Bunte Motive auf tristen Kästen

KEV ließ weitere Trafostationen in Heimbach und Nierfeld besprühen – Im Herbst soll es an der Hüttenstraße in Kall weitergehen

Georg Gnädig und Kerstin Zimmermann zeigten sich zufrieden mit der Umgestaltung der Heimbacher Trafostation. Da sich eine Grundschule in der Nähe befindet, wurden für die Kinder entsprechende Motive ausgewählt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Georg Gnädig und Kerstin Zimmermann zeigten sich zufrieden mit der Umgestaltung der Heimbacher Trafostation. Da sich eine Grundschule in der Nähe befindet, wurden für die Kinder entsprechende Motive ausgewählt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Eifel – Nach der großen Begeisterung, die die Kreis-Energie-Versorgung Schleiden (KEV) mit der Verschönerung von Trafostationen in Gemünd und Mechernich bei der Bevölkerung auslöste, hat man sich jetzt dazu entschlossen, weitere Stationen im Versorgungsgebiet von Profis gestalten zu lassen.

KEV-Projektleiter Georg Gnädig hat dazu zwei weitere Stationen ausgewählt, die dringend einer Verschönerung bedurften. Die Auswahl unter den über 500 Stationen fiel ihm dabei nicht sonderlich schwer, denn nach fast 40 Jahren bei der KEV kennt Gnädig gewissermaßen seine Pappenheimer.

Eine Reitanlage und ein Tennisplatz befinden sich in der Nähe der Nierfelder Energie-Station. Kerstin Zimmermann und Georg Gnädig entschieden sich daher für entsprechende Motive aus diesen beiden Sportarten. Auch die Rückseite der Station wurde bemalt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Eine Reitanlage und ein Tennisplatz befinden sich in der Nähe der Nierfelder Energie-Station. Kerstin Zimmermann und Georg Gnädig entschieden sich daher für entsprechende Motive aus diesen beiden Sportarten. Auch die Rückseite der Station wurde bemalt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Und so waren schnell eine Trafostation in Heimbach an der Grundschule bei Haus Schönblick und eine in Nierfeld in der Nähe des Reitplatzes und der Tennishalle ausgemacht. Eine weitere Station an der Hüttenstraße in Kall will Gnädig Ende September, Anfang Oktober in Angriff nehmen lassen.

Da sich in der Nähe der Heimbacher Station eine Grundschule befindet, bat der Projektleiter die beiden Künstler, Simon Horn und Stefan Vogt, die bereits KEV-Stationen in Mechernich und Gemünd bemalt haben, sich passende Motive für Schulkinder einfallen zu lassen, was für die beiden keinerlei Problem darstellte. In Nierfeld hingegen zieren fortan Motive aus dem Reit- und Tennissport die Energiestation.

Sogar die Rückseite der Nierfelder Energiestation wurde bemalt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Sogar die Rückseite der Nierfelder Energiestation wurde bemalt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Mit dieser Aktion nehmen wir den wilden Sprayern quasi die Fläche“, berichtete KEV-Mitarbeiter Gnädig. Denn erfahrungsgemäß würden einmal besprühte Flächen nicht von anderen Sprayern übermalt. „Diese Erfahrung haben wir bereits in Mechernich und Gemünd machen dürfen“, so der Projektleiter. Dort seien die bemalten Stationen nach wie vor unberührt geblieben. „Ein Sprayer macht halt dem anderen das Werk nicht kaputt“, erklärte er.

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Der Grund für die von der KEV in Auftrag gegebenen kontrollierten Sprayaktionen ist recht einfach: „Durch das illegale Besprühen von Energiestationen entstehen uns hohe Reinigungskosten“, so Gnädig. Denn die Sprayer hinterließen meistens Schmierereien, die den Bürgern nicht sonderlich gefielen, und die der Energieversorger daher mit großem Aufwand wieder entfernen lassen müsse. „Doch neu gestrichene Trafostationen bieten wiederum den idealen Nährboden für weitere Graffitis, so dass die Kosten kein Ende nehmen“, so Gnädig weiter.

Mit der Kunstaktion versuche die KEV also, einen Teil der immer wieder anfallenden Reinigungskosten dauerhaft zu beseitigen. Und das, wie die Stationen im Gemünder Kurpark und in Mechernich bewiesen, mit großem Erfolg.

Für die Sprayaktion bediente sich die KEV erneut der beiden jungen Sprayer, Stefan Vogt und Simon Horn, die aus ihren Künsten eine Geschäftsidee entwickelt haben und 2007 die Agentur „Highlightz“ mit Sitz in Bonn gründeten. Die beiden können sich über mangelnden Zuspruch bei der Arbeit nicht beklagen. Vorübergehende Passanten und vor allem die Schulkinder in Heimbach waren verblüfft, was die beiden aus Hunderten von Spraydosen zauberten.

Eifeler Presse Agentur/epa

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