strom bevorzugt in dem jeweiligen Gebäude verbraucht werden soll, auf dessen Dach er produziert wird“, teilte Feld weiter mit. Das werde dazu führen, dass Schulen, Kindergärten, das Rathaus und weitere Gebäude einen Teil ihres Stromverbrauchs direkt aus der Sonne decken könnten. Tobias Feld: „Je nach Größe der Anlage und Nutzung des Gebäudes können dies zwischen 25 und 40 Prozent sein. Damit spart die Gemeinde Kall nicht zuletzt auch langfristig Kosten ein.“

Der Vorschlag des Energieteams wurde noch im November von der Politik einstimmig angenommen und die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt.

Insgesamt sind bislang sechs Photovoltaik-Anlagen auf gemeindeeigenen Liegenschaften installiert worden, zwei davon befinden sich im Eigenbetrieb der Gemeinde. „Somit haben wir derzeit in Kall bereits knapp 300 Kilowattpeak auf den Gemeindedächern und erzeugen rund 250.000 Kilowattstunden an Sonnenstrom, was eine Einsparung von knapp 200 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr bedeutet“, freut sich Energieexperte Feld.

Die Gemeinde Kall verfügt insgesamt über rund 30 gemeindeeigene Liegenschaften, darunter drei Schulen, acht Kindergärten, drei Feuerwehrgebäude, das Hallenbad und verschiedene Verwaltungs- und Bauhofgebäude. „Durch die Bürgerbeteiligung profitieren ab sofort alle von der Investition in erneuerbare Energien: die Gemeinde Kall, die Genossenschaften und nicht zuletzt die Bürger und Verbraucher, die darüber hinaus aktiven Klimaschutz praktizieren“, so Feld, der abschließend hinzufügte: „Alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kall haben ab sofort die Möglichkeit, mit einer überschaubaren Geldeinlage teilzuhaben an einem einzigartigen Projekt zur Erzeugung von sauberem Strom.“

Hintergrund

Energieberater Tobias Feld ist seit 2010 in der Gemeinde Kall zuständig. In Zusammenarbeit mit der Energie Nordeifel („ene“), dem regionalen Energiedienstleister vor Ort, hat er eine Energieleitlinie für die Gemeinde erarbeitet und öffentlich vorgestellt.

In dieser Energieleitlinie werden fünf Handlungsfelder identifiziert, in denen sich Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Politik und Verwaltung engagieren können, um in der Gemeinde Kall langfristig nachhaltig Energie zu produzieren und effizient und sparsam zu verbrauchen.

Die CO2-Emissionen der gesamten Gemeinde sollen durch Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern insgesamt bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden.

Seit 2011 arbeitet das ehrenamtliche „Energieteam Kall“ an der Umsetzung dieser ambitionierten Ziele. Die Gruppe, die für alle Bürgerinnen und Bürger offen ist, konnte bereits diverse Projekte und Aktionen umsetzen.

Das Energieteam Kall trifft sich einmal monatlich jeweils am ersten Mittwoch um 18.30 Uhr im Rathaus Kall.

Weitere Informationen erteilen:

Tobias Feld/Gemeinde Kall

Bahnhofstraße 9

53925 Kall

tfeld@kall.de

 

eegon – Eifel Energiegenossenschaft eG

Higis Ring 2

54578 Wiesbaum

Tel. 06593/9123 oder 0170/2885715

E-Mail: info@eegon.de        Internet: www.eegon.de

 

NEN Neue Energie Nordeifel GmbH

Alte Bahnhofstraße 15

53937 Schleiden

Tel. 02444-911175

E-Mail: wnv@wnv-info.de    Internet: www.wnv-info.de

Informationen über das Energieteam sind im Internet zu finden unter:

www.kall.de/bauen

 

Eifeler Presse Agentur/epa

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" responsivevoice_button buttontext="Beitrag vorlesen"]