Ausstellung zum längsten Denkmal in NRW

Oleftalbahn wird 130 Jahre alt – Marita Rauchberger zeigt in der Galerie „Eifel Kunst“ eine Foto- und Fotocollagenausstellung zur „Flitsch“

Bilder und Collagen zur Oleftalbahn präsentiert Marita Rauchberger. Bild: Marita Rauchberger
Bilder und Collagen zur Oleftalbahn präsentiert Marita Rauchberger. Bild: Marita Rauchberger

Schleiden-Gemünd – In diesem Jahr wird die Oleftalbahn, die Flitsch, 130 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt die Galerie „Eifel Kunst“ vom 29. Juni bis zum 3. August eine Foto- und Fotocollagenausstellung zur Oleftalbahn von Marita Rauchberger.

1884 wurde die Bahnstrecke eröffnet. Sie soll wirtschaftlichen Segen in die Region bringen, kommt aber dafür um Jahre zu spät, denn die Unternehmen, die den Menschen Lohn und Brot brachten, sind schon lange weggezogen, weil es keine Bahnanbindung gab.

Die „Flitsch“ ist nicht als strategische Bahn gebaut worden. Dennoch gingen der Erste und Zweite Weltkrieg nicht spurlos an ihr vorbei.
So diente sie zum Materialtransport der nicht unerheblichen Bauten des Westwalls und der monströsen NS-Ordensburg Vogelsang.
„Während der beiden Weltkriege fuhren mit der kleinen Bahn auch unendlich viele Eifeler Männer in den Krieg. Fort aus der Eifel zu den Sammelplätzen und von dort weiter zu den Kampfplätzen hin.

Zurück ließen sie Frauen, Mütter und Kinder, die ihnen nachweinten und die viele von ihnen auch nie wiedersahen“, so Marita Rauchberger. Und es seien auch Soldaten und Kriegsmaterial mit dieser Bahn in Hellenthal angekommen. Soldaten, die von dort weiter an die Front marschiert seien.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bahnstrecke militärisch genutzt. Panzerzüge fuhren bis Höddelbusch, um von dort ihre Fracht nach Vogelsang zu schicken. Nachdem 2005 der Truppenübungsplatz Vogelsang aufgegeben wurde, fand die militärische Nutzung der Bahnstrecke ein Ende.

1981 für den Personenverkehr stillgelegt, fristete die Flitsch einige Jahre einen Dornröschenschlaf und gab Spekulationen um Radweg, Umgehungsstraße und damit Abriss Nahrung. 1995 gründete sich die Bahn- und Businitiative Schleidener Tal mit der Absicht, die Bahnstrecke zu reaktivieren.

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Erste Züge fuhren bis Olef, dann Höddelbusch, dann Schleiden und am 1. August 2010 konnte die komplette Strecke von Kall nach Hellenthal wieder befahren werden.

Die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) betreibt die Strecke mit Sonn- und Feiertagsverkehr von Mai bis November.

Die „Flitsch“ hat einige Besonderheiten: die einzigartige Ortsdurchfahrt Olef beispielsweise. Darüber hinaus ist sie das längste Denkmal in NRW. Denn seit 2012 steht sie unter Denkmalschutz.

„Die Ausstellung ist ein Rückblick auf eine vergangene Zeit, in der die Eisenbahn auch im Oleftal als Segen empfunden wurde. Zugleich möchte ich damit die Perspektive wagen, dass in Zukunft die Existenz der Eisenbahn im Oleftal wieder als Segen empfunden wird“, so Rauchberger.

Ebenfalls wird die Skulptur der Künstlerin Christine Santema, Köln „Ausgemustert I“ ausgestellt.
Klaus Ranglack, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schleiden, wird die Ausstellung eröffnen. Gisela Neveling, Vorsitzende der Bahn- und Businitiative Schleidener Tal (BuBI), wird ein Grußwort sprechen.

Hubert Jost wird die Ausstellungseröffnung musikalisch begleiten.
Eröffnet wird die Ausstellung am 29. Juni um 15 Uhr in der Galerie „Eifel Kunst“, Schleidener Straße 1, 53937 Schleiden-Gemünd. Öffnungszeiten: freitags und sonntags von 14 bis18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung: 0157/36941876. (epa)

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